Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Auszug

05.06.2024 - 4 Planung Haltepunkt West

Beschluss:
ungeändert beschlossen
Reduzieren

Wortprotokoll

Stadtbaurat Leuer führt in die Vorlage 24-23419 ein.

 

Herr Wiegel informiert auf Nachfrage von Ratsherr Wirtz zu den am Haltepunkt West vorgesehenen Radabstellanlagen, dass diese aufgrund der unterschiedlichen Nutzenden und Nutzendenzahlen nicht mit der Quote am Hauptbahnhof verglichen werden kann. Aktuell sind am Hauptbahnhof ca. 1.050 Fahrradständer im Bestand bei rund 36.000 Nutzenden (ca. 3 %). Es ist vorgesehen, im Rahmen der Planung im Umfeld des Hauptbahnhofs die Anzahl der Fahrradstellplätze auf rund 4.300 zu erhöhen (ca. 12 %). Die von Ratsherr Wirtz als zu gering angenommene Anzahl an Kfz-Parkplätzen am Haltepunkt West begründet Herr Wiegel u.a. mit der guten Anbindung des Haltepunktes an den ÖPNV. Für eine P+R-Nutzung werden bereits heute die Parkplätze entlang der Friedrich-Seele-Straße genutzt. Sofern sich der Bedarf erhöht, könne hierauf reagiert werden.

 

Ratsfrau Kluth bittet für die Fraktion Bündnis90/DIE GRÜNEN, die nachfolgende Erklärung zu Protokoll zu nehmen.

 

„Wir begrüßen ausdrücklich die Einrichtung des Haltepunktes West als einen Baustein zur Schaffung von attraktiven Mobilitätsangeboten im Rahmen der Mobilitätswende. Die zeitgleiche Fertigstellung der DB/RVB- und städtische Maßnahmen sind für uns zwingend. In den vorgelegten konzeptionellen Vorüberlegungen der Stadt zur grundsätzlichen Umsetzbarkeit sehen wir Optimierungsmöglichkeiten. Wir bitten diese in die weiteren Planungsschritte zu prüfen und darüber dem AMTA zu berichten. Im Einzelnen:

  • Shared Space

Bei bereits bestehenden Mobilitätsknoten, z.B. Lincolnsiedlung, ergeben sich bei diesen gemischten Flächen Konflikte zwischen zu Fuß gehenden und Ranfahrenden. Wir empfehlen hier die Trennung der Verkehrsflächen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit.

 

  • Fahrradparken

Die Zuwegung vom Parken ist so geplant, dass viele Kurven gefahren werden müssen. Wir empfehlen eine von der Nordseite kommend direkte Einfahrt auf die Rampe über die Friedrich-Seele-Straße ohne weitere Verschwenkung. Dafür ist eine Aufweitung der Rampeneinfahrt erforderlich. Dies erhöht die Sicherheit für Radfahrende. Der Betrieb 24/7, automatisches Parkhaus bitten wir zu prüfen. Modular erweiterbare Parkflächen zu prüfen.

 

  • Soziale Sicherheit

Im Parkdeck ist die Übersichtlichkeit nicht gegeben. Es gibt bauliche Einbauten und Anordnungen, die nichteinsehbare Bereiche (z.B. WC-Zugang, Spinde, etc.) erzeugen. Die Treppe ist auf das Mindestmaß reduziert, ohne Treppenauge mit Lichteinfall. Dadurch entstehen beklemmende Raumsituationen. Wir empfehlen die Anordnung von den Einbauten und Möblierungen entlang der nördlichen und Westlichen Außenwände, die Verglasung nicht nur der Fassade die den Gleisen zugewandt ist sowie einen direkten Ausgang auf das Gleisniveau mit einer Türanlage im Gangbereich der Abstellanlagen.

 

  • Materialität und bauliche Fassung

Um den Haltepunkt langfristig wertig im Erscheinungsbild zu erhalten empfehlen wir den Einsatz von hochwertigen Materialen und einer ansprechenden baulichen Umfeldgestaltung. Verschattungen auf dem Platz, z.B. durch Pergolen und Bäume soll berücksichtigt werden.

 

  • Kompaktheit, Versiegelung und PV

Das Kfz-Parken sollte zu Gunsten der Reduzierung der Versieglung gestapelt erfolgen. Im Rahmen der Planung soll PV als Fassaden- oder Dachanlage einbezogen werden (NBauO). Eigenverbräuche des Umsteigepunktes können dadurch ggf. gedeckt werden. Wir empfehlen dies gleich beim Provisorium herzustellen, um Doppelinvestitionen zu vermeiden. Zudem ist unklar, wann die Flächen anderweitig verkauft / entwickelt werden.“

 

Stadtbaurat Leuer sagt eine Berücksichtigung der vorstehenden Anmerkungen in den weiteren Planungsschritten zu, verdeutlicht jedoch auch, dass es sich bei der Vorlage 24-23419 noch um keinen Planungsbeschluss handelt.

 

Ratsherr Dr. Plinke bittet im Planungsprozess um eine frühzeitige Stellungnahme der Braunschweiger Verkehrs-GmbH zum künftigen Stadtbusverkehr im Bereich des Haltepunktes West. Für die als potenzielle Baufläche für hochbauliche Entwicklung ausgewiesene Fläche regt er an, zunächst keine Bebauung verbindlich vorzusehen, sondern diese für eine künftige bauliche Erweiterung für verschiedene Mobilitätsformen freizuhalten.

 

Ausschussvorsitzende Ratsfrau Kluth stellt die Vorlage 24-23419 zur Abstimmung.

Reduzieren

Beschluss:

1. Der Konzeptidee zur verkehrlichen Erschließung des künftigen Haltepunktes West zwischen der Friedrich-Seele-Straße, Donaustraße und Marienberger Straße wird zugestimmt (Grundsatzbeschluss).

2. Die Verwaltung wird beauftragt, die Konzeptidee des Haltepunktes weiterzuführen und zu konkretisieren.

Reduzieren

Abstimmungsergebnis:

dafür: 10      dagegen: 0      Enthaltungen: 0

 

Erläuterungen und Hinweise