Rat und Stadtbezirksräte
07.10.2025 - 3.3 Vorstellung eines Konzeptes für Werbeflächen fü...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 3.3
- Datum:
- Di., 07.10.2025
- Status:
- gemischt (Sitzung abgeschlossen)
- Uhrzeit:
- 15:00
- Anlass:
- Sitzung
- Beschluss:
- zur Kenntnis genommen
Wortprotokoll
Herr Rinke, Vorstandsmitglied des Kulturrates Braunschweig, bedankt sich für die Möglichkeit, das Konzept für Werbeflächen für die Kultur zu präsentieren; die Präsentation ist dem Protokoll angehängt.
Er erläutert einleitend, dass der Kulturrat Braunschweig seit seiner Konstituierung im Januar 2024 fünf Vollversammlungen durchgeführt habe, bei denen regelmäßig der Wunsch nach mehr Sichtbarkeit für Kleinstkulturschaffende und Kleinveranstalter geäußert worden sei. Die rückläufigen Zuschauerzahlen nach der Corona-Pandemie hätten die Problematik der fehlenden Wahrnehmung kleiner Kulturveranstaltungen verstärkt.
Herr Rinke berichtet, dass der Verein Art Culture Poverty Worldwide (ACPW) e.V., vertreten durch Herrn Fahem, dem Kulturrat Braunschweig ein Konzept für digitale Kulturtafeln vorgestellt habe. Diese Tafeln sollten an öffentlich zugänglichen Orten wie Supermärkten, Tankstellen, Apotheken und Kultureinrichtungen aufgestellt werden, um Veranstaltungen sichtbar zu machen. Er hebt hervor, dass Kleinstkulturschaffende oft nicht über die finanziellen Mittel verfügten, um Plakate zu drucken oder andere Werbemaßnahmen zu finanzieren. Der Kulturrat Braunschweig habe das Konzept als unterstützenswert bewertet und plane, als Kooperationspartner Fördermittel und Sponsoren zu akquirieren. Ziel sei es, eine kostenlose Nutzung der Tafeln für Kleinstkulturschaffende über einen Zeitraum von fünf Jahren zu ermöglichen. Er betont, dass langfristig eine nachhaltige Finanzierung des Projektes angestrebt werde, ohne auf Mittel aus dem städtischen Kulturetat zurückzugreifen. Die bilateralen Abstimmungen mit dem ACPW e.V. seien abgeschlossen, die Finanzierung solle im Jahr 2026 vorangetrieben werden und der Projektstart sei für das Jahr 2027 geplant.
Er weist ergänzend darauf hin, dass der Kulturrat Braunschweig derzeit als lose Arbeitsgemeinschaft (AG) organisiert sei und keine rechtlichen Verträge abschließen könne. Daher sei die Gründung als Verein notwendig, um Fördermittel entgegenzunehmen und vertragliche Vereinbarungen zu treffen.
Stellvertretender Ausschussvorsitzender Stühmeier fragt nach den nächsten Schritten.
Herr Rinke erwidert, dass der Kulturrat Braunschweig die Finanzierung des Projektes gemeinsam mit dem ACPW e.V. vorantreiben werde. Ziel sei es, eine kostenlose Teilhabe für Kleinstkulturschaffende zu gewährleisten.
Auf Nachfrage von Ratsherrn Knurr stellt Herr Rinke klar, dass der Kulturrat Braunschweig derzeit kein eingetragener Verein sei, sondern eine AG, und dass die Vereinsgründung noch bevorstehe.
Herr Ratsherr Winckler bittet um Erläuterung des Gesamtkonzeptes, z.B. in Bezug auf die redaktionelle Verantwortung für die Inhalte der Kulturtafeln. Herr Rinke erklärt, dass der ACPW e.V. die Tafeln betreiben und der Kulturrat als Kooperationspartner unterstützend tätig sein werde.
Frau Mielke, ebenfalls Vorstandsmitglied des Kulturrates Braunschweig, ergänzt, dass die redaktionelle Arbeit und die technische Umsetzung von externen Partnern übernommen würden, da der Kulturrat Braunschweig nur ehrenamtlich arbeite.
Ratsherr Flake erinnert an den ursprünglichen Antrag der FDP-Ratsfraktion „Eine Werbefläche für die Kultur" (DS Nr. 25-25164), auf den die heutige Präsentation des Kulturrates Braunschweig zurückgehe und der die Problematik der Sichtbarkeit kleiner Kulturveranstalter in die politische Diskussion gebracht habe. Er begrüße die Weiterentwicklung des Projektes durch den Kulturrat Braunschweig und hebt hervor, dass die organisatorischen und finanziellen Herausforderungen schrittweise gelöst werden müssten. Er kommentiert weiter, eine rechtliche Weiterentwicklung des Kulturrates Braunschweig als zu gründender Verein sei ein natürlicher Prozess, der im Einklang mit der Idee des Kulturentwicklungsprozesses (KultEP) stehe.
Ratsfrau Kaphammel äußert Bedenken hinsichtlich der Finanzierung und fragt, ob die Stadt Braunschweig im Falle unzureichender Sponsorengelder um finanzielle Unterstützung gebeten werde.
Herr Rinke versichert, dass der Kulturrat Braunschweig nicht beabsichtige, Mittel aus dem städtischen Kulturetat zu beanspruchen, sondern man setze auf Sponsoren und Stiftungen.
Frau Mielke ergänzt, dass das Konzept von Herrn Fahem darauf abziele, im Rahmen einer zweijährigen Pilotphase eine Anschubfinanzierung aus Sponsoring zu erhalten, um die Tafeln anzuschaffen und eine Struktur aufzubauen. Danach solle sich das Projekt selbst tragen. Sie betont, dass der Kulturrat Braunschweig mit seinem Namen für das Projekt werben werde, um Sponsoren und Förderer zu gewinnen.
Stellvertretender Ausschussvorsitzender Stühmeier schlägt vor, der Kulturrat Braunschweig möge im Nachgang der Sitzung ergänzend ein schriftliches Konzept mit den wesentlichen Fakten und einer Übersicht zur Finanzierung vorlegen, um die Diskussion zu konkretisieren.
Frau Ratsfrau Glogowski-Merten unterstützt seinen Vorschlag. Sie kritisiert, der Vorschlag des Kulturrates Braunschweig stelle jedoch keine niedrigschwellige Lösung dar, wie von dem Antrag der FDP-Ratsfraktion ursprünglich beabsichtigt. Auch sei fraglich, inwiefern der Kulturrat Brauschweig konkret zu den digitalen Werbetafeln beitrage. Die Gründung des Kulturrates Braunschweig als Verein hingegen sei zu begrüßen.
Anlagen
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(wie Dokument)
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2,6 MB
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