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ALLRIS - Auszug

25.11.2025 - 3.1 Vorstellung der Forschungsschwerpunkte des Helm...

Beschluss:
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Wortprotokoll

Frau Prof. Dr. Hesse (Dez. IV) begrüßt Herrn Prof. Dr. Penninger, Wissenschaftlicher Geschäftsführer des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig. Sie hebt dessen außergewöhnliche wissenschaftliche Karriere hervor und beschreibt ihn als international anerkannten Wissenschaftler, der u.a. in Kanada, Österreich und Japan tätig gewesen sei und zahlreiche Auszeichnungen erhalten habe, darunter den Wittgenstein-Preis und das Österreichische Verdienstkreuz für Kunst und Wissenschaft. Seine Forschungsschwerpunkte lägen in den genetischen Ursachen von Erkrankungen sowie in der Entwicklung von Medikamenten. Das HZI spiele eine bedeutende Rolle in der Infektionsforschung und es sei eine Ehre, Herrn Prof. Dr. Penninger im Ausschuss begrüßen zu dürfen.

 

Protokollnotiz zur Vita von Herrn Prof. Dr. Penninger:

 

Beruflicher Werdegang von Herrn Prof. Dr. Josef Penninger

  • Josef Penninger wurde am 5. September 1964 in Gurten, Oberösterreich, geboren.
  • Er studierte von 1982 bis 1988 an der Universität Innsbruck Medizin und belegte nebenbei Kunstgeschichte und Spanisch.
  • Von 1986 bis 1990 erarbeite er am Institut für Allgemeine und Experimentelle Pathologie, Universität Innsbruck, Medizinische Fakultät, seine Promotion „Phänotypische und funktionelle Analyse von intra-thymischen Ammenlymphozyten (TNC)“. Sein Doktorvater war der Altersforscher Prof. Dr. Georg Wick.
  • Nach seiner Dissertation folgte eine wissenschaftliche Karriere in Toronto, Kanada, zunächst als Postdoc am Ontario Cancer Institute, dann als Forschungsleiter am Amgen Research Institute und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Ontario Cancer Institute und schließlich als Assistenzprofessor in den Abteilungen für Immunologie und Medizinische Biophysik an der University in Toronto, wo er schließlich auch Full Professor wurde. 2001 wurde er in Kanada als einer der „Top 40 under 40“ ausgezeichnet, als einer der einflussreichsten und visionärsten jungen Menschen in der kanadischen Wirtschaft und Wissenschaft.
  • Anschließend war er Gründungsdirektor und 16 Jahre lang Leiter des Instituts für Molekulare Biotechnologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien. In dieser Zeit erhielt er mit dem Wittgenstein-Preis den mit 1,5 Millionen EUR bestdotierten und prestigeträchtigsten Wissenschaftspreis Österreichs.
  • Wie in seiner aktuellen Strategie für das HZI, stand auch in dieser Schaffensperiode die Investition in die Förderung junger Ausnahmetalente der Forschung im Vordergrund.
  • Es folgte ein weiterer langjähriger Kanada-Aufenthalt als Leiter des Life Science Institute an der Universität von British Columbia in Vancouver.
  • Für die wissenschaftliche Geschäftsführung des HZI ist Prof. Dr. Penninger 2023 aus Kanada nach Europa zurückgekehrt.
  • 2024 schloss er seinen PhD in Medical Science an der Tokyo Medical and Dental University in Japan ab.

 

Forschungsschwerpunkte von Herrn Prof. Penninger

  • Prof. Dr. Penninger erforscht genetische Ursachen von Erkrankungen. So manipulierte er die Gene in Mäusen und erforschte die Auswirkungen dieser Mutationen auf die Entwicklung des Organismus und die Entstehung von Krankheiten.
  • Er hat beispielsweise ein Protein entdeckt, das sogenannte „Rankl“-Protein, das bei Osteoporose und familiärem Brustkrebs eine wesentliche Rolle spielt. So ist es etwa für den Abbau von Knochen (Osteoporose) verantwortlich, da es die Balance zwischen knochenaufbauenden und -abbauenden Zellen aus dem Gleichgewicht bringt und Blutstammzellen in Knochenfresszellen umwandelt. Bei genetisch bedingtem Brustkrebs spielt „Rankl“ ebenfalls eine zentrale Rolle. Wird „Rankl“ durch ein Medikament blockiert, kann das Ausbrechen der Krankheit verzögert werden.
  • Auf Grundlage seiner Forschungsergebnisse wurden neue Medikamente entwickelt. Prof. Dr. Penninger hat zudem eine Firma gegründet, die Forschungsergebnisse in Medizinprodukte umwandelt und u.a. ein Arzneimittel gegen Tumore bei Kindern (Neuroblastom) entwickelt.
  • Er entwickelte u.a. eine Behandlung gegen Covid-19 und stellte im Februar 2021 einen Zulassungsantrag.

 

Auszeichnungen und Ehrungen im Überblick (Auswahl)

Josef Penninger führt eine lange Liste von Auszeichnungen und Ehrungen. Er war bereits zweimal unter den Top 10 der meistzitierten Wissenschaftler weltweit.

