Rat und Stadtbezirksräte
05.03.2025 - 8 Vorstellung: Kombinierte Untersuchung von Feins...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 8
- Datum:
- Mi., 05.03.2025
- Status:
- öffentlich (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 19:00
- Anlass:
- Sitzung
Wortprotokoll
Frau Bezirksbürgermeisterin Krause begrüßt zu diesem Tagesordnungspunkt Herrn Dr. Schiefer vom Institut für Partikeltechnik der TU Braunschweig. Herr Dr. Schiefer stellt seine Präsentation vor (als Anlage beigefügt). Er erläutert zunächst die Hintergründe des Forschungsprojekts KoFeMo, das vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr gefördert wird. Die TU Braunschweig, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sowie weitere Partner sind an der Umsetzung beteiligt.
Herr Dr. Schiefer beschreibt, dass das Ziel des Projekts darin besteht, die Wechselwirkungen zwischen Feinstaubbelastung und Mobilität zu untersuchen. Dafür soll ein exemplarisches Stadtquartier in den Stadtbezirken Nordstadt-/Schunteraue und Östliches Ringgebiet analysiert werden, insbesondere der Kreuzungsbereich Rebenring/Hans-Sommer-Straße. Hier sollen mit Hilfe moderner Messverfahren sowohl die Feinstaubemissionen von Fahrzeugen als auch die Verkehrsflüsse detailliert erfasst werden. Ein besonderes Highlight ist ein Ballonsystem, das Feinstaubkonzentrationen und meteorologische Verhältnisse in verschiedenen Höhen misst, um die Verteilung der Partikel besser nachvollziehen zu können. Die gewonnenen Daten sollen mittels Simulationen analysiert und perspektivisch für Handlungsempfehlungen für eine emissionsärmere Verkehrssteuerung entwickelt werden.
Frau Dr. Göbel erkundigt sich nach der Differenzierung zwischen Feinstaub aus Verkehrsquellen und anderen Umweltquellen wie Bodenstaub oder Industrieemissionen. Herr Dr. Schiefer erklärt, dass durch verschiedene Sensoren und Simulationsuntersuchungen versucht wird, diese Quellen möglichst genau zu differenzieren. Er verweist darauf, dass zusätzlich Vergleichsmessungen an weniger befahrenen Orten durchgeführt werden, um Hintergrundwerte zu ermitteln.
Herr Yilmaz thematisiert die aktuelle Baustellensituation in der Brucknerstraße und fragt, ob die Messungen trotz der veränderten Verkehrssituation repräsentativ seien. Herr Dr. Schiefer erklärt, dass die Baustellensituation zwar nicht optimal sei, aber auch die Auswirkungen von Umleitungen und Baustellenstaub in die Analysen mit einbezogen werden könnten. Zudem sei das Projekt auf drei Jahre angelegt, sodass Veränderungen über einen längeren Zeitraum erfasst werden könnten.
Frau Dr. Karras erkundigt sich nach den praktischen Konsequenzen der Forschung. Sie möchte wissen, ob das Ziel darin besteht, Fahrzeugtechnologien zu verbessern oder Verkehrskonzepte in Städten anzupassen. Herr Dr. Schiefer betont, dass beide Aspekte eine Rolle spielen.
Herr Buchholz fragt nach den Möglichkeiten, die Simulationen für städtebauliche Planungen zu nutzen. Herr Dr. Schiefer bestätigt, dass dies langfristig angestrebt wird. Eine verbesserte Feinstaubmodellierung könnte dazu beitragen, Umweltaspekte stärker in die Stadtplanung zu integrieren.
