Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Auszug

26.02.2026 - 5.2 Demenz: Nicht achselzuckend hinnehmen, sondern ...

Beschluss:
zur Kenntnis genommen
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Wortprotokoll

Frau von Knobelsdorff hat bereits vor der Ausschusssitzung eine Stellungnahme seitens des Seniorenrats zu der eingegangenen Anfrage eingereicht. Die Verwaltung habe zu einem früheren Zeitpunkt angegeben, dass die Diagnostik von Demenz lediglich ambulant stattfinden könne, wofür die niedergelassenen Neurologen zuständig seien. Da die Wartezeiten für einen Facharzttermin lang seien, müsse der Diagnostik von Demenz ein höherer Stellenwert zugestanden werden.

 

Frau Mundlos möchte zuerst erfahren, welche Perspektiven für Wohngemeinschaften bestünden, ob ein Zeit- bzw. Stufenplan diesbezüglich vorliege und wo die Wohngemeinschaften in Braunschweig entstehen sollten. Außerdem nimmt Frau Mundlos Bezug auf die in der Stellungnahme genannten 20 Planbetten für demenzdiagnostische Kapazitäten und fragt, ob die Stadtverwaltung eine Liste zur Übersicht der Anlaufstellen erstellt habe. Des Weiteren erkundigt sie sich nach den bestehenden Überlegungen, die soziale Aktivität insoweit auszubauen, dass eine Demenz deutlich später symptomatisch werde.

 

Frau Kundolf weist im Zusammenhang zur ersten Frage von Frau Mundlos auf die enge Zusammenarbeit zwischen dem Sozialreferat und dem Fachbereich 50 sowie mit der Stadtplanung und -entwicklung hin. Die Stadt Braunschweig sei im Vergleich zu anderen Kommunen gut aufgestellt. Außerdem verweist sie auf die Stellungnahme zu Frage eins, aus der hervorgehe, dass bisher kein Träger mit ernsthaftem Interesse für den Bau und die Planung von Wohnpflegegemeinschaften gefunden worden sei. Es sei schwierig Angebote zu entwickeln, die über die stationäre Versorgung hinausgehen würden.

 

Herr Klockgether berichtet zur Übersicht von Anlaufstellen, dass drei Arzt-Auskunft-Portale online zu finden seien, die das Filtern nach Demenz-Diagnostik ermöglichen und auch regelmäßig aktualisiert werden würden.

 

Frau Mundlos konkretisiert ihre dritte Frage in Hinblick auf die soziale Aktivität dahingehend, dass Seniorenkreise und Nachbarschaftszentren nicht überall im Stadtgebiet zu finden seien und das Netzwerk demzufolge erweitert werden könne.

 

Herr Klockgether betont, dass Braunschweig in Hinblick auf Nachbarschaftszentren, Nachbarschaftshilfen, Seniorenkreise und präventive Hausbesuche gut aufgestellt sei und größere Defizite derzeit nicht erkennbar seien.

 

Frau von Knobelsdorff unterstreicht die Stellungnahme des Seniorenrats, dass man nahezu ein ganzes Jahr auf einen Facharzttermin warten müsse.

 

Frau Scholz schlägt vor, Herrn Hofmann von der KVN ggf. erneut zu einer Sitzung des Sozialausschusses einzuladen, um zu den Themen Diagnostik von Demenz und Terminvergabe zu berichten. Frau Scholz macht deutlich, dass mehrere stationäre Möglichkeiten im Umkreis vorhanden seien, wie die gerontopsychiatrische Station im Städtischen Klinikum mit 20 Betten, das AWO-Psychiatriezentrum und auch das Fachklinikum Liebenburg.

 

Herr Winckler fragt, ob es seitens der Wohlfahrtsverbände Bestrebungen gebe, solche Einrichtungen zu entwickeln.

 

Herr Seifert bekräftigt die Aussage von Herrn Klockgether, dass Braunschweig bereits viele Angebote vorweisen könne. Träger seien alleine häufig nicht in der Lage, die hohen Investitionskosten zu tragen.

 

Herr Baumgart bemängelt die langen Wartezeiten bis zu einer finalen Kostenzusage, wodurch ein hohes Risiko für die einzelnen Anbieter bestünde.

 

Herr Seifert ergänzt, dass die Steuerung des Belegungsmanagements sowie der entsprechende Fachkräfteeinsatz ebenfalls Hindernisse darstellen würden.

 

Herr Winckler erkundigt sich, ob dieses Modell in ganz Deutschland nicht vorkäme.

 

Die Aussage von Herrn Baumgart habe sich lediglich auf Braunschweig bezogen.

 

Frau Dr. Flake benennt den bestehenden demografischen Wandel und die damit einhergehende Zunahme an Bedarfen zur Unterstützung älterer Menschen. Sie wünscht sich eine Aussage, ob die Verwaltung die Situation ebenfalls als eine „große Baustelle“ einschätze.

 

Herr Klockgether signalisiert, dass es innerhalb Braunschweigs viele Angebote gebe, deren Anzahl nach außen hin abnehme. Der Fokus liege auf der Erweiterung, Aktualisierung und Stärkung bereits bestehender Systeme.

 

Frau Mundlos wünscht sich, dass durch die steigende Entwicklung der Demenzzahlen noch mehr Gegenmaßnahmen ergriffen werden würden.

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