Rat und Stadtbezirksräte
10.06.2025 - 3.4 Vorstellung des Siegerentwurfes des Architektur...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 3.4
- Datum:
- Di., 10.06.2025
- Status:
- gemischt (Sitzung abgeschlossen)
- Uhrzeit:
- 15:00
- Anlass:
- Sitzung
- Beschluss:
- zur Kenntnis genommen
Wortprotokoll
Frau Prof. Dr. Hesse (Dez. IV) äußert sich zum Fragenkatalog zum Haus der Musik in Braunschweig der FDP-Ratsfraktion vom 5. Juni 2025. Der FDP-Fraktion stehe gemäß § 56 Satz 2 NKomVG grundsätzlich ein Recht auf Auskunft zu. Der Fragenkatalog sei gemäß § 23 Abs. 1 der Geschäftsordnung für den Rat, den Verwaltungsausschuss, die Ausschüsse und die Stadtbezirksräte der Stadt Braunschweig nicht fristgerecht eingegangen und könne aufgrund des Umfanges nicht in der heutigen Ausschusssitzung durch die Verwaltung beantwortet werden. Eine schriftliche Antwort erfolge später.
Ratsfrau Glogowski-Merten erwidert, die FDP-Ratsfraktion hätte die Fragen nicht vorab zusenden müssen. Sie könne und werde die Fragen nach der mündlichen Mitteilung stellen, sodass sie auch den anderen Ausschussmitgliedern bekannt seien. Sie befindet, es sei angesichts der Aktualität bzw. Brisanz des Themas bedenklich, wenn die Verwaltung diese Fragen heute nicht beantworte.
Frau Prof. Dr. Hesse verweist erneut auf den § 23 Abs. 1 der Geschäftsordnung. Neben der Frist seien weitere Formalia nicht eingehalten worden. Die Fragen müssten eine kurze Beantwortung ermöglichen; das sei nicht gegeben, da der Fragenkatalog sehr umfänglich sei. Zudem gelte eine Anfrage als nicht gestellt, wenn sie mehr als drei Teilfragen zum Anfragegegenstand enthalte; der Fragenkatalog hingegen umfasse 15 Fragen unterschiedlichen Inhaltes. Sie befindet, es sei sinnvoller, die Fragen würden in Gänze und nach Konsultierung der Bauverwaltung beantwortet.
Ausschussvorsitzender Böttcher schlägt vor, zunächst den Vortrag der Verwaltung anzuhören und dann den Fragen aus dem Ausschuss Platz einzuräumen, die sich durch den Vortrag womöglich bereits aufklärten.
Frau Prof. Dr. Hesse präsentiert; die Präsentation ist dem Protokoll angehängt.
Sie beschreibt die Visualisierung des Siegerentwurfes. Die Holzfassade sei stilistisch an den ursprünglichen Entwurf des späteren Karstadt-Gebäudes am Gewandhaus von Gottfried Böhm angelehnt. Sie beschreibt die verschiedenen Ansichten des Entwurfes in der Poststraße, der Brabandtstraße und der Jacobstraße. Die Anlieferung erfolge über die Brabandtstraße und die Jacobstraße im Erdgeschoss (EG); das Equipment der Orchester könne über Fahrstühle nach oben transportiert werden. Im EG seien auch die Personeneingänge verortet, darunter ein eigener Eingang für die Städtische Musikschule. Der Haupteingang sei zur Poststraße hin angelegt. Weiter seien hier die beiden Säle für die Städtische Musikschule sowie ein Tonstudio vorgesehen.
Der Große Konzertsaal sei auf das Gebäude aufgesetzt. Für das Konzept des Saales sei die Akustik priorisiert worden; Vorgabe sei ein „Schuhschachtelsaal“ gewesen. Ein Akustiker habe den Entwurf geprüft und als sehr gut befunden. Im Vorfeld seien 1.200 Plätze für den Großen Konzertsaal als notwendig erachtet worden; diese Maßgabe sei im Entwurf erfüllt. Es seien Stimmzimmer und Garderoben für die professionellen Musikerinnen und Musiker vorgesehen.
