Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Auszug

20.04.2023 - 3.3.1 Beratung vor Ort - Das Jobcenter in den Quartieren

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Wortprotokoll

Die Präsentation wird als Anlage beigefügt.

 

Frau Ohnesorge fragt nach, ob und wenn ja, wo es die „Jobfabriken“ in den Quartieren noch gebe und wie deren Erfolgsquote sei.

 

Herr Hornburg teilt mit, es gebe nach wie vor drei „Jobfabriken“. Sie seien erfolgreicher Teil des Neukundenprozesses und würden sich an Personen richten, die sich direkt mit dem Thema Arbeit beschäftigen könnten. Das in Braunschweig etablierte Konzept sei bundesweit übernommen worden. Frau Miehe-Scholz ergänzt, dass die Standorte in der Güldenstraße, am Kohlmarkt sowie hausintern im Jobcenter (Jobschmiede) seien.

 

Frau Jaschinski-Gaus möchte wissen, ob es korrekt sei, dass die Beratungsstandorte danach ausgewählt worden seien, wo voraussichtlich die meisten potenziellen Leistungsempfängern beraten werden müssten. Sie fragt, warum der Süden der Stadt keine stärkere Berücksichtigung erfahren habe und wie lange das Projekt laufen solle. Frau Jaschinski-Gaus bittet im Ausschuss wieder zu berichten. 

 

Frau Miehe-Scholz bestätigt, dass die Standorte anhand des Wohnortes der meisten Beratungskunden ausgewählt worden seien. Personelle Begrenzungen hätten Schwerpunktsetzungen notwendig gemacht. Das Projekt laufe erst an. Eine Evaluation solle nach 6-12 Monaten erfolgen.

 

Herr Baumgart fragt nach, welche berufliche Qualifikation die Berater haben und, ob ein idealer Berater ein Sozialarbeiter wäre.

 

Herr Hornburg teilt mit, dass im Leistungsbereich vorwiegend Verwaltungsmitarbeiter beschäftigt seien. Es gebe hier momentan einen akuten Personalmangel. Bei der Beratung zur Maßnahmenvermittlung habe das Personal sehr diverse Qualifikationen (z. B. Sozialpädagogik, Jura, Politologie). Es gebe daher viele Qualifizierungsmaßnahmen. Die Einarbeitungszeit betrage mindestens ein halbes/ein Jahr. Insgesamt würde mehr Personal benötigt, neuerdings seien vermehrt Psychologen, Psychotherapeuten und Sozialarbeiter notwendig.

Eine pauschale Beantwortung, ob ein Sozialarbeiter ein idealer Berater sei, gebe es nicht. Das Kerngeschäft des Jobcenters sei neben der Beratung vor allem die Vermittlung in Arbeit und hierfür seien diverse Erfahrungen wertvoll. Man betrachte daher immer den Einzelfall. Die Bildung eines Bürgerbeirats sei nach Vorbild des Jobcenters Köln in Planung, um mehr mit den Kunden ins Gespräch zu kommen. Die Planungen sollen ab Mai beginnen.

 

Frau Hillner fragt, ob es korrekt sei, dass mehr als 70 % aller Leistungsempfänger bereits seit über zwei Jahren Leistungen bezögen.

 

Frau Miehe-Scholz bestätigt dies. Herr Hornburg ergänzt, dass die Personen im Leistungsbezug multiple Vermittlungshemmnisse hätten.

 

Frau Ihbe fragt, wie die Nutzung im Bereich Bildung und Teilhabe gesteigert werden könne und welche Gründe es für die geringe Annahme des Angebots gebe.

 

Frau Miehe-Scholz erläutert, dass trotz grundsätzlichem Interesses an den Angeboten, die Antragstellung ein Hemmnis darstelle. Viele Personen hätten grundsätzlich keine Lust Anträge zu stellen. Der Antrag werde als zu kompliziert angesehen. Manche Personen könnten  Anträge nicht stellen oder erwarten einen großen Aufwand b. Die Arbeit in den Quartieren solle hierbei helfen. Bei den Anträge gebe es möglicherweise noch Verbesserungspotenzial.

 

Frau Jaschinski-Gaus fragt nach, ob die Anträge barrierearm und niedrigschwellig formuliert seien.

 

Frau Miehe-Scholz bekräftigt, dass man um eine einfache Sprache bemüht sei und es einfach formulierte Merkblätter gebe.

 

Herr Hornburg ergänzt, dass es auch Personen gebe, die die Angebote nicht nutzen wollen würden. Die Leistungen würden kaum nachgefragt, obwohl das Angebot bekannt sei.

 

Frau Parchem, Frau Koch und Herr Rohde sind ab 15:50 Uhr abwesend.

 

Herr Wendt fragt, ob die Anträge einheitlich seien.

 

Frau Miehe-Scholz bestätigt, dass die Anträge zentral erstellt werden würden. Nur die erwähnten Merkblätter seien vom Jobcenter Braunschweig selbst entwickelt worden. Derzeit würden die Bürgergeldanträge in Bezug auf Barrierefreiheit und leichte Sprache angepasst werden.

 

Herr Hornburg weist ergänzend auf das bereits vorhandene vereinfachte Antragsverfahren im Internet hin. Obwohl auf das Verfahren hingewiesen werde, werde es nur wenig genutzt.

 

Herr Wendt fragt, ob Anträge beispielsweise auch in Sportvereinen ausgelegt werden könnten oder, ob an das Jobcenter verwiesen werden solle.

 

Herr Klockgether weist auf die eben genannte digitale Antragstellung als Möglichkeit in Sportvereinen hin. Ob die Anträge in Sportvereinen ausgelegt werden können, sei unklar.

 

Herr Wendt fragt nach, ob die Antragsfindung im Internet eventuell zu schwierig sei.

 

Herr Hornburg teilt mit, dass der Umgang der Leistungsempfänger mit dem Internet in der Regel gut sei und auch andere Bereiche digital arbeiten würden. Das Antragsverfahren könne auch mit dem Smartphone aufgerufen werden. Warum das vereinfachte Antragsverfahren im Internet wenig genutzt werde, sei unklar. Es werde geschaut wie hier unterstützt werden könne.

 

Frau Ihbe regt an, Hilfen für das gemeinsame Ausfüllen von Anträgen anzubieten.

 

Frau Wolnik fragt nach, ob derzeit Migranten, die nicht aus der Ukraine kommen, beim Jobcenter Beratung suchen würden. Sie fragt weiter, ob die Beratung gut klappe.

 

Frau Miehe-Scholz teilt mit, dass die Anzahl ukrainischer Migranten, stetig sinke. Man berate momentan vermehrt Flüchtlinge aus Syrien. Problematisch seien die sprachlichen Probleme. Dolmetscherpersonal für die ukrainischen Geflüchteten sei noch vorhanden, werde aber zurückgefahren, da nicht für alle Sprachen Dolmetscher vorgehalten werden können. Etabliert hätten sich Dolmetscherhotlines. Diese könnten während eines Gespräches angerufen werden und man erhalte eine simultane Übersetzung.

 

Herr Hornburg, Frau Miehe-Scholz und Herr Baumgart sind ab 16:05 Uhr abwesend.

 

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