Rat und Stadtbezirksräte
05.02.2025 - 3.2 Präsentation zum Sachstand B-Planverfahren Raut...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 3.2
- Gremium:
- Ausschuss für Planung und Hochbau
- Datum:
- Mi., 05.02.2025
- Status:
- gemischt (Sitzung abgeschlossen)
- Uhrzeit:
- 15:02
- Anlass:
- Sitzung
- Beschluss:
- zur Kenntnis genommen
Wortprotokoll
Stadtbaurat Leuer führt in die Mitteilung ein. Er weist darauf hin, dass die Themen „Feuerwehrhaus“ und Sporthalle“ erst zu einem späteren Planungszeitpunkt behandelt werden können.
Herr Mollerus stellt den aktuellen Stand im Bebauungsplanverfahren Rautheim-Möncheberg anhand einer Präsentation dar.
Ratsfrau Jalyschko hebt positiv die Einbeziehung der Fachgutachten hervor. Sie hätte sich allerdings eine klarere Darstellung der städtebaulichen Änderungen im Vergleich zu früheren Planungen gewünscht. Zudem weist sie daraufhin, dass der Stadtbahnausbau im Gleichklang mit dem Baugebiet erfolgen sollte.
Herr Mollerus führt aus, dass sich der Städtebau nicht grundsätzlich verändert hat, sondern lediglich Wünsche aus dem Stadtbezirk einbezogen wurden. Beispielhaft nennt er die Anpassung der Geschosshöhen, um den Übergang zwischen den Neubauten und den bestehenden Gebäuden abzuschwächen.
Stadtbaurat Leuer bestätigt die von Ratsfrau Jalyschko angesprochene zeitliche Abhängigkeit der beiden Projekte, teilt jedoch mit, dass keine monatsscharfe Prognose möglich ist. Im besten Falle soll der Bebauungsplan am Ende des Jahres aufgestellt sein.
Ratsherr Jonas stellt Nachfragen zu den Kapazitäten bei der Ver- und Entsorgung mit Strom, Wärme und Abwasser, sowie zur Finanzierung der Quartiersgaragen.
Laut Herrn Mollerus gibt es von der BS|ENERGY, Braunschweiger Versorgungs-AG & Co. KG (BS|Energy) die Zusage, das Gebiet mit Fernwärme versorgen zu können. Hinsichtlich der Schmutzwasserentsorgung sind keine Problemlagen im Rahmen der Behördenbeteiligung festgestellt worden. Die Quartiersgaragen bieten Lademöglichkeiten und sollen auch den ruhenden Verkehr der Anwohnenden aufnehmen. Es wird jedoch keine Zuordnung einer bestimmten Ladesäule zu einer Wohneinheit geben. Hinsichtlich der Finanzierung der Quartiersgaragen gibt es einen Investitionszuschuss aus einzelnen Baufeldern heraus; die Trägerschaft ist noch nicht abschließend geklärt.
Hinsichtlich der Entwässerung erklärt Stadtbaurat Leuer, dass diese noch nicht im letzten Detail geklärt ist. Durch neue Verfahrensweisen können Kläranlagen in Zukunft größere Kapazitäten verarbeiten, sodass der Bedarf gedeckt werden kann.
Auf die Nachfragen von Ratsherrn Behrens erklärt Herr Mollerus, dass die Gebäude 1 – 4-geschossig sein werden. Der motorisierte Individualverkehr kann aufgrund der Größe des Wohngebiets und der zu erreichenden Nahversorger nicht außen um das Gebiet verlaufen. Die in zwei Quartiersgaragen aufgeteilten insgesamt ca. 1.000 Stellplätze stehen nicht nur den Wohneinheiten, sondern auch dem Nahversorger und Wohnergänzungsnutzungen (z. B. Bäcker, Friseur, Apotheke) zur Verfügung. Vor den Wohneinheiten wird es nur in Ausnahmenfällen Stellplätze geben.
Bürgermitglied Kraatz kritisiert den großen Anteil an Einfamilienhäusern und die damit einhergehende geringe Dichte des Baugebiets. Zu ihren Fragen hinsichtlich der Umsetzung und der Stellplatzanzahl erklärt Stadtbaurat Leuer, dass es einen Städtebaulichen Vertrag mit Umsetzungspflichten geben wird. Die Vermarktung der einzelnen Grundstücke durch Konzeptvergaben soll sich an das Bebauungsplanverfahren anschließen. Er unterstreicht, dass die Anzahl der Stellplätze noch nicht feststeht und am tatsächlichen Bedarf ausgerichtet wird.