Die Räume der Städtischen Musikschule seien auf verschiedenen Etagen angedacht und vollkommen autark, mit eigenen Übungszimmern mit Tageslicht, eigenen Verwaltungsräumen und eigenem Eingang. Für sie seien ein Kleiner Konzertsaal und ein Kammermusiksaal, Wartezonen, Lager, Unterrichtsräume in ausreichender Zahl sowie begrünte Schulhöfe auf dem Dach vorgesehen. Durch ein Zwischengeschoss mit Garderoben seien der Kleine Konzertsaal und der Große Konzertsaal akustisch voneinander entkoppelt.
Der Entwurf weise eine hohe Qualität in Bezug auf die Konzeption des Dritten Ortes auf, da das Thema vielfältig an verschiedenen Stellen umgesetzt sei. So sei z.B. im 3. Obergeschoss (OG) ein Restaurant geplant, oder Treffpunkte im Foyer des 2. OG und in anderen Etagen.
Sie kommentiert, in dem ehemaligen Galeria Karstadt-Gebäude am Gewandhaus werde der Architekturentwurf derzeit der Stadtöffentlichkeit präsentiert und von dieser viel diskutiert.
Ausschussvorsitzender Böttcher bittet um Fragen, zunächst konkret zum Siegerentwurf und später um darüber hinausgehende Fragen.
Ratsfrau Schütze fragt, ob die Verteilung des Dritten Ortes eine Maßgabe oder Ergebnis des Entwurfes gewesen sei, und ob an diesen Plätzen auch mitgebrachte Speisen verzehrt werden dürften, oder Speisen erworben werden müssten.
Frau Prof. Dr. Hesse antwortet, die Frage zum Dritten Ort entspräche der Frage Nr. 12 des Fragenkataloges der FDP-Ratsfraktion, der nach der Sitzung schriftlich beantwortet werde. Weiter antwortet sie, der Dritte Ort sei seit jeher ohne Konsumzwang angedacht gewesen. Entsprechend müsse ein Betreiberkonzept umgesetzt werden.
Ratsherr Winckler fragt zur Anlieferung, ob angedacht sei, dass die LKW rückwärts einparkten. Frau Prof. Dr. Hesse bejaht dies.
Ratsfrau Dr. Flake fragt in Bezug auf den oben auf dem Gebäude aufgesetzten Großen Konzertsaal, ob es möglich sei, das Gebäude in zwei Bauabschnitten umzusetzen, indem erst die Räumlichkeiten für die Städtische Musikschule und den Dritten Ort und später für den Großen Konzertsaal gebaut würden.
Frau Prof. Dr. Hesse erwidert, die der Frage zugrunde liegende Thematik wiederhole sich und sei bereits 2023 beantwortet worden. Architekten seien sich einig darüber, dass eine Aufteilung in Bauabschnitte teurer sei oder dazu führen könne, dass der Bau nicht abgeschlossen werde. Ein Aufbau in zwei Abschnitten sei deshalb ausgeschlossen.
Ratsherr Behrens fragt, wie sich die Jury, die den Siegerentwurf kürte, zusammengesetzt habe. Er fragt weiter, warum der Siegerentwurf eine ganze Etage mehr als die anderen Entwürfe vorweise und offenbar, bei grundsätzlich gleichem Erfordernis von Räumen, mit sehr viel großzügigeren Raumflächen plane. Er fragt, warum die Jury sich für den Siegerentwurf und nicht für einen der sparsameren Entwürfe entschieden habe.
Frau Prof. Dr. Hesse erinnert daran, dass das Raumprogramm bereits 2019 beschlossen worden sei. Weiter habe es Vorgaben für den Bau eines Großen Konzertsaales gegeben. Die Jury habe den Siegerentwurf aufgrund seiner Eignung ausgewählt.
