Rat und Stadtbezirksräte
08.03.2024 - 9.4 Mündliche Anfragen
Grunddaten
- TOP:
- Ö 9.4
- Gremium:
- Umwelt- und Grünflächenausschuss
- Datum:
- Fr., 08.03.2024
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 15:04
- Anlass:
- Sitzung
Wortprotokoll
Ratsherr Wendt bringt eine mündliche Anfrage zum Pflegezustand des Bolzplatzes Bärenkamp im Stadtbezirk 112 Wabe-Schunter-Beberbach ein. Herr Loose sagt zu, über den aktuellen Sachstand im Rahmen einer Mitteilung ggf. auch außerhalb der Sitzungsfolge zu berichten. Herr Kühn bittet darum, den Stadtbezirksrat ebenfalls zu informieren.
Frau Wanzelius bringt als mündliche Anfrage ein, warum im Rahmen der Erweiterung der Ricarda-Huch-Schule keine Ausgleichsfläche für das Engagement der Schüler*innen zur Verfügung gestellt wurde und bittet um die Einrichtung eines entsprechenden Tagesordnungspunktes in der nächsten Sitzung. Stadtrat Herlitschke verweist auf die Abstimmung mit der Schulleitung sowie auf den Abwägungsprozess zwischen Schulbedarf und Umweltbelangen, der hierzu stattgefunden hat.
Protokollnotiz: Ratsfrau Arning verlässt um 16:54 Uhr die Sitzung. Ratsherr Möller verlässt um 17:00 Uhr die Sitzung.
Zur Sitzung liegt eine Einwohneranfrage vor. Ausschussvorsitzender Ratsherr Jonas begrüßt den anwesenden Herrn Heine und bittet ihn, seine Anfrage vorzubringen.
Herr Heine stellt folgende Einwohneranfrage:
Der Bereich Kleine Mittelriede und Schölke im Alt-Petritor ist auf Grund seiner Hochwassergefährdungslage bekannt. Bei den Hochwasserereignissen war das Hochwasserbecken gut gefüllt und Flächen überflutet. Bei 1 mm Niederschlag steigt das Grundwasser im Gebiet um 6mm. Im letzten Jahr sind rund 1000 l Niederschlag ohne Starkregenereignis im Alt-Petritor gefallen. Erste Frage: In den Becken sinken bei steigendem Grundwasser Wassertiefe und Oberflächenauffangvolumen ab. Wurde das bei der Auslegung berücksichtigt? Nebenfrage: Reicht das Fassungsvermögen bei Grundwasserhöchststand und einem HQextrem Ereignis aus? Das Oberflächenwasser im Westen Braunschweigs wird über Schölke und Mittelriede abgeleitet. 2. Frage: Was wird zum Verbessern des Abflussverhaltens der Schölke geplant (Renaturierung)?
Auf die Einwohneranfrage antwortet Stadttrat Herlitschke wie folgt:
Anmerkung zur Einleitung: Es gibt kein festes Verhältnis zwischen der Niederschlagshöhe und dem Grundwasseranstieg. Das Jahr 2023 war sowohl hinsichtlich der Jahresmenge von ca. 1000 mm - im Mittel sind es 640 mm - als auch in Bezug auf ein einzelnes Starkregenereignis extrem. Der Starkregen vom 22.06.2023 hatte in Teilen des Stadtgebietes eine Widerkehrwahrscheinlichkeit von mehr als 100 Jahren.
Zu Frage 1: Entscheidend für die volle Funktion des HWRB ist das Zusammenspiel zwischen den über einen längeren Zeitraum vorherrschenden Wasserständen in der Kleinen Mittelriede und dem Grundwasserstand. Das Becken ist bei langanhaltender hoher Wasserführung der Kleinen Mittelriede und gleichzeitigem Grundwasserhochstand vorgefüllt. Solche Verhältnisse sind im hydrologischen Winterhalbjahr zu erwarten. Zu dieser Zeit sind der Verwaltung bislang keine bedenklichen Überflutungen der Schölke und der Kleinen Mittelriede östlich der Feldstraße bekannt.
Das Hochwasserrückhaltebecken hat die Aufgabe, die kleine Mittelriede bei kurzen extremen Abflussereignissen zu entlasten, wie sie zum Beispiel in den Jahren 2002, 2013, 2020 und 2023 beobachtet wurden. Solche Ereignisse finden in der Regel ab Mai, d.h. im hydrologischen Sommerhalbjahr statt. Ein Aufeinandertreffen von hohen Grundwasserspiegeln, langanhaltender hoher Wasserführung und einem unmittelbar folgenden Starkregenereignis ist bei der Bemessung nicht berücksichtigt worden, weil es extrem unwahrscheinlich ist.
Zur Nebenfrage: Grundsätzlich reicht das Fassungsvermögen bei Grundwasserhöchststand und einem HQextrem Ereignis aus. Wenn sich allerdings eine langanhaltende hohe Wasserführung der Kleinen Mittelriede mit gleichzeitigem Grundwasserhöchststand und ein kurzzeitiges extremes Regenereignis, das zu einem HQ extrem der Kleinen Mittelriede führt, überlagern, muss dies verneint werden. Es ist nicht möglich und auch nicht sinnvoll, eine absolute Sicherheit für die Überlagerung aller denkbaren kritischen Situationen zu schaffen.
Zu Frage 2: Das Abflussverhalten der Schölke wird durch die Gewässerunterhaltung gesichert. Nach dem Starkregenereignis am 13.Juni 2020 wurde die Gewässerunterhaltung an den damals bekannt gewordenen Problemstellen (Bereiche von Durchlässen und Verrohrungen) nochmals optimiert. Bauliche Maßnahmen zur Verbesserung des Abflussverhaltens sind zurzeit nicht geplant.
Die Stellungnahme wird im Nachgang an die Sitzung schriftlich Herrn Heine zur Verfügung gestellt.
