Rat und Stadtbezirksräte
23.01.2020 - 7 Klimaschutz mit urbanem Grün: Anlage einer Kurz...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 7
- Sitzung:
-
Sitzung des Grünflächenausschusses
- Zusätze:
- Verantwortlich: Geiger
- Gremium:
- Grünflächenausschuss
- Datum:
- Do., 23.01.2020
- Status:
- gemischt (Sitzung abgeschlossen)
- Uhrzeit:
- 15:00
- Anlass:
- Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 67 Fachbereich Stadtgrün und Sport
- Beschluss:
- ungeändert beschlossen
Wortprotokoll
Herr Loose führt in das Thema ein, erklärt die Begrifflichkeit „Kurzumtriebsplantage“ und erläutert die Vorlagen zu TOP 7. und aufgrund des Zusammenhangs auch zu TOP 8. Zudem berichtet er von der schon umgesetzten Maßnahme einer kleineren Kurzumtriebsplantage in Geitelde. Mit Ausführungen zum „Elefantengras (Miscanthus)“ und den möglichen ökologischen Co-Benefits bei dessen Ernte durch Verarbeitung der Hackschnitzel in Bauziegeln und einem Hinweis zu den einstimmigen Beschlüssen im Rahmen der Anhörungen der betroffenen Stadtbezirksräte übergibt er das Wort für nähere Ausführungen an Frau Weber.
Frau Weber stellt das Konzept und die Planungen der Jahre 2020 und 2021 anhand von Übersichts- und Detailkarten vor. Im Anschluss geht sie genauer auf die beiden in den Vorlagen beschriebenen Maßnahmen an der Helmstedter Straße und im Westpark ein. Sie verweist auf die gute Erreichbarkeit der Flächen, die Stadtnähe und die guten ÖPNV-Anbindungen sowie auf die Anbindung an das Ringgleis im Bereich der Helmstedter Straße. An der Helmstedter Straße ist in der Miscanthus-Fläche die Errichtung eines Rastplatzes mit einer Weidenkuppel beabsichtigt. Im Bereich der Miscanthus-Fläche im Westpark sind dagegen drei grüne Klassenzimmer geplant und es wird zusätzlich eine Fläche für einen Aussichtsturm vorgesehen.
Herr Loose ergänzt, dass der Aussichtsturm optional ist, aber die Idee einer Nutzung der Fläche für Umweltbildung bzw. -erziehung zu den geplanten grünen Klassenzimmern führte. Die Haushaltsmittel zur Pflege der Wege und der Klassenzimmer werden aus dem vorhandenen Budget des Fachbereichs Stadtgrün und Sport bezahlt. Er erläutert zudem noch einmal die Idee des Irrgartens in Form des Braunschweiger Löwen im Westpark. Zudem hebt er zum Vorhaben Helmstedter Straße noch die geplante Einfassung durch Blühstreifen hervor.
Ratsherr Wirtz steht dem Vorhaben sehr skeptisch gegenüber, da er das Elefantengras als nicht heimische Pflanze als problematisch ansieht. Er sieht keine Vorteile für heimische Insekten, Probleme bei der Abnahme des Mähgutes, eine erhöhte Ausbreitungsgefahr der Pflanze und hält eine Monokultur für gefährlich. gegebenenfalls erhöhe sich auch das Infektionsrisiko und die Pflanze bräuchte doch wohl eher sumpfigen Böden, wodurch er die Gefahr von zusätzlichen Wassergängen sieht.
Herr Loose erläutert die Eigenschaften der Miscanthus-Pflanze, u. a. deren hohe CO2-Bindungsfähigkeit, die Trockenheitsverträglichkeit und den bekannten geringen Ausbreitungsdrang der Pflanze. Zudem ist die geplante Märzernte in Kraftwerken und für alternative Baustoffhersteller verwertbar, so dass hier keine Problematiken gesehen werden. Zudem führt er aus, dass es sich um Forschungs- und Entwicklungsvorhaben handelt, dass einen experimentellen Charakter hat.
Protokollnotiz: Ratsherr Wendt verlässt die Ausschusssitzung.
Die Nachfrage zur Wachstumsschnelligkeit der Pflanzen beantwortet Herr Loose mit rd. 2 Metern innerhalb der ersten zwei Jahre. Mit jedem Rückschnitt wächst die Pflanze im Folgejahr höher, bis zu einer Endhöhe von ca. 4 Meter.
Ratsfrau Mundlos bittet die vorgestellten Karten den Ausschussmitgliedern zur Verfügung zu stellen und fragt nach der Bezugsgröße für die Kohlenstoffdioxid-Angabe in der Vorlage. Diese bezieht sich auf einen Hektar (10.000 m²). Nachfragen aus den Reihen des Ausschusses zur geplanten Breite der Wege (ca. 2 bis 2,20 Meter) und den laufenden jährlichen Pflegekosten (gering) werden beantwortet. Ratsherr Dr. Büchs führt aus, dass er Bedenken bzgl. der Miscanthus-Pflanzen zerstreuen kann, da diese nicht invasiv sind und keine Ausbreitung zu befürchten ist. Ebenso sind keine Schädlings- oder Krankheitsprobleme bekannt. Dem pflichtet Herr Dr. Garbe bei und verweist auf eine rd. 20 bis 30-jährige Erfahrung in Deutschland mit der Pflanzenart.
Anlagen zur Vorlage
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
|---|---|---|---|---|---|
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1
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(wie Dokument)
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2,4 MB
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