Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Auszug

05.03.2025 - 6.1.1 Digitales Presseportal Genios

Beschluss:
zur Kenntnis genommen
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Wortprotokoll

Ratsherr Flake bittet die Verwaltung um Erläuterung der Stellungnahme DS Nr. 25-25290-01. Für die Nutzerinnen und Nutzer der Stadtbibliothek sei es nicht unbedingt ersichtlich, welches der verschiedenen Portale wie genutzt werden müsse.

Frau Dr. Haucap-Naß (RefL 0412) erläutert die Stellungnahme DS Nr. 25-25290-01, die dem Ausschuss vorab zugegangen ist. Seit der Corona-Pandemie sei die Nachfrage zu digitalen Angeboten der Stadtbibliothek Braunschweig massiv gestiegen. Die Stadtbibliothek habe die Angebote z.B. der digitalen Ausleihe seitdem massiv ausgeweitet. Darunter befänden sich die Portale Digibib, Pressreader, Munziger Archiv und Genios. Ende 2024 habe die Stadtbibliothek das Portal Digibib bzw. den Anbieter Onleihe wegen ständiger technischer Ausfälle gekündigt; man habe einen neuen Anbieter, Overdrive, gefunden, der besser funktioniere und weniger koste. Allerdings seien über Overdrive nicht so viele digitale Leseexemplare der Braunschweiger Zeitung (BZ) verfügbar, wie durch die Nutzerinnen und Nutzer der Stadtbibliothek täglich angefragt würden, sodass viele hierzu auf das Portal Genios auswichen, wodurch das verfügbare Kontingent hier regelmäßig überschritten werde. Die Stadtbibliothek habe die möglichen Zugriffe auf die BZ über Genios und die Mittel pro Quartal so erhöht, dass 40.000 Zugriffe möglich seien, und verhandle daneben mit dem Portal Pressreader, die BZ in sein Angebot aufzunehmen. Auch würden die Nutzerinnen und Nutzer von der Stadtbibliothek angeschrieben, um bei der Nutzung zu beraten.  Man habe weiter entschieden, die Zugriffe pro Nutzerin bzw. Nutzer ab April 2025 auf 150 Klicks zu begrenzen und arbeite intensiv an weiteren Lösungen. Sie bemerkt, der Etat für die Stadtbibliothek Braunschweig stagniere seit 2010, wobei die Kosten für die Medien immens gestiegen seien; der Etat sei daher nicht mehr zeitgemäß.

Ratsherr Flake dankt ihr für die Ausführungen. Er befindet es als sinnvoll, die Zugriffe je Nutzer bzw. Nutzerin zu begrenzen. Auch sei es nicht Aufgabe der Stadtbibliothek, allen Bürgerinnen und Bürgern der Stadt das Lesen der BZ zu ermöglichen. Er fragt nach, ob Frau Dr. Haucap-Naß den Gesamtmedienetat gemeint habe.

Frau Dr. Haucap-Naß erläutert, die Stadtbibliothek verfüge über 455.000 EUR Erwerbungsetat; davon würden ca. 100.000 EUR für den Bestand wissenschaftlicher Medien verwendet; die restlichen Mittel verblieben für die Beschaffung sämtlicher anderer Medien, darunter (andere) digitale Medien, die i.d.R. sehr teuer seien. Bei den digitalen Zeitschriften seien Preissteigerungen um fast 500 % gegenüber den Print-Zeitschriften zu vermerken. Man habe Zeitschriften abbestellen müssen, um mehr Mittel für Kontingente im Portal Genios freizumachen. 2010 habe man zwischen 38.000 bis 40.000 Medien im Jahr anschaffen können; aufgrund der immensen Preissteigerungen könne man inzwischen nur noch zwischen 18.000 bis 20.000 Medien im Jahr beschaffen. Die Zahl der Nutzerinnen und Nutzer bliebe mit 32.000 Personen hingegen konstant; täglich besuchten im Schnitt 800 Kinder die Stadtbibliothek.

 

Herr Dr. Eckhardt (Bürgermitglied) fragt, ob die Stadtbibliothek Braunschweig in Bezug auf wissenschaftliche Publikationen mit der Technischen Universität (TU) Braunschweig kooperiere.

Frau Dr. Haucap-Naß bestätigt dies. Es bestehe eine enge Zusammenarbeit mit anderen öffentlichen und wissenschaftlichen Bibliotheken, darunter die TU Braunschweig, die Herzog-August-Bibliothek in Wolfenbüttel und die Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek -  Niedersächsische Landesbibliothek in Hannover. Die Studierenden der Geisteswissenschaften der TU Braunschweig kämen beispielsweise für die Recherche von historischen Quellen in die Stadtbibliothek.

 

Es liegen keine weiteren Wortbeiträge vor.

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Die Stellungnahme wird zur Kenntnis genommen.

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Erläuterungen und Hinweise