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05.10.2023 - 3.1 Vorstellung von Frau Prof. Dr. Dimke, Präsident...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 3.1
- Datum:
- Do., 05.10.2023
- Status:
- öffentlich (Sitzung abgeschlossen)
- Uhrzeit:
- 15:00
- Anlass:
- Sitzung
- Beschluss:
- zur Kenntnis genommen
Wortprotokoll
Ausschussvorsitzender Böttcher erteilt Frau Prof. Dr. Dimke, Präsidentin der Hochschule für Bildende Künste (HBK) Braunschweig, das Wort.
Frau Prof. Dr. Dimke stellt die Struktur und Ziele der HBK vor.
Zurzeit umfasse die HBK sechs Institute: Institut FREIE KUNST; Institut Performative Praxis, Kunst und Bildung; Institut Visuelle Kommunikation; Institut für Designforschung; Institut für Kunstwissenschaft und Institut für Medienwissenschaften. Es handle sich um eine besondere Zusammenstellung von Instituten, mit denen alle relevanten Themenfelder abgedeckt würden. Die Studierendenzahlen an der HBK gingen, anders als an anderen Hochschulen und Universitäten, nicht zurück, sondern stiegen leicht an.
Man habe den Bereich Kunst komplett neu aufgestellt und hierzu fünf neue Professorinnen und Professoren berufen. Die Kunst- und Medienwissenschaften sowie das pädagogische Element, also die Ausbildung von Lehrkräften, seien besonders stark vertreten. Man arbeite an der Sparte der Sonderpädagogik sowie an einem weiteren Bereich „Design“; für letzteren sei eine Kommission einberufen worden und es sei in zwei bis drei Jahren voraussichtlich mit einem Ergebnis zu rechnen. Die HBK sei bekannt für ihre sehr gute Ausstattung; so werde in der kommenden Woche ein neuer Atelierbau begonnen.
Die HBK solle auf die Region ausstrahlen; man wolle mit dem eigenen Wirken in die Gesellschaft hineinreichen. Ziel sei es, integrativ und innovationsstiftend zu wirken. Ein Element davon sei die besondere Teilhabe der Studierenden. So werde beispielsweise am 21. Oktober 2023 erneut die Ausstellung der Meisterschülerinnen und Meisterschüler der HBK in 2023 im Kunstverein Braunschweig ausgestellt. Ein weiteres Beispiel seien die zuletzt 40 professionellen Führungen (Rundgänge) in der HBK, die unter der Teilnahme von ca. 400 Mitarbeitenden durchgeführt worden seien. Daneben sei das Filmfest Braunschweig, das 1987 von Studierenden der HBK gegründet worden sei, eine kulturelle Instanz in Braunschweig.
Großes Ziel der HBK sei die Ausstrahlung auf die Region und das Hineinreichen in die Gesellschaft. So wolle man sich zukünftig auch mit der Klimakrise beschäftigen. Eine Idee der Studierenden sei, eine Klimaschutzkommission aus dem Senat heraus zu bilden. In diesem Kontext sei eine öffentliche Veranstaltung geplant. Auch sei der Bau von Photovoltaik-Anlagen auf den Gebäudedächern der HBK geplant.
Ausschussvorsitzender Böttcher bedankt sich bei Frau Prof. Dr. Dimke für den Vortrag eröffnet die Möglichkeit für das Plenum, Nachfragen zu stellen.
Herr Dr. Eckhardt (Bürgermitglied) fragt, ob die HBK noch Kontakte zur Industrie pflege, beispielsweise aus dem Designbereich heraus.
Frau Prof. Dr. Dimke bestätigt dies. Es sei eine wichtige Aufgabe der Kommission des neu auszubauenden Bereiches „Design“, die Industrie in dieser Neugestaltung mitzudenken.
Ratsfrau Glogowski-Merten bekundet ihre Zufriedenheit darüber, dass der Klimaschutz zukünftig als Thema an der HBK behandelt werde, und dass auch andere zukunftsbezogene Themen wie beispielsweise die Künstliche Intelligenz (KI) Teil des Spektrums seien. Sie fragt, wie solche Themen zukünftig fortgeführt würden und wann mit dem Abschluss des erwähnten Atelierbaus zu rechnen sei.
Frau Prof. Dr. Dimke antwortet, das Thema KI werde bereits von den Studierenden und den Professorinnen und Professoren in der Ausbildung mit bedacht. Wichtiges Ziel sei es, die Verwaltung der HBK zu digitalisieren und den Einzug in die Wissenschaften voranzutreiben. Sie antwortet weiter, der Abschluss des Atelierbaus sei derzeit für das Jahr 2025 vorgesehen; es sei aber unklar, ob diese Datum eingehalten werden könne.
Ratsfrau Göring fragt, was genau für die Entwicklung der Sparte der Sonderpädagogik geplant sei.
Frau Prof. Dr. Dimke erläutert, die Sparte befände sich noch in der Entwicklungsphase. Ziel sei es, dass Studierende der Sonderpädagogik den künstlerischen Abschnitt des Studiums in Braunschweig absolvieren können. Der Prozess dazu sei bereits angestoßen worden. Das Studium der Sonderpädagogik könne dann grundsätzlich an der Leibniz Universität Hannover absolviert, die Kunstmodule hingegen an der HBK abgeschlossen werden, die die Universität Hannover nicht anbiete.
Ratsherr Glogowski äußert seine Freude darüber, was Frau Prof. Dr. Dimke in ihrer Zeit als Präsidentin der HBK bereits erreicht habe. Die HBK sei essentieller Teil der Stadt Braunschweig. Im fehle jedoch ein engerer Kontakt der HBK zur Stadtverwaltung. Er fragt, wie man eine effektivere Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und der HBK organisieren könne und ob beispielsweise eine innovationsstiftende, angepasste Wirtschaftsförderung angemessen sei. Er fragt weiter, ob es Möglichkeiten der Kooperationen im Rahmen des Hansetages gebe.
Frau Prof. Dr. Dimke bejaht, es brauche ein Miteinander, beispielsweise in Form von regelmäßigen Treffen, die einen kontinuierlichen Dialog ermöglichten. Die HBK sei vor allem eine Hochschule und Bildungseinrichtung. Es liege daher nicht in ihrer Verantwortung, diesen Prozess zu steuern.
Ratsfrau Schütze kritisiert, es gebe zu wenig Galerien für die Vermarktung und den Verkauf von Kunst in Braunschweig. Sie fragt, ob dies von Frau Prof. Dr. Dimke auch als problematisch eingeschätzt werde und ob sich damit begründen ließe, dass die Absolventinnen und Absolventen der HBK nach dem Studium die Stadt verließen.
Frau Prof. Dr. Dimke antwortet, die Kunstszene bestünde nicht nur aus der Produktion von Kunstgegenständen. Studierende, die nach ihrem Abschluss in Braunschweig bleiben wollten, bräuchten vor allem eine Infrastruktur, also Ausstellungsräume und Ateliers, in denen sie nach dem Studium wirken könnten. Wünschenswert seien Synergien zwischen Kunst und Handwerk bzw. Handwerksbetrieben zum Zwecke der Schaffung einer solchen Infrastruktur. Die HBK könne dies nicht allein leisten. Die geplante Sparte des „Design“ der HBK könne neue Arbeitsplätze für Studierende bzw. Absolventinnen und Absolventen in Braunschweig schaffen.
Ausschussvorsitzender Böttcher regt an, der AfKW könne beizeiten einmal in der HBK tagen, um diese als Institution besser kennenzulernen. Frau Prof. Dr. Dimke stimmt dem zu.
