Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Auszug

05.09.2019 - 7.5 Programm zur Förderung lokaler Hebammen

Beschluss:
abgelehnt
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Wortprotokoll

Ratsfrau Ohnesorge erläutert, dass es in den umliegenden Kommunen bereits Förderprogramme gebe und es daher für die Stadt Braunschweig an der Zeit sei, auch mit eigenen Anreizen zu starten.

 

Frau Dr. Arbogast berichtet, dass man sich seitens der Stadtverwaltung in den letzten 6 Monaten sehr intensiv mit dem Thema beschäftigt habe. Das Gleichstellungsreferat habe eine Podiumsdiskussion organisiert, es habe sich ein Runder Tisch gebildet und dieser werde bald zum zweiten Mal tagen. Die Kulturverwaltung und die Sozialverwaltung würden gemeinsam an dem Thema arbeiten. Es finde ein Austausch mit dem Hebammenverband, dem Klinikum und den Hebammen selbst statt. Man widme sich derzeit verstärkt der Fragestellung, wie man die Ausbildung in der Region Braunschweig aufrechterhalten könne, denn zur Zeit seien als künftige Standorte Osnabrück, Hannover, Göttingen und Oldenburg geplant. Es habe zudem bereits ein Treffen mit den Vertretern der Sozialdezernate der umliegenden Kommunen gegeben. In Wolfsburg werde das zur Verfügung stehende Geld kaum abgerufen und es sei bisher nicht bekannt, ob es überhaupt eine positive Entwicklung aufgrund der Anreize gebe. Den Blick gemeinsam stärker regional als kommunal auszurichten, sei eher gewünscht. Für die Einrichtung einer Hebammenzentrale sei es entscheidend, dass die betroffenen Hebammen auch mitziehen würden. Eine Abfrage hierzu laufe zur Zeit. In einem gemeinsamen Projekt des Marienstiftes und des städtischen Klinikums solle eine App und ein Geburtshilfeportal entwickelt werden, welches im 1. Quartal 2020 starten und im Herbst diesen Jahres vorgestellt werden solle.

 

Ratsfrau Schütze berichtet, dass die Möglichkeit bestehe, dass die Ostfalia den Studiengang einführen könnte. Zur Zeit gebe es jedoch auch dort einen Fachkräftemangel, und die Professur müsse zunächst gewährleistet werden. Auch sie betrachte das Problem eher als ein regionales, nicht als ein rein kommunales. Problematischer als die Bezahlung seien für die Hebammen zudem die Arbeitsbedingungen und die Arbeitsbelastung, finanzielle Anreize würden daher nicht helfen. Sie sehe die Stadt Braunschweig auf einem guten Weg. Bei der Datenerhebung werde das Land unterstützen.

 

Ratsfrau Mundlos berichtet über den Beruf der Doula, welche zur Unterstützung von Hebammen tätig würden.

 

Ratsfrau Ohnesorge bestätigt, dass beispielsweise eine Datenerhebung wichtig sei, und es bei dem Antrag nicht lediglich um finanzielle Anreize gehe.

 

Frau Dr. Arbogast führt ergänzend aus, dass es in den Landkreisen bereits seit längerer Zeit stärkere Probleme bei der Versorgung gebe und daher auch schon früher mit Anreizsystemen begonnen worden sei. Ein weiteres Problem sei, dass vor 10 Jahren noch 70 % der Hebammen in Vollzeit gearbeitet hätten, heute seien es nur noch 30 %. Die Hebammen müssten außerdem zunehmend einen hohen bürokratischen Aufwand bewältigen.

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Beschlussvorschlag:

Die Verwaltung wird beauftragt, eine Übersicht möglicher Förderungen für lokale Hebammen zu erstellen. Dabei sollen auch die Maßnahmen berücksichtigt werden, die in Nachbarkommunen bereits umgesetzt werden oder geplant sind.

Basierend auf dieser Übersicht wird die Verwaltung beauftragt, ein Förderprogramm für die Hebammen in Braunschweig zu erarbeiten und den politischen Gremien zur Abstimmung vorzulegen.

 

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Abstimmungsergebnis:

dafür: 3; dagegen: 8; Enth.: 0

Erläuterungen und Hinweise