Protokollnotiz: Das Preisgericht des Architekturwettbewerbes zum Haus der Musik in Braunschweig setzte sich wie folgt zusammen:
Fachpreisrichter:
Hannes Beinhoff, Architekt, Hamburg
Prof. Dr. Volker Droste, Architekt, Oldenburg - Juryvorsitzender
Roland Duda, Architekt, Berlin
Dirk Franke, Architekt, Leiter Fachbereich 65 Gebäudemanagement, im Dezernat III Stadtplanungs-, Verkehrs-, Tiefbau- und Baudezernat, Stadt Braunschweig
Alke Malzahn, Architektin, Braunschweig
Prof. Tatjana Sabljo, Architektin, Hannover - Stellvertretende Fachpreisrichterin
Sachpreisrichter:
Lisa-Marie Jalyschko, Ratsfrau (B90/DIE GRÜNEN)
Burim Mehmeti, Ratsherr (SPD)
Gerrit Stühmeier, Ratsherr (CDU)
Beate Wiedemann, Kulturmanagerin, Braunschweig
Sachverständige ohne Stimmrecht:
Natascha Heinrichs, Abteilungsleiterin Architekturabteilung, New Yorker - für das architektonische Konzept und die Gestaltungsqualität
Prof. Dr. Anja Hesse, Dezernentin IV Kultur und Wissenschaft, Stadt Braunschweig - für den Dritten Ort
Daniel Keding, Leiter der Städtischen Musikschule Braunschweig - für die Funktionalität der Musikschulräume
Sonja Keienburg, Inklusionsbeauftragte der Stadt Braunschweig
Jana Langenhan, Abteilung 66.1 Verkehrsplanung und Verkehrsmanagement, Stadt Braunschweig - für die verkehrlichen Belange
Stephan Lemke, Geschäftsführer der Braunschweiger Veranstaltungsstätten GmbH - für das funktionale Konzept
Prof. Karlheinz Müller, München - für die Akustik
Bernd Schmidbauer, Leiter Fachbereich 61 Stadtplanung und Geoinformation, im Dezernat III Stadtplanungs-, Verkehrs-, Tiefbau- und Baudezernat, Stadt Braunschweig - für die städtebauliche Einordnung
Natascha Wessling, Geschäftsführerin der Strukturförderung Braunschweig (SFB), Hochbausparte - für die Wirtschaftlichkeit und die Fassade
Frank Wiegand, Ingenieurbüro Horn+Horn - für die Konstruktion und den Brandschutz
(https://www.braunschweig.de/wirtschaft_wissenschaft/innenstadtentwicklung/haus_der_musik.php#die-jury)
Ratsfrau Glogowski-Merten betont, die FDP-Ratsfraktion stelle keine Anfragen zum Zwecke der Presse- und Öffentlichkeitswirksamkeit. Sie verliest die vorab schriftlich eingereichten Fragen der FDP-Fraktion:
„1. Wenn der Wettbewerb durch Friedrich Knapp ausgelobt und nur mit Hilfe der Stadt Braunschweig durchgeführt wurde: wie bindend ist der Siegerentwurf?
2. Wie war die Stadt bei der Vorauswahl der Architekturbüros eingebunden?
3. Inwieweit war dabei Regionalität ein Kriterium?
4. Durch wen ist der Wettbewerb finanziert worden und wie groß waren die Anteile der Geldgeber?
5. Da der OBM in der Pressemitteilung zum Siegerentwurf von einem städtebaulichen Konzept spricht: Welche Gestaltungsmaßnahmen und städtebaulichen Entwicklungskonzepte sind über das reine Gebäude hinaus für die nähere Umgebung geplant?
6. Wie sind die zeitlichen Abläufe für den Bau geplant? Wann wird mit einer Eröffnung mindestens der Musikschule gerechnet?