 

  • 2021 Allen Distinguished Investigator
  • 2020 Österreicher des Jahres, Kategorie Internationaler Erfolg
  • 2020 Auf Platz 30 von OOOM 100: Die inspirierendsten Menschen der Welt gewählt
  • 2019 Ehrenprofessor, Universität Qingdao, China
  • 2018 Canada 150 Forschungslehrstuhl für funktionelle Genetik
  • 2018 Österreichisches Verdienstkreuz für Kunst und Wissenschaft
  • 2017 CEE-Innovationspreis (AtoS Österreich)
  • 2015 Unter den 400 einflussreichsten Thought Leaders der Welt (#11 im deutschsprachigen Raum, Quelle: https://www.nachrichten.at/)
  • 2014 Wittgenstein-Preis (höchster österreichischer Wissenschaftspreis, auch als „österreichischer Nobelpreis“ bezeichnet)

 

Herr Prof. Dr. Penninger bedankt sich für die einleitenden Worte und gibt einen Überblick über seine berufliche Laufbahn und die Arbeit des HZI. Die Präsentation ist dem Protokoll beigefügt.

Er erläutert, dass er als funktioneller Genetiker seit vielen Jahren an der Erforschung genetischer Ursachen von Krankheiten arbeite und in der Vergangenheit bedeutende Beiträge zur Entwicklung von Medikamenten geleistet habe, darunter ein Medikament gegen Osteoporose. Er hebt hervor, dass das HZI Teil der Helmholtz-Gemeinschaft sei, der größten Forschungsorganisation in der Europäischen Union (EU), und beschreibt die strategische Ausrichtung des Institutes. Diese umfasse u.a. die Förderung von Talenten, den Aufbau moderner Infrastrukturen sowie die nationale und internationale Zusammenarbeit.

Herr Prof. Dr. Penninger führt aus, dass das HZI an fünf Standorten in Deutschland tätig sei, in Braunschweig, Würzburg, Saarbrücken, Hannover und Greifswald. Er beschreibt die Schwerpunkte der Forschung, die von der Entwicklung neuer Antibiotika über die Präzisionsinfektionsmedizin bis hin zur Untersuchung der Auswirkungen des Klimawandels auf Infektionen reichten. Das HZI nehme eine führende Rolle in der Pandemieforschung ein und verfolge innovative Ansätze wie die Nutzung von künstlicher Intelligenz und die Entwicklung von Organoiden. Er hebt die Bedeutung der internationalen Vernetzung und der Sichtbarkeit des Standortes Braunschweig hervor.

 

Auf Nachfrage durch den Ausschuss wünscht Herr Prof. Dr. Penninger sich eine Verbesserung der Verkehrsanbindung des Institutes, die Förderung der Wissenschaftskommunikation und die Einrichtung eines Innovationsfonds, um die Zusammenarbeit zwischen den Forschungseinrichtungen in Braunschweig zu stärken. Er betont, dass das HZI bereits erhebliche Mittel eingeworben habe, darunter 100 Mio. Euro für die Förderung junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, und dass es das Ziel sei, eines der weltweit führenden Forschungsinstitute zu werden.

Herr Dr. Eckhardt (Bürgermitglied) regt an, in einem halben Jahr eine Rückmeldung über die Umsetzung der geäußerten Wünsche zu erhalten.

Frau Prof. Dr. Hesse weist darauf hin, dass die Stadt Braunschweig bereits zahlreiche Maßnahmen zur Förderung der Forschungsregion Braunschweig umgesetzt habe, und betont die Herausforderung, die Heterogenität der Forschungseinrichtungen in eine einheitliche Marke zu überführen. Sie signalisiert Bereitschaft zur weiteren Zusammenarbeit mit dem HZI, um die Sichtbarkeit der Wissenschaft in Braunschweig zu erhöhen.

 

Ausschussvorsitzender Böttcher bedankt sich bei Herrn Prof. Dr. Penninger für die umfassende Darstellung und betont, dass es dem Ausschuss ein wichtiges Anliegen sei, die Forschungseinrichtungen in der Stadt besser kennenzulernen und deren Arbeit zu unterstützen. Er stellt fest, dass das HZI insbesondere durch die Corona-Pandemie in der Öffentlichkeit bekannt geworden sei.

 

Ratsfrau Göring stellt aufgrund der fortgeschrittenen Zeit einen Geschäftsordnungsantrag zum Übergang auf den nächsten Tagesordnungspunkt (TOP).

 

Abstimmungsergebnis (zum Antrag auf Übergang zur TO):

1 / 8 / 2

 

Ratsfrau Glogowski-Merten bedankt sich bei Herrn Prof. Dr. Penninger für die Präsentation und hebt die Bedeutung des HZI für die Stadt Braunschweig hervor. Sie lobt insbesondere die Öffnung des Institutes für die Öffentlichkeit, etwa durch den „Tag der Offenen Tür“.

 

Frau Volkers (Stellvertretende Vertreterin des Jugendparlamentes) zeigt sich beeindruckt von der Spitzenforschung des HZI und betont die Bedeutung des biotechnologischen Schülerlabors für die Bildung junger Menschen.

 

Ausschussvorsitzender Böttcher dankt Herrn Prof. Dr. Penninger und wünscht dem HZI weiterhin viel Erfolg.

 

Es liegen keine weiteren Wortbeiträge vor.

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Die Mitteilung wird zur Kenntnis genommen.

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