Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Auszug

05.03.2025 - 3.1 Aktivitäten und Projekte des Dezernates IV für ...

Beschluss:
zur Kenntnis genommen
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Wortprotokoll

Frau Prof. Dr. Hesse (Dez. IV), Herr Dr. Malorny (FBL 41) und Frau Komm (StL 41.11) präsentieren im Wechsel; die Präsentation ist dem Protokoll angehängt.

 

Frau Prof. Dr. Hesse beschreibt die vielfältige Braunschweiger Forschungslandschaft mit 31 renommierten wissenschaftlichen Einrichtungen. Diese böten das Potenzial, Wertschöpfung und Arbeitsplätze auch in anderen Branchen zu schaffen bzw. auszubauen. Es arbeiteten dort ca. 20.000 Menschen. Unter den Institutionen seien u.a. das Leibniz-Institut DSMZ - Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH, das Leibniz-Institut für Bildungsmedien - Georg-Eckert-Institut (GEI), das Fraunhofer-Institut für Schicht- und Oberflächentechnik (IST), das Fraunhofer-Institut für Holzforschung - Wilhelm-Klauditz-Institut (WKI) sowie die Bundesforschungsanstalten Julius-Kühn-Institut (JKI) - Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen, das Johann Heinrich von Thünen-Institut - Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei sowie die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB).

(Elektro-)Mobilität sei ein Spitzencluster in der Forschungsregion. Mit der Technischen Universität (TU) Braunschweig und der PTB gehörten zwei Braunschweiger Forschungseinrichtungen zur internationalen Spitze in dem maßgeblichen Zukunftsfeld der Quantenforschung. Als Partner im niedersächsischen Verbund Quantum Valley Lower Saxony e.V. (QVLS) werde gemeinsam daran gearbeitet, den Wissens- und Technologietransfer zu fördern. 2025 als internationales Jahr der Quantentechnologie passe hervorragend, um Braunschweigs Position als einer der führenden Standorte zu stärken und Projekte wie den QVLS Hightech-Inkubator als Keimzelle der Deep-Tech-Gründungen weiterzuentwickeln. Der FB 41 Kultur und Wissenschaft, die Stabsstelle 0800 Wirtschaftsdezernat und die Braunschweig Stadtmarketing (BSM) GmbH arbeiteten zur Unterstützung der Einrichtungen eng zusammen.

Herr Dr. Malorny ergänzt, die Zuständigkeit für den Bereich der Wissenschaft sei vor ca. sechs Jahren dem FB 41 zugeordnet worden. Für die Koordinierung aller wissenschaftlichen Aktivitäten stehe im FB 41 jedoch nur eine wissenschaftliche Sachbearbeiterin, Frau Komm, zur Verfügung.

Frau Komm stellt sich vor. Zu ihren Aufgaben gehörten die Steuerung des Projektes CoLiving Campus und die Koordinierung wissenschaftlicher Aktivitäten, darunter die Entwicklung und Koordination von öffentlichkeitsrelevanten Projekten und Aktivitäten (wie z.B. die „Mobility Days“ und der „Salon der Wissenschaft“) sowie die Konzeptionierung von städtischen Schwerpunkten im Kontext der Wissenschaft. Beispielsweise habe der Rat der Stadt Braunschweig zur Erhöhung der Sichtbarkeit der wissenschaftlichen Einrichtungen einen Sieben-Punkte-Maßnahmen-Plan beschlossen, der in der AfKW-Sitzung vom 19. November 2024 vorgestellt worden sei. Einige dieser Maßnahmen seien bereits realisiert worden, z.B. der im Januar 2025 umgesetzte, heute im Ausschuss ausgeteilte „Wissenschaftsstadtplan“ mit den „Sciecons“ als verrätselte Piktogramme zur Verortung der wissenschaftlichen Einrichtungen im Stadtraum. Die Plakatierung der „Sciecons“ sei umgesetzt worden. Zu der Kampagne gehöre auch die Umsetzung einer digitalen Stehle am Hauptbahnhof im Jahr 2026. Am gestrigen Tag sei das „Science Schaufenster“ für zwei Jahre eröffnet worden; aktuell werde dieses durch das „Science & Art Lab“ der TU Braunschweig genutzt. Derzeit prüfe die Verwaltung in Kommunikation mit den wissenschaftlichen Einrichtungen mögliche Verbesserungen im Verkehrsleitsystem. Im Bereich „Wissenschaft und Ästhetik“ würden derzeit konzeptionelle Vorüberlegungen angestellt.