Frau Dr. Goclik kritisiert die Baugebietssituation in Braunschweig. Sie trägt vor, dass sich seit 2019 ca. 10.000 Wohneinheiten in der Planung befinden oder ausgewiesen wurden. Bis 2035 werden aber nur rund 3.000 NeubürgerInnen erwartet. Bezugnehmend auf das vorliegende Baugebiet kritisiert sie die Lage am Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH-Gebiet) und die ihrer Meinung nach zu oberflächliche FFH-Vorprüfung. Sie geht auf die zusätzliche Bevölkerung ein, die das Gebiet als Naherholungsgebiet nutzen wird. Zudem weist sie auf Trittschäden an Gewässern und Wegen hin, die bereits im Landschaftsrahmenplan von 2014 erwähnt wurden. Geschützte Arten wie u. a. der Kammmolch und der Springfrosch würden dadurch gefährdet. Ein Baugebiet mit 800 Wohneinheiten hält sie daher an dieser Stelle nicht für vertretbar. Dennoch hebt sie hervor, dass es viele positive Seiten des Baugebiets gibt.
Stadtbaurat Leuer unterstreicht, dass noch nicht alle Gutachten fertiggestellt wurden, gleichwohl bestätigt er, dass die Eingriffe an dieser Stelle ausgeglichen und kompensiert werden müssen. Er stimmt Frau Dr. Goclik zu und hebt die positiven Seiten des Baugebiets hervor. Durch die Lage des Standorts und den Stadtbahnausbau ist das Gebiet gut angebunden und daher auch umweltfreundlich. Die Erweiterungsnotwendigkeiten werden durch Gutachten belegt und wurden auch in diesem Ausschuss besprochen. Er weist daraufhin, dass 30 % sozialer Wohnungsbau und 10 % mittleres Preissegment vorgesehen sind.
Auf die weitere Nachfrage von Frau Dr. Goclik zum Baumbestand, sichert Herr Mollerus zu, jeden Baum in der weiteren Planung noch einmal einzeln zu betrachten.
Auf die Nachfragen von Ratsfrau Mundlos hinsichtlich der Zeitschiene, der Möglichkeit des Kellerbaus und des Jugendspielplatzes erklärt Herr Mollerus, dass die öffentliche Auslegung im Sommer beginnen und das Planverfahren bis zum Ende des Jahres abgeschlossen sein soll. Er bestätigt, dass es möglich sein wird, die Gebäude mit einem Keller zu bauen. Der Jugendspielplatz soll teilverlegt werden, um eine verträgliche Verbindung zwischen der Stadtbahnhaltestelle und dem Baugebiet herzustellen. Dabei entspricht die Größe des Jugendspielplatzes den aktuellen Anforderungen und ersetzt zudem den heutigen Bestand.
Ratsfrau Mundlos bittet zudem um eine aktualisierte Aufstellung als Mitteilung außerhalb von Sitzungen, aus der hervorgeht, wo wie viele Wohneinheiten baurechtlich geschaffen wurden und noch geplant sind, bzw. welche Bebauungspläne sich in Arbeit befinden. Sie bittet darum, dass die Mitteilung außerdem eine grobe Umsetzungsperspektive der Maßnahmen enthält. Stadtbaurat Leuer verweist auf die Übersicht im Internet.
Protokollnotiz: https://www.braunschweig.de/leben/stadtplanung_bauen/wohnbaugebiete/index.php (Die nächste Aktualisierung ist zur Sommerpause 2025 geplant.)
Auf die Nachfragen von Ratsfrau Kluth führt Herr Mollerus aus, dass es neben den allgemeinen Rad- und Fußwegebeziehungen zwei gesonderte Radwegeverbindungen sowohl in Ost-West-, als auch in Nord-Süd-Richtung geben wird. Zu den Standorten der Quartiersgaragen im Norden und im mittleren Bereich erklärt er, dass diese durch einen Gutachter bestätigt wurden, da so die Versorgung aller Nutzungen sichergestellt wird. Eine Ausweitung der Quartiersgarage im mittleren Bereich als Mobility Hub mit zusätzlichen Funktionen z. B. für Fahrräder kann geplant werden, da dort nicht lediglich die Wohnnutzungen verortet sind. Hinsichtlich der klimatischen Belange verweist Herr Mollerus auf die vorgesehene orthogonale Stadtstruktur. Sie folgt der Idee, Grünverbindungen aus den Rändern in das Gebiet hineinzulenken. Die Empfehlungen des Klimagutachters bezüglich der Strömungsrichtung befinden sich noch in der Prüfung. Zur Frage der Anbindung des Gebietes auch nach Norden und einer denkbaren Kappung der Durchfahrt in der Mitte teilt Herr Mollerus mit, dass mit einem Anschluss nach Norden eine weitere Querungssituation mit der Stadtbahn erforderlich würde. Vor dem Hintergrund kritischer Fahrzeitverlängerungen der Stadtbahn und der Erkenntnis, dass das Gebiet von Süden verkehrstechnisch angebunden werden kann, sei die Idee nicht weiterverfolgt worden.
