Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Auszug

20.11.2020 - 3.2 Änderungsantrag zu Ds. 20-13807: Umgang mit bel...

Beschluss:
abgelehnt
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Wortprotokoll

Ratsherr Professor Dr. Dr. Büchs stellt den Änderungsantrag vor und erklärt, es ginge nicht um das Stürzen von Denkmälern, sondern es solle vielmehr die hervorragende Arbeit der Verwaltung bei der Aufarbeitung des Kolonialdenkmals auch auf andere Denkmäler mit belasteter Geschichte ausgedehnt werden. Als Beispiel nennt Herr Professor Dr. Dr. Büchs die Skulptur des sogenannten Besenmännchens und erläutert aus seiner Sicht dessen Bedeutung während der Zeit des Nationalsozialismus. Zu Punkt 2 erklärt er, dass bei der Aufarbeitung des Kolonialdenkmals auch an den „Erinnerungsort historische Garnisonsstadt Braunschweig“ gedacht werden müsse, da hier auch der Schutztruppe Deutsch-Südwest sowie Ludwig von Estorff gedacht würde, der seinerzeit Regimentskommandeur des Braunschweigischen Infanterieregiments 92 gewesen sei.

 

In der anschließenden Diskussion wird von Ratsfrau Ohnesorge eine getrennte Abstimmung über die beiden Punkt beantragt. Sie unterstütze eine Überprüfung aller Denkmäler, könne aber dem zweiten Punkt nicht folgen, da man sich mit dem Thema schon beschäftigt habe.

Ratsfrau Flake erklärt, sie könne die Intention von Punkt 1 des Antrages nachvollziehen, da dies jedoch zu umfangreichen Diskussionen führen würde, sollen die Denkmäler lieber durch Einzelanträge überprüft werden. Ratsfrau Seiffert lehnt den Antrag mit Verweis auf die nötige, umfangreiche Arbeit, die auch kurze Stellungnahmen erfordern, ab.

Frau Dr. Hesse erläutert, dass die Historie des sogenannten Besenmännchens bereits im Jahr 2000 umfangreich bearbeitet worden sei und Bestandteil des Vernetzten Gedächtnisses sei. Einzelaktionen zu jedem Denkmal sind mit dem Personal des Dezernates Kultur und Wissenschaft nicht durchführbar, vielmehr muss die Aufarbeitung durch ein Gesamtkonzept erfolgen. Herr Dr. Steinführer ergänzt, dass der Erinnerungsort Garnisonsstadt mehr als vier Dutzend Einheiten aufweise und bereits eine Hinweistafel auf den Missbrauch der Soldaten für völkerrechtswidrige Taten beinhalte. Der Ort sei als Erinnerung an die lange Tradition Braunschweigs als Garnisonstandort gedacht und nicht der Glorifizierung des Soldatentums.

Ratsherr Flake lehnt den Antrag mit Verweis auf die ausführliche Diskussion zum Ursprungantrag 20-13807 ab.

 

 

 

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Der Rat möge beschließen:

 

1. Die Verwaltung wird gebeten, dem Ausschuss für Kultur und Wissenschaft einen kurzen Überblick über Braunschweiger Denkmale* zu geben, die ihrer Meinung nach aus heutiger Sicht mit einer ergänzenden Erläuterung versehen werden könnten. Sollte die Verwaltung analog zu ihrer sehr guten Ergänzung des Kolonialdenkmals an der Jasperallee auch bei weiteren Denkmalen Ideen zu einer aktuellen Erläuterung entwicklen, möge sie diese ebenfalls dem Ausschuss vorstellen.  

 

2. Der von der Verwaltung geplante künstlerische Wettbewerb zum Kolonialdenkmal an der Jasperallee, unter Beteiligung von KünstlerInnen mit Migrationshintergrund und mit Bezug zu den ehemaligen deutschen Kolonien, bezieht auch den „Erinnerungsort historische Garnisonsstadt Braunschweig“ in der Lindenbergsiedlung mit ein.

 

Ratsfrau Ohnesorge beantragt getrennte Abstimmung. Der AfKW folgt dem Vorschlag.

 

 

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Abstimmungsergebnis:

 

Es wird getrennt zu den einzelnen Punkten abgestimmt.

 

Punkt 1:  dafür: 2 dagegen: 9   Enthaltungen: 0

Punkt 2: dafür: 1 dagegen: 10  Enthaltungen: 0

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Anlagen zur Vorlage

Erläuterungen und Hinweise