Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Auszug

20.04.2023 - 3.1 Bericht der Abteilung Wohnen und Senioren des F...

Beschluss:
zur Kenntnis genommen
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Wortprotokoll

 

Frau Jaschinski-Gaus ist ab 15:04 Uhr anwesend.

 

Herr Klockgether teilt mit, dass die Zahl der Wohnungslosen in Braunschweig gemessen an der Stadtgröße vergleichsweise niedrig sei. Diese Tatsache sei der guten Zusammenarbeit mit den örtlichen Sozialträgern zu verdanken. Der Brandschaden in der Gemeinschaftsunterkunft „An der Horst“ werde derzeit behoben und eine Sanierung der Unterkunft in der Sophienstraße sei geplant.

 

Frau Ohnesorge merkt an, dass die durchschnittliche Aufenthaltsdauer sowie die Problemlagen scheinbar stetig zunehmen würden. Sie fragt nach, welche alternativen Unterbringungsformen angedacht seien. Weiter fragt sie, wie viele Personen das Probewohnen durchlaufen haben und anschließend in eine reguläre Wohnsituation gekommen seien. Sie möchte zudem die Gründe erfahren, warum die Sanierung der Einrichtung „An der Horst“ immer noch nicht abgeschlossen sei.

 

Herr Klockgether erläutert, dass die Sanierung der Unterkunft „An der Horst“ erst nach langer Anlaufzeit habe starten können. Es hätten Versicherungsfragen geklärt werden müssen und es sei im Zuge der Sanierung eine Umstrukturierung der Einrichtung umgesetzt worden. Die Bauverwaltung habe zudem Schwierigkeiten bei der Ausschreibung gehabt. Dezentrales Wohnen werde angestrebt. Eine Gemeinschaftsunterkunft sei aufgrund der Voraussetzungen der Bewohner dennoch notwendig. Er sagt zu, die Zahl aus den Probewohnmaßnahmen gelungenen Wohnungsmarktintegrationen nachzureichen.

 

Protokollnotiz: Es konnten nach Probewohnmaßnahmen aufgrund von Vereinbarungen mit Privatvermietern seit 2017 103 Mietverträge geschlossen werden. Es konnten nach Probewohnmaßnahmen aufgrund von Kooperationsverträgen mit Wohnungsunternehmen seit 1996 277 Mietverträge geschlossen werden.

 

Frau Koch teilt mit, dass alternative Unterbringungsformen für Personen geschaffen werden sollen, die in die vorhandenen Unterbringungsformen nicht eingegliedert werden können. Ansätze anderer Kommunen seien zum Beispiel Unterbringungen in Gartenhäusern oder in Bauwagen. Ein Ergebnis gebe es hierzu noch nicht, da Flächen benötigt und eine menschenwürdige Unterbringung sichergestellt werden müsse.

 

Frau Ihbe bittet neben der Zahl der gelungenen Wohnungsmarktintegrationen auch mitzuteilen, wie lange es dauere bis eine Probewohnmaßnahme in ein reguläres Mietverhältnis mündet.

 

Protokollnotiz: Grundsätzlich dauert eine Probewohnmaßnahme ein Jahr. In Einzelfällen kann es jedoch zu Verlängerungen kommen. Die Maßnahme endet mit Abschluss eines regulären Mietvertrages.

 

Herr Baumgart fragt nach, ob es Planungen gebe, Personen, die aufgrund von Doppeldiagnosen schwer erreichbar sind, durch besonders geschulte Streetworker oder andere Maßnahmen anzusprechen.

 

Frau Koch antwortet, dass es einen Arbeitskreis Streetwork gebe. Die Streetworker würden solche Personen besuchen und es werde versucht, diese Personen an das Hilfesystem anzubinden. Menschen, die keine Hilfe haben möchten, würden immer mal wieder aufgesucht und seien im Blick.

 

Frau Kleinekathöfer bittet darum mitzuteilen, wie die Unterbringung von Menschen mit eingeschränkter Mobilität stattfinde.

 

Herr Klockgether teilt mit, dass für Menschen mit Einschränkungen die Unterkunft in der Sophienstraße zur Verfügung stehe, welche eine engere Betreuung biete. Diese sei aber nicht barrierefrei. Es gebe zahlreiche dezentrale Unterkünfte, die teilweise auch barrierefrei seien. Die Qualität der Unterkünfte sei allerdings durchmischt.

 

Herr Winckler fragt, wo sich die Stelle 50.12 heute befinde und wie die Stelle personell ausgestattet sei. Er bittet außerdem mitzuteilen, ob es Wartezeiten für die Beratung gebe.

 

Herr Klockgether erklärt, dass eine Stelle aus mehreren Personen bestehe und die Stelle Wohnhilfen noch immer in der Naumburgstraße sitze.

 

Frau Koch ergänzt, dass es bei der Stelle derzeit einen personellen Wechsel gebe. Die 4,4 Planstellen der Stelle würden in Kürze voll besetzt werden. Die Stelle sei bemüht die Wartezeiten gering zu halten. Es gebe aufgrund der gegenwärtige politische Lage momentan sehr viele Fälle, wodurch es in Einzelfällen zu Wartezeiten kommen könne. Die Fällen würden nach Dringlichkeit und nicht nach Eingang bearbeitet werden.

 

Frau Ihbe bittet die Verwaltung, zur nächsten Sitzung zu erheben, aus welchen Gründen Frauen in Obdachlosigkeit gerieten und wo sie verbleiben. Sie schlägt eine anonymisierte Befragung der Betroffenen durch Streetworker vor, um evaluieren zu können, welche Hilfen benötigt werden und wie die Präventionsarbeit insgesamt verstärkt werden könne und der Rat helfen könne.

 

Herr Klockgether antwortet, dass das Thema auch für die Verwaltung im Fokus liege und es  seit zwei Jahren eine Beratungsstelle für Frauen in der Wohnungslosigkeit gebe. Der Beratungsstelle stehe eine Wohnung zur Verfügung, die als Notwohnung genutzt werden könne. Er betont ferner, dass es bei Frauen häufiger eine versteckte Wohnungslosigkeit gebe, da diese häufiger bei Dritten unterkämen. Herr Klockgether sichert zu, die Möglichkeiten für eine Verstärkung der Präventionsarbeit zusammen mit den Informationen zur Obdachlosigkeit von Frauen vorzustellen. Die Verwaltung sei bei der Präventionsarbeit gut aufgestellt. Problematisch sei eher die mangelnde Mitwirkung der Betroffenen.

 

Frau Ihbe bittet zusätzlich darum in der nächsten Sitzung über Erfahrungen zu berichten, warum Menschen Hilfen nicht annehmen und wie geholfen werden könne.

 

Die Mitteilung wird zur Kenntnis genommen.

 

Der Tagesordnungspunkt 3.3.1 wird auf Vorschlag von Frau Ihbe an dieser Stelle vorgezogen.

 

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