Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Auszug

15.04.2026 - 3.1 Situation in der Altenhilfe und der Altenpflege...

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Wortprotokoll

Herr Kern stellt die in der Anlage beigefügte Präsentation zum Thema Ernährungsarmut vor.

 

Frau Ohnesorge äußert ihre Skepsis gegenüber dem vorgestellten Projekt und führt aus, dass insbesondere der finanzielle Aspekt für sie maßgeblich sei. Im Hinblick auf die Überlegung, ein gesondertes Angebot für ältere Menschen zu schaffen, weist sie darauf hin, dass die Tafel spendenfinanziert und in der Vergangenheit zeitweise an ihre Belastungsgrenzen gestoßen sei. Vor diesem Hintergrund erkundigt sie sich, worin das konkrete Ergebnis des Projekts bestehen solle, inwieweit die Kommune eine Finanzierung sicherstellen könne und ob hierfür beispielsweise auch Transportkosten zu berücksichtigen seien. Darüber hinaus fragt Frau Ohnesorge, ob vergleichbare Projekte in anderen Kommunen bereits bestünden.

 

Herr Kern bestätigt, dass das Konzept „Obstkäppchen“ bereits in anderen Kommunen umgesetzt werde.

 

Frau Ohnesorge nimmt auf das Konzept Bezug und erkundigt sich, wie dieses konkret ausgestaltet werden solle, wie eine Finanzierung erfolgen könne und ob im Falle eines tragfähigen Konzepts eine Berücksichtigung im Haushalt vorgesehen sei.

 

Herr Kern erklärt, dass die bisherigen Ideen für die Finalisierung des Projektziels noch konkretisiert und abgewogen werden müssten. In diesem Zusammenhang sei auch zu besprechen, welche Ressourcen gegenwärtig und künftig benötigt würden beziehungsweise zur Verfügung stünden.

 

Frau Dr. Flake äußert sich ebenfalls kritisch und führt aus, dass es sich grundsätzlich um positive Ansätze handle, doch ein klares Umsetzungsziel erkennbar sein müsse. Ohne einen konkreten Nutzen bestehe aus ihrer Sicht die Gefahr, dass personelle Ressourcen gebunden würden, ohne dass ein entsprechender Mehrwert erzielt werde. Insbesondere sei fraglich, ob die eigentlich angesprochene Zielgruppe auf diesem Wege tatsächlich erreicht werde. Vor diesem Hintergrund stelle sie auch die dauerhafte Tragfähigkeit des Projekts in Frage. Für die nächste Ratsperiode erscheine es ihr daher sinnvoll, über ein anderes Vorgehen nachzudenken.

 

Herr Klockgether führt aus, dass es sich um ein gefördertes Projekt handle, da die kommunalen Ressourcen hierfür nicht ausreichen würden. Zugleich weist er darauf hin, dass nicht jede im Rahmen des Projekts entwickelte Maßnahme zwangsläufig mit Kosten für die Kommune verbunden sei. Aus fachlicher Sicht bestehe durchaus Anlass, sich mit dem Thema näher zu befassen. Das Projekt „Obstkäppchen“ werde in vielen Kommunen privat organisiert und finanziert. Herr Klockgether benennt ferner das grundsätzliche Problem des Zugangs zu entsprechenden Angeboten. Da die Zielgruppen für Hilfsangebote häufig selbst aktiv werden und eigenständig annehmen müssten, würden nicht alle Betroffenen erreicht werden. Deshalb sei zu prüfen, welche tragfähigen Modelle in Betracht kämen und wie diese organisatorisch und finanziell bestmöglich aufgestellt werden könnten. Herr Klockgether erachte es daher als sinnvoll, sich mit dem Thema zu befassen, bevor hierfür konkrete Haushaltsmittel veranschlagt würden.

 

Frau Mundlos erkundigt sich, ob das Projekt „Obstkäppchen“ in den Kommunen, in denen es bereits umgesetzt werde, an das Alter der Empfänger gebunden sei und dieses das maßgebliche Kriterium darstelle. Darüber hinaus bittet sie um eine Einordnung, welche Kosten für die Stadt entstünden und durch wen das Projekt finanziert werde.

 

Herr Kern erklärt, dass das Projekt durch Mittel des Bundesgesundheitsministeriums gefördert werde. Mit solchen Projekten solle auch eine Erkenntnis darüber gewonnen werden, in welcher Weise Altersarmut sichtbar werde und welche Personengruppen entsprechende Angebote in Anspruch nehmen würden. Herr Kern benennt die in der Stadt bereits geeigneten Strukturen, etwa in Begegnungsstätten, Nachbarschaftszentren und weiteren Treffpunkten. Wer im weiteren Verlauf die Verantwortung für das Projekt und die Rahmenbedingungen übernehme, sei bislang nicht abschließend geklärt. Auch die konkreten Kriterien sowie die Frage, wie die Zielgruppen erreicht werden könnten, seien derzeit noch offen. Nach dem derzeitigen Stand sei vorgesehen, dass Ehrenamtliche die „Obstkäppchen“ an die Empfänger ausliefern würden.

 

Herr Klockgether ergänzt, dass die Projektverantwortlichen hilfsbedürftige ältere Menschen als Zielgruppe in den Blick genommen hätten. Dabei seien keine konkreten Einkommens- und Vermögensprüfungen beabsichtigt. Das Projekt ziele aber auf Personen, die von Altersarmut betroffen oder bedroht seien.

 

Frau Ihbe begrüße es, dass die Verwaltung diese Initiative aufgegriffen habe. Armut habe unterschiedliche Erscheinungsformen, was sich auch im Bereich der Ernährung widerspiegele. Insbesondere bei Familien mit Kindern stelle sich aus ihrer Sicht die Frage, wie das Thema dort zusätzlich aufgegriffen werden könne. Im Hinblick auf bereits vorhandene Strukturen regt sie an, zu prüfen, ob eine Zusammenarbeit mit den Nachbarschaftshilfen möglich sei, wodurch Kontakt zur Zielgruppe des Projekts hergestellt werden könne.

 

Herr Kern befürwortet den Vorschlag und erklärt, dass die soziale Infrastruktur der Stadt Braunschweig hierbei einen wesentlichen Vorteil darstelle.

 

Frau Ihbe erkundigt sich nach der vorgesehenen Projektlaufzeit.

 

Herr Kern erklärt, dass die Laufzeit Anfang des kommenden Jahres enden werde, doch das Projekt im Anschluss weitergeführt werden solle.

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