Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Auszug

14.06.2023 - 16.7 Mündliche Anfragen

Reduzieren

Wortprotokoll

Ratsfrau Mundlos informiert über ihre der Verwaltung im Vorfeld dieser Sitzung übermittelten Fragen zum Baugebiet Wenden-West, 1. BA:

 

Frage 1: Was ist die Ursache für diese „Wasseransammlungen“ seit April/Mai (3 Fotos vom 21.05.2023, eins vom 12.06.2023), die trotz anhaltender Trockenheit kaum zurückzugehen scheinen? 

 

Frage 2: Es heißt inzwischen, dass etliche Interessenten bereits abgesprungen seien aufgrund dieser Situation und daraus resultierender erhöhter Baukosten (nur mit Wanne bauen). Welche Auswirkungen hat das auf das Gewerbegebiet und auf das Wohngebiet sowie die geplante Infrastruktur wie z.B. Kita, Senioreneinrichtung und Spiel- und Jugendplätze?

 

Frage 3: Welche Maßnahmen werden ergriffen, um das Problem zu lösen und erhebliche Verzögerungen bei der weiteren Umsetzung - womöglich auch bei der Sperrung der Veltenhöfer Straße - zu vermeiden? 

 

Herr Schmidbauer beantwortet die Fragen wie folgt:

 

Zu 1: Aktuell finden Tiefbauarbeiten (Kanalbau) in bis zu 8 Meter Tiefe statt, also unterhalb des Grundwasserspiegels (je nach Bereich ca. 3 m Tiefe) statt. Um die Arbeiten auszuführen ist somit notwendig das Wasser aus dem Baubereich zu verdrängen. Dies geschieht über eine Wasserhaltung (Pumpen). Das Wasser wird planmäßig u.a. an anderen Bereiche der Baustelle abgeleitet. Durch Störung oder Havarie der Wasserhaltung kann es zu noch höhere Aufstauung kommen (wie zuletzt am Wochenende durch Fremdeinwirkung getrennte Schlauchverbindungen der Fall). Hieraus ist weder ein Problem für den Baugrund noch für den Bauablauf entstanden.

 

Zu 2: Erkenntnisse dazu, dass Interessenten abgesprungen sind, liegen weder der Bauverwaltung noch der Grundstücksgesellschaft Braunschweig (GGB) vor. Da die vorgefundene Boden- und Grundwasserverhältnisse den Gutachten und Erkenntnisse aus der Planung entsprechen, sind durch die baubedingte Wasserhaltung keine Auswirkungen auf die geplante Infrastruktur zu erwarten. Die einzelnen Vorgaben zur Abdichtung der Gebäude müssen durch die jeweiligen Hochbauplaner gemäß des zu erstellenden Baugrundgutachtens für das jeweilige Baufeld konkretisiert werden. Was die Verkehrsflächen angeht, sind die Regenwasserkanäle die aktuell gebaut werden entsprechend der (nach wie vor belastbaren) Planungsgrundlagen konzipiert.

 

Empfohlen werden im Plangebiet grundsätzlich Maßnahmen zur Abdichtung der Gebäude. Im Umweltbericht zum B-Plan WE62 steht hierzu: „Die Baurunduntersuchung ergab, dass der Baugrund überwiegend aus Sand und Kies mit lokalen Einlagerungen von Geschiebelehm und Geschiebemergel besteht. Es liegen insgesamt günstige Baugrundverhältnisse vor. Bei diesen können Flachgründungen eingeplant werden. Trotz der relativ tiefen Lage des Grundwasserspiegels muss bei der Planung von Maßnahmen zur Abdichtung der Gebäude von einer zeitweisen Beanspruchung durch aufstauendes Wasser ausgegangen werden.“ Im Gutachten BGA 2019 wird außerdem festgestellt: „Die vorliegende generelle Beurteilung der Baugrundverhältnisse stellt keinen Ersatz für objektbezogene Erkundungen und Beurteilungen dar. Diese sind bei den hier vorliegenden Verhältnissen zwingend notwendig.

 

Zu 3: Aus der Wasserhaltung ergeben sich aktuell keine Verzögerungen. Ein Problem im eigentlichen Sinne liegt nicht vor. Die Flächen, die Wasserstau vorweisen, werden gemäß regulärem Bauablauf in etwa sechs bis acht Wochen wieder trocken sein.

 

Ratsfrau Mundlos bittet darüber hinaus um Auskunft, ob die Veltenhöfer Stre bis Ende des Jahres wieder freigegeben werden kann.

 

Stadtbaurat Leuer sagte hierzu eine Klärung im Nachgang der Sitzung zu.

 

Protokollnotiz: Der Zeitplan sieht wie geplant die Freigabe Ende September/Anfang Oktober 2023 weiterhin vor. Allerdings gibt es noch zwei Problemlagen, die zu lösen sind. Es wird mit Hochdruck an Lösungen gearbeitet, um den Termin nicht zu gefährden. Dennoch sind gewissen Unwägbarkeiten nie ganz ausgeschlossen.

Erläuterungen und Hinweise