7. Welchen Alternativplan gibt es für die Musikschule, wenn das Projekt ‚Haus der Musik' aus politischen, wirtschaftlichen oder anderen Gründen doch nicht umgesetzt werden kann?
8. Müssen bei einem Scheitern des Projekts eventuelle Fördergelder zurückgezahlt werden?
9. Wie viel Geld ist aus städtischen Kassen bereits in die Planung des Projekts geflossen?
10. Inwieweit sind Veränderungen bei den laufenden Kosten für den Betrieb der Musikschule zu erwarten, wenn sie ihre neuen Räume im Haus der Musik bezogen haben wird und welche Folgen wird das für den städtischen Haushalt haben?
11. Wie soll sich die Organisation des operativen Betriebs a) der Musikschule und b) des Konzertsaals künftig auf Stadt, Stiftung und ggf. andere Beteiligte aufteilen? Gibt es ein Betreiberkonzept?
12. Wie sieht das Konzept für einen Dritten Ort innerhalb des Hauses der Musik aus? In wessen Trägerschaft soll der Dritte Ort liegen?
13. Welche Anwohnerbeteiligung ist geplant?
14. Wie sieht das Verkehrskonzept für Anlieferung, Kundenverkehr, Parken etc. besonders für den Konzertbetrieb aus?
15. Inwieweit bedeutet eine eventuelle Nutzung des Hauses durch das Staatsorchester eine finanzielle Beteiligung des Landes?“
Frau Prof. Dr. Hesse verweist erneut auf den Umfang des Fragenkataloges der FDP-Ratsfraktion und auf die Zusage der Verwaltung, diese später schriftlich zu beantworten.
Ratsfrau Kaphammel fragt, ob die vorgegebene Bruttogeschossfläche durch den Siegerentwurf eingehalten worden sei. Sie fragt weiter, ob der Große Konzertsaal mobil oder fest bestuhlt sei.
Frau Prof. Dr. Hesse antwortet, eine grundsätzliche Vorgabe im Architekturwettbewerb sei eine feste Bestuhlung der Konzertsäle gewesen, mit 1.200 Sitzplätzen im Großen Konzertsaal und 40 bis 50 Sitzplätzen im Kleinen Konzertsaal.
Frau Prof. Dr. Hesse gibt den Hinweis, dass Wirtschaftsdezernent Herr Leppa den Siegerentwurf der Öffentlichkeit am 16. Juli 2025 in der Großen Dornse im Altstadtrathaus vorstellen werde.
Ausschussvorsitzender Böttcher bittet um generelle Fragen zum Haus der Musik in Braunschweig.
Ratsherr Flake erinnert an die an den Rat der Stadt und den Stadtbezirksrat (StBR) 130 Mitte ergangene Mitteilung außerhalb von Sitzungen (MavS) „Ergebnis Architekturwettbewerb zum ‚Haus der Musik'“ (DS Nr. 25-25837), mit der die Verwaltung bereits über den Siegerentwurf informiert habe. Auch auf Grundlage der Präsentation könne man sich ein Bild machen. Er erinnert daran, dass man sich derzeit im TOP „Mitteilungen“ befinde; vor diesem Hintergrund sei der FDP-Fragenkatalog jenseits der Gepflogenheiten und der Maßgaben u.a. des § 21 der Geschäftsordnung, die zu Beginn der laufenden Ratsperiode auch von der FDP-Fraktion im Rat beschlossen worden sei.
Er berichtet zum Forum in der Stadt Groningen (Niederlande). Die Einwohnerzahl Groningens sei mit der Einwohnerzahl Braunschweigs vergleichbar. Das Forum sei in zentraler Lage neu gebaut worden und habe sich bereits in kurzer Zeit zu einem Wahrzeichen, dem „Wohnzimmer“ der Stadt, entwickelt. Auch hier spiele das Konzept eines Dritten Ortes eine große Rolle. Ähnlich wie in Groningen erscheine der Dritte Ort im Siegerentwurf des Hauses der Musik in Braunschweig, der sich typischerweise durch den gesamten Entwurf ziehe, gut umgesetzt. Zum einen werde ein Ort für eine Nutzung geschaffen; zum anderen würden, im Sinne eines Dritten Ortes, die verorteten Institutionen, wie z.B. die Städtische Musikschule Braunschweig und das Staatsorchester Braunschweig, miteinander vernetzt.
