Rat und Stadtbezirksräte
21.06.2022 - 4.1 Bericht der Unfallkommission zu Fahrradunfällen...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 4.1
- Zusätze:
- Verantwortlich: Leuer
- Datum:
- Di., 21.06.2022
- Status:
- gemischt (Sitzung abgeschlossen)
- Uhrzeit:
- 15:00
- Anlass:
- Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Mitteilung
- Federführend:
- 66 Fachbereich Tiefbau und Verkehr
- Beschluss:
- zur Kenntnis genommen
Wortprotokoll
Herr Gerdinand stellt den Bericht der Unfallkommission zu Fahrradunfällen 2021 vor.
Ratsherr Dr. Plinke regt an, in der Unfallkommission nicht nur Vertreter*innen der Verwaltung und der Polizei, sondern auch Vertreter*innen der Mobilitätsverbände einzubeziehen bzw. die Ergebnisse mit den Mobilitätsverbänden zu diskutieren. Zu den festgestellten Unfallhäufungspunkten bittet er um Auskunft zur weiteren Vorgehensweise.
Herr Gerdinand erläutert in seiner Antwort zunächst die Zusammensetzung der Unfallkommission aus Polizei, die für den Aufgabenbereich Verkehr zuständigen Bereichen der Stadtverwaltung sowie der/dem Radverkehrsbeauftragte/n der Stadtverwaltung. Zur Arbeitsweise legt er dar, dass in der Sitzung der Unfallkommission die Unfallhäufungsstellen vorgestellt werden und die Teilnehmenden nach ihren Lösungsvorschlägen befragt werden. Hier kann es sich u. a. um Verkehrsüberwachung, bauliche Maßnahmen oder um eine Veränderung der Schaltungen von Lichtsignalanlagen handeln.
Stadtbaurat Leuer ergänzt, dass die dringlichsten Verkehrsbereiche von der Unfallkommission prioritär betrachtet werden. Eine Änderung in der Zusammensetzung oder Arbeitsweise der Unfallkommission ist aus seiner Sicht nicht erforderlich.
Zur Nachfrage von Ratsherr Tegethoff zur Unfallhäufungsstelle Rheingoldstraße/Hamburger Straße, ob hier eine Aufpflasterung im Einmündungs-/Querungsbereich zu einer größeren Sicherheit führen könnte, erläutert Herr Gerdinand, dass der hier vorgenommene Austausch von Verkehrszeichen eine Maßnahme ist, die die Verwaltung schnell umsetzen kann. Um eine Aufpflasterung herzustellen, bedarf es hingegen eines wesentlich größeren planerischen Aufwands. Die Unfallkommission ist bestrebt, möglichst schnell eine Verbesserung der Situation zu erreichen. Sollte sich der Unfallschwerpunkt mit dem Austausch des Verkehrszeichens auflösen, konnte mit geringem Aufwand ein großer Nutzen erzielt werden.
Herr Benscheidt ergänzt, dass in dem genannten Bereich die Hauptproblematik durch Radfahrende besteht, die den Radweg ordnungswidrig in Gegenrichtung befahren. Das Fehlverhalten von Radfahrenden ist damit ursächlich. Zuvor wurde bereits eine Hinweis-Beschilderung für den Radverkehr ergänzt.
Statistische Angaben zum Anteil der Pedelecs an den Fahrrädern insgesamt liegen Herrn Gerdinand nicht vor.
Bürgermitglied Schroth verweist auf den vom Rat im Juli 2020 beschlossenen Ziele- und Maßnahmenkatalog „Radverkehr in Braunschweig“ und erinnert an die danach vorgesehene Veröffentlichung des Berichts der Unfallkommission auf der Homepage der Stadtverwaltung.
Darüber hinaus verweist sie auf die Expertise der Mobilitätsverbände. Sie regt an, im Einzelfall die Mobilitätsverbände entsprechend einzubeziehen.
Protokollnotiz: Die beiden bisherigen Berichte der UKo zu Fahrradunfällen wurden auf der städtischen Homepage unter https://www.braunschweig.de/leben/stadtplan_verkehr/radverkehr/uko-fahrradunfaelle.php hinterlegt.
Zur Nachfrage von Ratsherr Volkmann, ob bei der beabsichtigten Überplanung des Knotens Celler Straße/Petritorwall die Erkenntnisse aus der Vergangenheit soweit wie möglich in die Planung übertragen wird, kann Herr Gerdinand aktuell noch keine konkrete Aussage treffen.
Hinsichtlich der rückläufigen Unfallzahlen verweist Herr Gerdinand u.a. auf den aus seiner Sicht inzwischen Wirkung zeigenden Einsatz der Polizei-Fahrradstaffel.
Auf Nachfrage von Bürgermitglied Tokhi erläutert Herr Gerdinand, dass eine statistische Auswertung zum Nutzen der Rotmarkierungen erst mit einem zeitlichen Nachlauf erstellt werden kann. Das durch Pedelecs gestiegenen Geschwindigkeitsniveau der Radfahrenden bestätigt Herr Gerdinand. Eine statistische Auswertung über die gefahrenen Durchschnittsgeschwindigkeiten liegt jedoch nicht vor.
Zur Frage von Bürgermitglied Tokhi, ob der Radverkehr aufgrund höherer Durchschnittsgeschwindigkeiten sinnvollerweise auf der Fahrbahn zu führen ist, verweist Stadtbaurat Leuer auf die durch Gremienbeschluss festgelegten Standards und Planungsgrundsätze für den Radverkehr, die zunächst keine Verlagerung vom Radweg auf die Fahrbahn vorsehen. Grundsätzlich bedarf es hierzu jedoch einer individuellen Betrachtung.
Bürgermitglied Dr. Schröter bezieht sich auf die von Herrn Gerdinand als eine Unfallursache angeführten sog. „Geisterradfahrenden“. Aus Sicht von Bürgermitglied Dr. Schröter ist eine fehlende Querungsmöglichkeit häufig Ursache für dieses Fehlerverhalten. Er fragt, ob die Unfallkommission dies in die Betrachtung mit einbezieht und entsprechende Vorschläge unterbreitet.
Herr Gerdinand bestätigt die Annahme von Bürgermitglied Dr. Schröter. Er weist in Bezug auf Radfahren im Gegenverkehr allerdings darauf hin, dass für eine Freigabe von Radwegen in Gegenrichtung häufig die erforderlichen Breiten der Radwege fehlen. Die Freigabe von zu gering dimensionierten Radwegen in Gegenrichtung führt bei Gegenverkehr in der Konsequenz zum Ausweichen auf den Gehweg und damit zu einer Beeinträchtigung des fußläufigen Verkehrs.
Ratsfrau Kluth dankt den Vertreter*innen in der Unfallkommission für ihre Arbeit, den städtischen Raum entsprechend sicherer zu machen und die Vision von der Unversehrtheit der Mitbürger*innen („Vision Zero“) umzusetzen.
Anlagen zur Vorlage
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
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1
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(wie Dokument)
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2,1 MB
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