Rat und Stadtbezirksräte
04.09.2019 - 3.1 Vortrag und Aussprache: Monitoringbericht 2017 ...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 3.1
- Gremium:
- Planungs- und Umweltausschuss
- Datum:
- Mi., 04.09.2019
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 15:00
- Anlass:
- Sitzung
- Beschluss:
- zur Kenntnis genommen
Wortprotokoll
Ausschussvorsitzende Palm begrüßt Herrn Schwarz, Frau Müller, Herrn Dr. Rehfeldt, Herrn Pohlner, Herrn Behrens und Herrn Haufe.
Herr Schwarz (Geschäftsführung Flughafen Braunschweig-Wolfsburg GmbH) trägt zum Prozess, Verantwortlichkeiten und Hintergründen vor.
Im Folgenden gibt Herr Dr. Rehfeldt (LaReG GbR) inkl. Beamerpräsentation Einblick in die Ergebnisse des Monitoringberichts zu den Kompensations- und Kohärenzmaßnahmen 2017/18.
Dabei führt er u. a. aus:
Ziel des Monitoringberichts ist die Prüfung und naturschutzfachliche Bewertung der Umsetzung von Ausgleichs-, Ersatz- und Kohärenzmaßnahmen. Falls notwendig, werden Aussagen zu gegensteuernden Maßnahmen getroffen, um das Ziel der Maßnahme zu erreichen.
Aufgrund der Komplexität der Anforderungen an die Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen werden umfangreiche Erfassungen notwendig. (Ziel-)Artengruppen sind Fledermäuse, Avifauna (Spechte), xylobionte Käfer, Amphibien, Libellen, Reptilien, Laufkäfer, Tagfalter und Vegetation innerhalb der Maßnahmenflächen sowie die Anlage von Gewässern und Erstaufforstungen.
Zeitraum: 2011 - 2032.
Erstaufforstungen: 2013 - 2017 - 2022 - 2032.
Sonstige Maßnahmen: Schwerpunkt 2013 - 2017 - 2030.
Es wurden Aufforstungen auf 30 Einzelflächen durchgeführt, 23 Einzelflächen davon befinden sich innerhalb der Stadt Braunschweig (111,24 ha inkl. Waldränder und Kleingewässer, davon 31,55 ha Naturwald und 79,69 ha Wirtschaftswald).
Herr Dr. Rehfeldt geht im weiteren Verlauf auf die Begehung und Begutachtung aller Erstaufforstungsflächen ein. Bei > 20 % Ausfall der Pflanzen wurden gegensteuernde Maßnahmen notwendig.
Ursachen für Ausfälle sind: Wildverbiss nach Zaun-/Tordefekten, mangelhafte Pflege (v. a. fehlende Mahd), Pflanzqualität/-methode, extreme Witterung (Nässe/Trockenheit).
Herr Dr. Rehfeldt führt weiter aus zur Bewertung der Ersatzaufforstungen.
Weitere Maßnahmen sind: auf allen Flächen Zaunkontrolle und -instandsetzung (2019), Nachpflanzungen (2019/2020) sowie regelmäßige Pflegemahd, auf zahlreichen Flächen Wildverbissschutz (ab 2019), Information der Jagdausübungsberechtigten und Abbau jagdlicher Einrichtungen (ab 2019), in der Pflege-/Entwicklungsphase jährliche Anwuchskontrolle durch Forstsachverständigen.
Herr Dr. Rehfeldt führt außerdem aus zu weiteren Zielarten und Maßnahmen zu Naturwaldflächen, mit Schwerpunkt auf Waggum und der Verbreitung des Kammmolches.
Herr Pohlner ergänzt in seiner Funktion als Forstsachverständiger.
Herr Schwarz kündigt ein engmaschiges weiteres Monitoring (mindestens alle fünf Jahre) an.
Ratsherr Dr. Büchs kritisiert, dass die Verwaltung zum Gutachten einen Wissensvorsprung von etwa 10 Monaten vor der Politik hatte. Er hätte sich eine frühere Einbindung gewünscht. Kritisch fragt er in Gegenüberstellung von alter und neuer Version, warum es zu den gleichen Aufforstungsflächen und Naturschutzmaßnahmen (z. B. Libellen) innerhalb einiger Monate unterschiedliche Einschätzungen gegeben habe.
Herr Schwarz weist vermeintliche mangelnde Motivation und vermeintliches Vorenthalten argumentativ entschieden zurück. Vorgegebene Prozesse seien eingehalten worden und nach Behandlung im Aufsichtsrat sei der Monitoringbericht kurzfristig der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt worden. Herr Dr. Rehfeldt begründet die angeführten Abweichungen.
Frau Dr. Goclik erkundigt sich, wie sich das zur Anwendung gebrachte Mäusegift auf die sonstige Tierwelt auswirkt.
Herr Pohlner erläutert Zusammensetzung und langfristige Funktionsweise. Für Greifvögel, die die Mäuse fressen, sei dieses Mittel unproblematisch.
Frau Dr. Goclik verweist auf Erfahrungen, wonach Einzelverbissschutz aus Plastik oft in der Umwelt verbleibt. Wie wird hier damit umgegangen, möchte sie wissen.
Herr Schwarz erläutert, dass wahrscheinlich Verbissschutz aus Draht am Stamm oder kleinere Abtrassierungen verwendet und später zurückgebaut werden.
Frau Dr. Goclik führt aus, im Gebiet neben der Tiefen Straße sei noch keine Aufforstung erfolgt. Sie schlägt eine mögliche Lösung zur Einigung mit dem Eigentümer vor und bittet um Auskunft zum Sachstand.
Herr Schwarz teilt mit, dass gegenwärtig an einer einvernehmlichen Lösung gearbeitet wird.
Ratsfrau Palm appelliert, weitere Fragen ggf. im Nachgang zu klären.
Ratsherr Möller fragt, inwieweit es nach Expertenmeinung typisch ist, dass so umfangreiche Nachbesserungen erforderlich werden. Herr Dr. Rehfeldt führt hierzu aus.
