Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Auszug

21.01.2025 - 3.2 Vorstellung der Arbeit der Ehrenamtlichen im St...

Beschluss:
zur Kenntnis genommen
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Wortprotokoll

Herr Schaper stellt sich als Erster Sprecher der Ehrenamtlichen im Städtischen Museum Braunschweig vor. Er bedankt sich für die Einladung durch Kulturdezernentin Frau Prof. Dr. Hesse. Anlass für eine Vorstellung im Ausschuss sei die Sorge ob der mangelhaften Ausstattung des Städtischen Museums Braunschweig im Altstadtrathaus, insbesondere vor dem Hintergrund anstehender Anlässe wie der Hansetag 2027 in Braunschweig oder das 1.000-jährige Stadtjubiläum in 2031. Herr Schaper zeigt im Weiteren eine Präsentation, die dem Protokoll anhängt.

Für das Städtische Museum Braunschweig seien im Altstadtrathaus ca. 85 Ehrenamtliche aktiv, die meisten davon seien Rentnerinnen und Rentner. Viele Ehrenamtliche seien parallel, neben ihrem Engagement, auch Mitglieder des „Verein Freunde des Städtischen Museums Braunschweig e.V.“ und unterstützen die Museumsarbeit finanziell.

Die Ehrenamtlichen führten Touristinnen und Touristen, Schulklassen, Einheimische, Betriebsgruppen und Organisationen durch das Altstadtrathaus, und zwar kostenlos von dienstags bis sonntags mit täglich vier Führungen. Es sei ein Alleinstellungsmerkmal unter deutschen Museen, dass die gesamte Arbeit in den Ausstellungsräumen des Altstadtrathauses durch Ehrenamtliche geleistet werde.

Neben positiver Rückmeldung zu den Führungen und „Schätzen“ in der Ausstellung zur Stadtgeschichte gebe es von den Gästen auch immer wieder Kritik zur mangelhaften, technischen Ausstattung. Die Ehrenamtlichen hätten zusammen mit der Leitung des Städtischen Museums Braunschweig entschieden, bestimmte Elemente im „Reparaturstatus“ selbst auszubessern, während andere Elemente größerer Umbaumaßnahmen bedürften.

Herr Schaper zeigt Beispiele für technische Mängel sowie notwendige Änderungen im Konzept der Ausstellung, die infrastrukturelle Umbauten notwendig machten. So seien derzeit viele Dinge ohne inhaltlichen Zusammenhang dargestellt. Solche Zusammenhänge müssten herausgearbeitet und abgebildet werden. Er weist auf Unterstützungsbedarfe für solche Verbesserungen hin. Er wisse um die finanzielle Lage der Stadt Braunschweig, jedoch müsse sich die Ausstellung zur Stadtgeschichte beispielsweise zum 1.000-jährigen Stadtjubiläum angemessen repräsentieren. Hierfür müsse ein museumspädagogisches Konzept erstellt werden; beispielsweise könne man die Stadtgeschichte anhand eines Zeitstrahles darstellen, wofür die Räumlichkeiten im Altstadtrathaus aber nicht geeignet seien; oder es könnten stattdessen Schwerpunkte der Stadtgeschichte dargestellt werden.

 

Ratsherr Böttcher fragt vor dem Hintergrund anstehender Großereignisse (darunter der Tag der Niedersachsen 2026 in Braunschweig), der benannten Defizite und möglicher, alternativer Konzepte, welche Unterstützungsbedarfe konkret bestünden.

Herr Schaper verweist darauf, dass er nicht für die Leitung des Städtischen Museums Braunschweig sprechfähig sei. Er wisse jedoch davon, dass an Konzeptansätzen und der Ermittlung der Umsetzungskosten gearbeitet werde. Die Ehrenamtlichen stünden der Museumsleitung für eine Unterstützung zur Verfügung. Im Rahmen einer schrittweisen Veränderung böte es sich an, anlässlich des Hansetages 2027 die Epoche des Mittelalters in Braunschweig neu abzubilden.

 

Frau Blümel (Bürgermitglied) fragt, warum sich die Ehrenamtlichen mit ihrem Anliegen nicht an die Leitung des Städtischen Museums Braunschweig wendeten.

Herr Schaper antwortet, die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Städtischen Museum Braunschweig sei beschränkt. Bei den Ausstellungsräumen im Altstadtrathaus handele es sich um ein komplettes zweites Haus des Museums.