Ratsfrau Dr. Flake äußert, sie finde den Entwurf ebenfalls gut. Sie fragt, wie sich die weitere Umsetzung, gemäß dem Ratsbeschluss „Grundsatzbeschluss: Planungen für die kombinierte Errichtung der Städtischen Musikschule Braunschweig und eines Konzerthauses“ (DS Nr. 23-20743-05), gestalte. Der Beschluss lasse die Umsetzung ein Stück weit offen. Ihr sei die Städtische Musikschule Braunschweig wichtig. Der Siegerentwurf biete durch die Leerstandsnutzung und durch die Innenstadtlage gute Lösungen für den Dritten Ort an. Sie fragt weiter, wie die Betriebskosten des Gebäudes im Sinne einer Konzerthalle getragen würden und warum hier noch keine Zahlen vorlägen; sie verweist hierzu auf Punkt 7. des o.g. Beschlusses. Bereits die Investitionskosten seien hoch; wenn auch hohe Betriebskosten zu erwarten seien, passe das nicht zur gegenwärtigen und zukünftigen, prekären städtischen Haushaltslage.
Ratsfrau Glogowski-Merten stimmt Ratsfrau Dr. Flake zu; die Städtische Musikschule müsse in der Sache priorisiert werden. Der oben zitierte Fragenkatalog der FDP-Ratsfraktion habe dies zum Zweck.
Ratsherr Behrens bekundet, die Ratsgruppe DIE FRAKTION.BS unterstütze zwar grundsätzlich den Siegerentwurf, er stimme Ratsfrau Dr. Flake jedoch in ihrer Sorge um die anfallenden Betriebskosten zu. Der Entwurf erscheine in dieser Hinsicht verschwenderisch. Es sei fraglich, ob so viel Raum benötigt werde, der beispielsweise beheizt werden müsse. Die Zuständigkeit für eine Entscheidung darüber liege bei den kommunalpolitischen Gremien und nicht bei einer Architektenkammer.
Ratsfrau Schütze kommentiert, die jetzt neu aufflammende, kleinteilige Diskussion über den Verbleib der Städtischen Musikschule und die Standortwahl des Konzerthauses sei bereits vor Jahren geführt worden. Man sei über diese Phase längst hinaus. So seien ein Dritter Ort und die Unterstützung des Staatsorchesters Braunschweig gewollt.
Ratsfrau Göring widerspricht Ratsfrau Schütze. Sie erinnert an den Änderungsantrag DS Nr. 23-20743-05 der Ratsfraktion B90/DIE GRÜNEN, in dessen Form der Rat am 21. März 2023 den Grundsatzbeschluss zum Haus der Musik in Braunschweig gefasst habe. Die Nachfrage nach Betriebskosten sei deshalb nicht „kleinteilig“, sondern Basis für eine Bewertung, insbesondere vor dem Hintergrund der prekären Haushaltslage, ob die Stadt Braunschweig sich den Siegerentwurf leisten könne, und für weitere politische Beschlüsse.
Ratsfrau Kaphammel merkt an, ihr käme es so vor, als werde das alte Gebäude gemäß dem Siegerentwurf nicht wirklich nachhaltig umgebaut, sondern als werde doch eher ein Neubau angestrebt. Sie gehe davon aus, dass die Verwaltung nun mit dem zum Sieger gekürten Architekturbüro ADEPT aus Kopenhagen Kontakt aufnehmen und eruieren werde, ob die Umsetzungskosten die vormals veranschlagten 120 Mio. EUR nicht überstiegen. Sie fragt, ob andernfalls die Finanzplanung angepasst oder alternativ der Entwurf auf dem zweiten Platz ausgewählt und mit dem entsprechenden Architekturbüro verhandelt werde.
