Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Auszug

04.12.2018 - 4.1 Förderung der Nachbarschaftshilfen in Braunschweig

Beschluss:
zur Kenntnis genommen
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Wortprotokoll

Ratsfrau Schütze begrüßt Herrn Golmann, den Geschäftsführer von ambet e. V.

ambet e. V. betreibt in Braunschweig die Nachbarschaftshilfe Nord-West.

 

Frau Maliske führt in das Thema Nachbarschaftshilfen ein.

 

Herr Golmann berichtet, dass die Nachbarschaftshilfen in Braunschweig ein wichtiger Baustein des sozialen Lebens seien. Sie seien bewährt, gut im Quartier verankert und auf dieses ausgerichtet sowie zukunftsfähig aufgestellt. Die Gewinnung von neuem Pflegepersonal gestalte sich für die Nachbarschaftshilfen schwierig. Es würden aktiv Menschen angesprochen und eingeladen. Man gewinne so neue ehrenamtliche Helfer, hierüber versuche man aber auch, aus den Helferinnen und Helfern qualifizierte Kräfte zu gewinnen.

 

Die Nachbarschaftshilfen seien Ansprechpartner für Menschen, die nicht mehr so mobil seien, und könnten für diese ortsnahe Hilfen anbieten. Darüber hinaus würden die Nachbarschaftshilfen auch präventiv tätig: man biete Angebote für mehr Sicherheit und Unterstützung im Alltag. Beispielhaft zu nennen seien hier die sogenannten "Löwenpunkte". Man versorge hierbei einzelne Betriebe im Quartier mit Informationen und Anleitungen. Diese Betriebe hätten dann einen Lotsen, der die Menschen bei Bearf unterstütze.

 

Ein weiteres Angebot der Nachbarschaftshilfe sei der ehrenamtliche Begleitdienst, bei dem Helfer gemeinsam mit den Menschen einkaufen gingen, was dazu beitrage, dass die Menschen weiterhin aktiv am Alltag teilnähmen.

 

Beim Projekt "Wohnen für Hilfe" fänden Studenten Wohnraum bei älteren Menschen und würden diesen dafür im Gegenzug stundenweise aushelfen.

 

Einen Stadtplan für ältere Menschen, in dem beispielsweise Sitzgelegenheiten markiert sind, hätte z. B. die Nachbarschaftshilfe im östlichen Ringgebiet auch entwickelt.

 

Ratsfrau Seiffert merkt an, dass es in der Vergangenheit einige Gesetzesänderungen gegeben habe, mit denen sich auch die Arbeit der Nachbarschaftshilfen umstellen musste. In den Nachbarschaftstreffs oder Begegnungsstätten in den Quartieren könnten auch von den Nachbarschaftshilfen niedrigschwellige Angebote eingerichtet werden. Durch die zunehmende Anzahl an 1-Personen-Haushalten müsse Einsamkeit entgegengewirkt werden. Sie gibt zu bedenken, dass auch die ehrenamtlichen Helfer selbst oftmals Hilfestellung Fragen aus ihrer Tätigkeit heraus benötigten. Die Nachbarschaftshilfen in Braunschweig seien insgesamt gut aufgestellt und vernetzt.

 

Auf Nachfrage von Ratsfrau Naber zur Tabelle erläutert Frau Becker, dass die obere Tabelle die derzeitige Verteilung der Personalkosten der Nachbarschaftshilfen darstelle, wobei die Nachbarschaftshilfe Südost einen Festbetrag in Höhe von 12.000 € erhalte. Alle Nachbarschaftshilfen erhalten ihre Zuwendungen aus einem gemeinsamen Topf. Die Nachbarschaftshilfe Südost hat beantragt, gleichberechtigt zu allen anderen Nachbarschaftshilfen in die Förderung aufgenommen zu werden, also keinen Festbetrag mehr zu erhalten. Die untere Tabelle stellt die Situation mit Aufnahme der Nachbarschaftshilfe Südost dar. Da diese dann auch die Personalkosten für eine volle Stelle beantragen würde, ergibt sich in der unteren Tabelle ein höherer Betrag.