 

Ratsfrau Dr. Flake dankt den Ehrenamtlichen für ihren Einsatz. Sie erinnert an die drohende Schließung des Museumsteiles im Altstadtrathaus, die allein durch das Engagement der Ehrenamtlichen abgewendet werden konnte. Es bedürfe neuer Konzepte für die Ausstellung. Eine Schwierigkeit stelle der Umstand dar, dass der Doppelhaushalt 2025/26 bereits beschlossen sei.

 

Ratsherr Flake erinnert an die Vorgeschichte des Museumsteils im Altstadtrathaus. Im Jahr 2001/2002 habe es einen Beschluss zur Einsparung gegeben, der die Schließung dieses Teiles des Städtischen Museums Braunschweig vorgesehen habe. Die Ehrenamtlichen hätten den Museumsteil durch ihr Engagement gerettet. Man habe im Kulturausschuss die weitere Entwicklung verfolgt. Im Museum im Altstadtrathaus begönnen und endeten viele Stadtführungen; es sei ein Museum mit hoher Besucherfrequenz. Die Stadtgeschichte Braunschweigs sei nur in diesem Haus des Städtischen Museums Braunschweig abgebildet, weshalb es unbedingt zu erhalten sei. Die Ratsfraktionen seien vor Ort gewesen; eine Neukonzeption sei, insbesondere zu Anlässen wie der Tag der Niedersachsen 2026, der Hansetag 2027 oder das 1.000-jährigen Stadtjubiläum in 2031, dringend angezeigt. Er bedankt sich bei den Ehrenamtlichen für ihre Arbeit, sichert die Unterstützung durch die SPD-Fraktion zu und bittet die Verwaltung um eine Perspektive.

 

Ratsfrau Schütze schließt sich dem an. Man habe sich bei der Neugestaltung des Städtischen Museums Braunschweig dafür entschieden, die Stadtgeschichte nicht im Haupthaus am Löwenwall abzubilden. Ohne die Arbeit der Ehrenamtlichen in den Ausstellungsräumen im Altstadtrathaus wäre die Stadtgeschichte Braunschweigs nicht mehr abgebildet. Diese sei jedoch vielseitig und identitätsstiftend, allein schon, weil sie sich im Stadtbild widerspiegele. Sie dankt Herrn Schaper für die Schilderung der Situation und schließt sich ihren Vorrednerinnen und -rednern an, dass spätestens bis zum 1000-jährigen Stadtjubiläum in 2031 Handlungsbedarf gegeben sei. Es brauche Geld, professionelle Ausstattung und ehrenamtliche Arbeit. Sie sehe den Kulturausschuss in der Pflicht; die entsprechenden Mittel müssten in den Haushalt eingestellt werden. Da es sich um bauliche Veränderungen handele, müsse man davon ausgehen, entsprechend Zeit zu investieren.

 

Ratsfrau Kaphammel kommentiert, die vorangegangenen Ausführungen seien im Sinne der CDU-Ratsfraktion. Die Defizite seien bei der Führung durch die Ausstellungsräume im Altstadtrathaus deutlich geworden. Man unterstütze die Erarbeitung neuer museumspädagogischer Konzepte und deren Umsetzung. Wünschenswert sei eine personelle Unterstützung aus dem Haupthaus des Städtischen Museums am Löwenwall.

 

Ratsfrau Glogowski-Merten stimmt Ratsfrau Kaphammel zu. Es sei wünschenswert, wenn der Leiter des Städtischen Museums Braunschweig, Herr Dr. Joch, in einer der kommenden AfKW-Sitzungen viele noch offene Fragen beantworten könnte.

 

Herr Dr. Eckhardt (Bürgermitglied) kommentiert, der Prozess beginne heute mit dem politischen Bekenntnis zur Unterstützung; im Weiteren sei dann die Verwaltung gefragt. Da der Doppelhaushalt 2025/26 bereits verabschiedet worden sei, könne man derzeit nur auf die finanzielle Unterstützung durch eventuelle Spenden oder die Akquise von Drittmitteln hoffen. In jedem Fall bedürfe es eines Konzeptes für eine Umgestaltung.