Frau Prof. Dr. Hesse fügt noch zum „Science Schaufenster“ hinzu, dieses ergänze die mangelnde Sichtbarkeit des „Haus der Wissenschaft“ in der Innenstadt. Daher habe die Verwaltung den Leerstand zur Unterstützung der Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen angemietet und stelle diesen kostenlos den zahlreichen Einrichtungen zur Eigenpräsentation zur Verfügung. Eine Reihe wissenschaftlicher Einrichtungen hätten bereits ihre Teilnahme im „Schaufenster der Wissenschaft“ zugesagt.

In Kooperation mit der BSM habe die Kulturverwaltung eine bundesweite Kampagne zur Sichtbarmachung Braunschweiger Wissenschaft über die Stadtgrenzen hinaus initiiert. Die Kampagne diene dem Studierenden- und Fachkräftemarketing für den Wissenschaftsstandort Braunschweig und bediene sich verrätselter „Punchlines“. Zum Projekt des „CoLiving Campus“ könne berichtet werden, dass, nachdem in den letzten beiden Jahren der partizipative Planungsprozess sehr erfolgreich durchgeführt wurde und der städtebauliche Wettbewerb mit einem Gewinnerentwurf abgeschlossen sei, der Schwerpunkt dieses Jahr auf den Verhandlungen mit dem Land Niedersachsen zum Flächentausch liege. Darüber hinaus unterstütze die Kulturverwaltung bei der Beantragung von Forschungsgeldern und durch regelmäßige „Letter of Intent“ (LOI). Weiter werde zusammen mit der ForschungRegion e.V., die die Forschungseinrichtungen der Region bündele und vernetze, gemeinsam der „Salon der Wissenschaft“ durchgeführt; seit Januar 2025 habe Frau Prof. Dr. Ittel den Vorsitz inne. Weiterer Partner in dem Projekt sei das „Haus der Wissenschaft“, welches viele öffentliche Formate zur Vermittlung von Wissenschaft durchführe. Vor dem Hintergrund des Wunsches aus dem AfKW habe die Kulturverwaltung in die kommenden Sitzungen weitere Wissenschaftseinrichtungen zur Vorstellung eingeladen.

Herr Dr. Malorny erläutert, die Verwaltung sei sehr bemüht, neue Forschungszentren oder Ausgründungen bei der Ansiedlung zu unterstützen. Um entsprechende Flächen anbieten zu können, übernehme die Kulturverwaltung die koordinierende Funktion aller städtischen Einheiten. Er beschreibt dieses Vorgehen exemplarisch: So seien für das am Forschungsflughafen angesiedelte Fraunhofer-Zentrum für Energiespeicher und Systeme (ZESS) eine kurzfristige baurechtliche Vorprüfung sowie die Grundstückbereitstellung organisiert worden, was eine wesentliche Unterstützung für die TU Braunschweig (enge Kooperationspartnerin mit der Battery LabFactory) in der Bewerbungsphase darstellte.

Frau Prof. Dr. Hesse beschreibt den Prozess des Bibliothekausbaus des GEI, der insgesamt zehn Jahre gedauert habe. Hier habe die Stadtverwaltung bei komplexen Fragen der Finanzierung und in Bezug auf das Grundstück vermittelt.

Herr Dr. Malorny berichtet weiter über Problemstellungen der Batterieforschungsförderung:   Im Herbst 2024 sei den Medien zu entnehmen gewesen, dass der Bund die Mittel für die Batterieforschung streiche und ab 2025 keine neuen Batterieforschungsvorhaben fördere. Im Januar 2025 habe das Bundesforschungsministerium überraschend 25 Mio. Euro für die Batterieforschung bereitgestellt, die aber keine Ausfinanzierung darstellten. Er verweist für nähere Details auf den eingeladenen Spezialisten für Batterieforschung, Herrn Prof. Dr. Kwade, der auf den aktuellen Stand zur Streichung der Mittel für die Batterieforschung und die damit einhergehenden Herausforderungen im Rahmen seiner Präsentation eingehen werde.

Frau Prof. Dr. Hesse stellt Herrn Prof. Dr. Kwade vor.

 

Protokollnotiz: Eine ausführliche Übersicht des wissenschaftlichen und beruflichen Werdegangs von Herrn Prof. Dr. Kwade ist unter https://www.tu-braunschweig.de/ipat/institut-1/team/prof-dr-ing-arno-kwade zu entnehmen.

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Anlagen

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