Ratsherr Graffstedt dankt Ratsfrau Kaphammel für die konkreten Fragen zur Umsetzung des Siegerentwurfes. Alle anderen Fragen würden die Tagesordnung (TO) der Ausschusssitzung sprengen und seien unter dem Tagesordnungspunkt (TOP) „Mitteilungen“ nicht angemessen.
Frau Prof. Dr. Hesse antwortet auf die Fragen zu weiteren Schritten im Projekt, der Oberbürgermeister habe angekündigt, dass es Ziel sei, die Finanzplanung und Satzung der geplanten Stiftung den politischen Gremien bis Ende 2025 zur Entscheidung vorzulegen. Ob dann auch prognostizierte Betriebskosten vorlägen, könne sie nicht sagen.
Sie verweist in Antwort auf Ratsherrn Behrens auf die grundsätzliche Natur bzw. den Ablauf von Architekturwettbewerben. Die von der Architektenkammer gesetzten Normen dienten dem Gebot der Fairness.
Sie wolle an dieser Stelle auch eine Lanze für das Unternehmen New Yorker brechen. Dank Herrn Knapp sei ein Kompromiss aus allen politischen Forderungen an das Vorhaben entstanden. Mit Ratsbeschluss DS Nr. 23-20743-05 im Jahr 2023 sei beschlossen worden, dass die kombinierte Errichtung eines Hauses der Musik für die Städtische Musikschule und einen Konzertsaal um einen Dritten Ort zu erweitern sei. Die durch die Verwaltung beauftragte Agentur includi habe ein Konzept erstellt, das offensichtlich mache, das ein Dritter Ort eine Melange von verschiedenen Funktionszusammenhängen darstelle; die Städtische Musikschule allein stelle keinen Dritten Ort dar. Herr Knapp wiederum habe es vermocht, der Stadt Braunschweig ein Gebäude zur Verfügung zu stellen, dass die Umsetzung dieses Konzeptes eines Dritten Ortes ermögliche. Sie biete den Ausschussmitgliedern erneut an, eine Exkursion auf deren Selbstkosten nach Dortmund zu organisieren, um sich vor Ort mit dem Intendanten des Konzerthauses Dortmund, Herrn Raphael von Hoensbroech, über ein Konzerthaus und dessen Betriebsmodell auszutauschen, oder Herrn von Hoensbroech in den Ausschuss einzuladen.
Ratsherr Böttcher zitiert Punkt 7. des Ratsbeschlusses DS Nr. 23-20743-05: „Der finale Umsetzungsbeschluss für die kombinierte Errichtung von Konzerthaus und der Städtischen Musikschule (inkl. eines Konzert- und Probensaals mit 199 Sitzplätzen) ist im Jahr 2025, mit belastbaren Aussagen zum erforderlichen Investitionsvolumen und den voraussichtlich zusätzlichen jährlichen Betriebskosten inkl. der Instandhaltungskosten und der Zinsbelastung, vorzulegen. In diesem Rahmen ist auch festzulegen, ob und ggf. in welchem Maße eine alternative Finanzierungsvariante (ÖPP, Einbindung von Spenden oder sonstigen Drittmitteln, Realisierung z.B. durch eine Stiftung) verfolgt werden soll. Insgesamt ist zu klären, wie hoch die Investitionskosten und die anfallenden Betriebskosten für die Auswirkungen auf den städtischen Haushalt geschätzt werden.“ Es sei also mit einer entsprechenden Beschlussvorlage Ende des Jahres zu rechnen; dann könne die politische Diskussion auch fortgesetzt werden.
Es liegen keine weiteren Wortbeiträge vor.
Anlagen
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