 

Auf die Frage von Ratsfrau Naber, wo in der Verwaltung die Nachbarschaftstreffs verankert seien, antwortet Frau Dr. Arbogast, dass dies beim Sozialreferat sei.

 

Frau Gruber erklärt, dass sowohl die AGW als auch die Vereine bei ihren Eigenleistungen am Limit seien. Um die Arbeit der Nachbarschaftshilfen aufrecht erhalten zu können, werde mehr Geld benötigt.

 

Ratsfrau Mundlos führt aus, dass die Nachbarschaftshilfen seit vielen Jahren sehr gute Arbeit leisteten. Durch Gesetzesänderungen, veränderte Bedürfnisse der Bevölkerung sowie Erfahrungen habe es einen Anpassungsprozess der Nachbarschaftshilfen gegeben. Sie fragt nach, ob es zur Förderung der Nachbarschaftshilfen Mittel vom Land gebe. Außerdem interessiert sie, ob es möglich wäre, zur Professionalisierung Ehrenamtlicher für die Pflege Schulungen durchzuführen.

 

Frau Maliske führt dazu aus, dass das Land keine Gelder mehr für Nachbarschaftshilfen zur Verfügung stelle. Die Demenzhilfe werde weiterhin abgekoppelt von den Nachbarschaftshilfen angeboten und hierfür gebe es Mittel vom Land. Für Ehrenamtliche gebe es schon Schulungen und diese Professionalisierung und Gewinnung von Personal werde auch weiterhin eine Herausforderung sein. Es gebe zudem bereits eine Validierungsstelle um stille Reserven zu aktivieren und einen niedrigschwelligen Wiedereinstieg in den Beruf zu ermöglichen.

 

Frau Dr. Arbogast stellt dar, dass es perspektivisch nicht ausreichend Pflegekräfte geben werde. Es sei daher wichtig, Systeme wie die Kurzzeitpflege, Nachbarschaftshilfen, Ehrenamtliche und auch Angehörige zu stärken.

 

Ratsfrau Ohnesorge bestätigt die Wichtigkeit des Ausbaus der Nachbarschaftshilfen und der Altenhilfe und ist der Ansicht, die Politik müsse den erhöhten Zuschuss auf den Weg bringen.

 

Herr Grziwa kritisiert, dass Begriffe wie Quartier, Stadtteil, Stadtbezirk und Planungsbereich nicht klar genug abgegrenzt und definiert seien. Man müsse sich vor allem fragen, was Senioren bräuchten, was ein Quartier ausmache, und wie alte Menschen überhaupt die einzelnen Bezirksgeschäftsstellen erreichen sollten. Man müsse hierbei Strukturen mitdenken und definieren.

 

Frau Dr. Arbogast erklärt, dass auf diese Aspekte bei der Altenhilfeplanung eingegangen werden solle.

 

Ratsfrau Seiffert berichtet, dass einige Nachbarschaftshilfen einen Fahrdienst sowie aufsuchende Sozialarbeit anbieten würden.

 

Herr Golmann berichtet, dass EU-Mittel eingeworben worden seien, um Menschen mit informellen Qualifikationen weiter zu qualifizieren und zu professionalisieren. Es seien bereits über 600 Ehrenamtliche geschult worden und somit durch die Nachbarschaftshilfen mit Grundkenntnissen versorgt worden. Durch den Pflegenotstand sei es wichtig, nicht formell Qualifizierte und Angehörige zu stärken.

 

Ratsfrau Schütze bekräftigt, dass die Nachbarschaftshilfen bereits erfolgreich Hilfen anböten und auch Akquise neuen Pflegepersonals durch die langsame Heranführung über das Ehrenamt leisten würden.

 

Ratsfrau Jaschinski-Gaus nimmt Bezug auf den Hinweis von Herrn Grziwa bezüglich der Begrifflichkeiten und wünscht sich einen Katalog, in dem diese Begriffe und auch solche wie Nachbarschaftsladen, Nachbarschaftstreff etc. definiert seien.

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Anlagen zur Vorlage

Erläuterungen und Hinweise