Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Auszug

26.11.2025 - 4.1 Sichere Radverkehrsführung im Umfeld Hagenbrück...

Beschluss:
geändert beschlossen
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Wortprotokoll

Ratsfrau Kluth bringt für die Fraktion Bündnis 90 - DIE GRÜNEN den Antrag 25-26817 ein und begründet diesen.

 

Stadtbaurat Leuer erklärt, dass er die Problematik für den Radverkehr nachvollziehen könne, jedoch darauf hinweist, dass der Bereich auch aufgrund der Gleisanlagen der Braunschweiger Verkehrs-GmbH (BSVG) und des Stadtbahnausbaukonzepts komplex sei. Er betont, dass eine umfassende Betrachtung aller Verkehrsträger, einschließlich der Stadtbahn und des motorisierten Individualverkehrs (MIV), notwendig sei. Eine Reduzierung der Fahrstreifenanzahl müsse simuliert werden, um die Auswirkungen zu bewerten. Er gibt zu bedenken, dass der angestrebte Zeitrahmen für eine Entscheidung im ersten Quartal 2026 ambitioniert sei.

 

Ratsherr Kühn unterstützt die Einbindung der Stadtbahn in die Planungen und regt an, die Möglichkeit einer Zweigleisigkeit der Stadtbahn in diesem Bereich zu prüfen. Er betont, dass eine solche Prüfung notwendig sei, um langfristige Planungen wie die Stadtbahnstrecke in Richtung Kanzlerfeld zu berücksichtigen und schlägt vor, diesen Aspekt in den Prüfauftrag aufzunehmen.

 

Ratsherr Dr. Plinke betont, dass mit dem Antrag 25-26817 keine umfangreichen baulichen Maßnahmen (Anpassung der Gleisanlagen) vorgesehen werden, sondern eine bestandsnahe Umsetzung, wie sie beispielsweise an der Ackerstraße („Protected Bikelane“) erfolgreich realisiert worden sei. Er verweist hierzu auf Untersuchungen in Studienarbeiten der TU Braunschweig, in denen einfache und kostengünstige Lösungen vorgeschlagen wurden.

 

Ratsherr Köster erklärt für die CDU-Fraktion, diesen Antrag und grundsätzlich weitere Reduzierungen von Fahrspuren abzulehnen. Er argumentiert, dass die Verkehrssituation im Bereich Hagenbrücke/Küchenstraße nicht mit der Ackerstraße vergleichbar sei.

 

Herr Rossi verweist auf eine Arbeit der TU Braunschweig, die zeige, dass eine Zweigleisigkeit der Stadtbahn und ein Radweg nach Braunschweiger Standard in diesem Bereich unter Reduzierung der Kfz-Spuren möglich sei, ohne den Verkehrsfluss des Kfz-Verkehrs erheblich zu beeinträchtigen (Leistungsstufe D).

 

Ratsherr Behrens erinnert daran, dass die Küchenstraße laut der Planung des vom Rat beschlossenen Mobilitätsentwicklungsplan (MEP) künftig Teil des Hauptnetzes für den Radverkehr und nur noch Ergänzungsnetz des MIV sein solle. Dies bedeute, dass es dort langfristig keine zwei Spuren je Fahrtrichtung mehr für Autos geben werde.


Stadtbaurat Leuer weist darauf hin, dass eine mikroskopische Verkehrssimulation - aufgrund der Komplexität der Verkehrssituation - insbesondere vor dem Hintergrund der künftigen Stadtbahnführung - nötig sei, um die Wirkungen der Maßnahmen verlässlich beurteilen zu können. Ziel der Verwaltung ist sowohl die Verbesserung der Radverkehrsanlagen als auch die Sicherung der Erreichbarkeit der Parkhäuser.

 

Ratsfrau Jalyschko unterstützt die Durchführung einer mikroskopischen Simulation, fordert jedoch, dass die Verwaltung schon im Vorfeld Handlungsoptionen für unterschiedliche Ergebnisse der Simulation ermittelt. Die Strecke sei netzrelevant, entspreche in der aktuellen Radverkehrsführung jedoch nicht den Standards. Es bestehe deshalb hier in jedem Fall Handlungsbedarf. Ratsfrau Jalyschko regt daher an, dass die Verwaltung bei Gelegenheit mögliche Alternativen skizziert.

 

Stadtbaurat Leuer erklärt, dass sich Handlungsalternativen am besten dann entwickeln lassen, wenn die Wirkungen bekannt sind. Die bereits durchgeführte mikroskopische Simulation am Hagenmarkt zeige, dass eine Änderung der Fahrspuraufteilung möglich ist. Eine Verlängerung des Modells auf angrenzende Abschnitte könne Potenzial schaffen, sollte aber erst nach Analyse der Auswirkungen vorgeschlagen werden. Aufgrund der Bedeutung der Straße im Verkehrsnetz und der Komplexität der Verkehrssituation rät Stadtbaurat Leuer, keine Entscheidungen ohne konkrete Wirkungsdaten zu treffen.

 

Ratsherr Kühn formuliert einen mündlichen Änderungsantrag, der den Antrag 25-26817 um die Prüfung einer zweigleisigen Führung der Stadtbahngleise im Bereich Hagenbrücke/Ecke Reichsstraße ergänzt.

 

Die Ausschussvorsitzende stellt den Antrag 25-26817 zur Abstimmung.

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Beschluss (geändert):

Die Verwaltung wird beauftragt zu prüfen, welche regelkonformen Führungen des Radverkehrs auf den Straßen Hagenbrücke und Küchenstraße möglich und absehbar realisierbar sind. Hierbei geht es insbesondere um die folgenden Abschnitte:

 

- Nördlich: vom Hagenmarkt bis zur Einmündung Alte Waage

- Südlich: vom Meinhardshof bis zur Casparistraße.

 

Geprüft werden soll auch, wie eine Umsetzung bestandsnah, d.h. mit wenig baulichen Maßnahmen, inkl. zeitlichem Benefit erfolgen kann.

 

Zusätzlich ist zu prüfen, ob im Zuge einer Anpassung der Straßenführung eine zweigleisige Führung der Stadtbahngleise im Bereich Hagenbrücke/Ecke Reichsstraße umgesetzt werden kann.

 

Das Ergebnis soll dem Ausschuss im 1. Quartal 2026 vorgelegt werden.  

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Abstimmungsergebnis:

dafür: 6      dagegen: 3      Enthaltungen: 0

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