 

Herr Prof. Dr. Biegel (Bürgermitglied) hebt die Besonderheit hervor, dass der Teil des Städtischen Museums Braunschweig im Altstadtratshaus rein durch die Arbeit von Ehrenamtlichen getragen werde. Pläne zu Veränderungen müssten im Kreise des Städtischen Museums Braunschweig besprochen werden.

Er erinnert an den musealen Startpunkt im Jahr 1990, als zusammen mit dem Staatstheater Braunschweig eine landesgeschichtliche Ausstellung zu 300 Jahren Theater in Braunschweig gezeigt wurde. Das 1.000-jährige Stadtjubiläum in 2031 sei ein gebotener Anlass für die Ehrenamtlichen, die Neukonzeption der Ausstellung zur Stadtgeschichte zu unterstützen.

 

Frau Prof. Dr. Hesse (Dez. IV) erinnert an die drohende Schließung und den intendierten Verkauf des Altstadtrathauses. Die Lösung, dass dieses Haus allein durch die Arbeit von Ehrenamtlichen getragen werde, sei in Deutschland einmalig.

Sie antwortet auf Ratsherrn Flake, zum 1. März 2025 werde ein Volontär angestellt, der zusammen mit den Ehrenamtlichen die Neukonzeption erarbeiten werde. Die Verwaltung werde diesen Prozess eng begleiten. Sie habe bereits in der Runde der Ehrenamtlichen angeregt, die Ehrenamtlichen könnten andere Museen bereisen, um Beispiele für museumspädagogische Konzepte in Erfahrung zu bringen. Die Verwaltung sei über die Problematiken im Bilde und im engen Austausch mit den Ehrenamtlichen.

 

Ratsfrau Schütze fragt nach der zeitlichen Planung, welche weiteren Schritte bis zum 1.000-jährigen Stadtjubiläum 2031 geplant seien, und inwiefern dieser Prozess durch den AfKW begleitet werden solle.

Frau Prof. Dr. Hesse verweist auf die Präsentation von Herrn Schaper. Die Leitungen des Städtischen Museums und des Stadtarchives Braunschweig müssten zusammen mit den Ehrenamtlichen grundsätzliche Entscheidungen zur Konzeption und zu den Exponaten einer Ausstellung zum 1.000-jährigen Stadtjubiläum fällen. Vor der Sommerpause sollten die Leitungen des Städtischen Museums und des Stadtarchives Braunschweig, der neuangestellte Volontär und Herr Schaper dem AfKW zum Sachstand berichten. Das Konzept sollte bis zur Anmeldung von Mittel für den neuen Doppelhaushalt 2027/28 Anfang des Jahres 2026 fertig gestellt sein.

Ratsherr Böttcher begrüßt den Vorschlag von Frau Prof. Dr. Hesse bzgl. einer Sachstandsmeldung im AfKW.

 

Ratsfrau Blümel bedankt sich ebenfalls bei den Ehrenamtlichen für ihre Arbeit. Sie fragt, ob diese nicht personelle Unterstützung bräuchten.

Herr Schaper erwidert, die Stärke der Ehrenamtlichen liege im fundierten Wissen über die Geschichte Braunschweigs.

Frau Prof. Dr. Hesse ergänzt, eine Mitarbeiterin des Städtischen Museums Braunschweigs koordiniere die Einsätze der Ehrenamtlichen. Diese Stelle sei als Wertschätzung und Unterstützung der Ehrenamtlichen durch die Verwaltung zu verstehen.

 

Ratsfrau Kaphammel fragt, ob die Verwaltung über den Sachstand berichten werde, und ob ein beispielsweise interfraktioneller Antrag im AfKW sinnvoll sei.

Frau Prof. Dr. Hesse erwidert, die Verwaltung werde regelmäßig berichten. Der Verwaltung sei der politische Wille deutlich geworden; ein interfraktioneller Antrag sei jedoch sicher hilfreich. Sie gehe davon aus, dass Mittel i.H.v. 400.000 bis 500.000 Euro in die Neukonzeption und Umgestaltung des Altstadtrathauses investiert werden müssten.

 

Herr Schaper dankt dem Ausschuss für die Zustimmung und betont, der Erhalt des Teils des Städtischen Museums Braunschweig im Altstadtratshaus liege den Ehrenamtlichen am Herzen.

 

Es liegen keine weiteren Wortbeiträge vor. Die Mitteilung wird zur Kenntnis genommen.

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