Rat und Stadtbezirksräte
05.05.2022 - 4.1 Energiegewinnung aus Abwasser
Grunddaten
- TOP:
- Ö 4.1
- Zusätze:
- Verantwortlich: CDU-Fraktion im Rat der Stadt
- Gremium:
- Umwelt- und Grünflächenausschuss
- Datum:
- Do., 05.05.2022
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 15:00
- Anlass:
- Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Antrag (öffentlich)
- Federführend:
- 0100 Steuerungsdienst
- Beschluss:
- verwiesen
Wortprotokoll
Ratsfrau von Gronefeld bringt den Antrag ein. Dezernent Herlitschke teilt mit, dass bereits eine Stellungnahme des Referates 0660 aus dem Dezernat III erarbeitet worden ist, die aber noch um die hier im Ausschuss ergangenen Anmerkungen ergänzt werden soll und somit noch nicht sichtbar ist.
Protokollnotiz:
Ratsfrau Johannes verlässt die Sitzung.
Ausschussvorsitzender Ratsherr Jonas schlägt vor, den Antrag passieren zu lassen.
Protokollnotiz:
Ratsfrau Johannes nimmt wieder an der Sitzung teil.
Die Vertreterin der Umweltverbände Dr. Goclik regt eine Ergänzung des Antrags um allgemeine Umweltwärme aus Gewässern wie den Mittellandkanal oder Gewässern wie den Ölper See bzw. um niedertemperierte Energiesysteme an.
Dezernent Herlitschke verweist darauf, dass der wesentliche Akteur in diesem Themenfeld die SEBS sei, so dass auch jede Anlagentechnik, die in deren Anlagen gebaut werden soll, beantragt werden müsse. Er gibt an, dass der rechtliche Rahmen jeweils geprüft und eingehalten werden müsse.
Ratsherr Kühn erläutert aus seiner Sicht die Problematiken und Funktionen von Wärmepumpen auch bei alten und neuen Abwasserkanälen sowie die Schwierigkeiten für die Verwaltung aufgrund der in der Vorlage formulierten Forderungen. Zudem verweist er auf die Ratsanfrage „Energiegewinnung aus Abwasser“.
Protokollnotiz:
Bürgermitglied Kiekenap verlässt die Sitzung.
Dezernent Herlitschke äußert sich zu den gegebenen Hinweisen zu den Wärmepumpen und Wärmetauschertechnik und stellt klar, dass alle notwendigen Faktoren zum Betrieb in einem angemessenen Verhältnis stehen müssen. Gerade das benötigte Temperaturgefälle muss stimmen. Im privaten Bereich sehe er eher Problematiken, da sich bei der Nutzung auch sehr hohe regelmäßige Wartungs- und Reinigungskosten ergeben könnten.
Protokollnotiz:
Bürgermitglied Kiekenap nimmt wieder an der Sitzung teil.
Dezernent Herlitschke regt an, dieses als Prüfauftrag an die Verwaltung abzugeben.
Die Vertreterin der Umweltverbände Dr. Goclik gibt den Hinweis, dass bereits in Teilen von Hamburg entsprechende Pumpen im Einsatz sind und Erkenntnisse von dort eingeholt werden können.
Ratsfrau von Gronefeld begrüßt die technische Diskussion zum Thema Wärmepumpen und stellt den Antrag auf passieren lassen. Der Antrag ist als Prüfauftrag zu verstehen und die Antragstellerin möchte diesen noch im Lichte der in der Diskussion erworbenen Erkenntnissen inhaltlich anpassen.
Ausschussvorsitzender Ratsherr Jonas fasst zusammen, dass die Problematiken bezüglich des Vorhandenseins von großen kontinuierlichen Volumenströmen mit einem entsprechenden Energiegehalt besonders zu betrachten sind. Zusätzlich sei zu bedenken, dass im Abwasser ein hoher Feststoffgehalt vorhanden ist, so dass der Wartungsaufwand erheblich ist und die dadurch entstehenden Kosten möglicherweise die eingesparten Energiekosten übersteigen. Er regt an, eher große Industriebetrieben in Braunschweig, bei denen hoher Wasserverbrauch mit wenig Feststoffgehalt vorhanden ist, ins Auge zu fassen. Interessant sei diese Technik bei Neubaugebieten, wo bereits entsprechende Nebenanlagen (z. B. Wartungshäuschen) bereits eingeplant werden können.
Ratsherr Kühn unterstützt den Prüfauftrag, bittet dann jedoch um Umformulierung der Beschlusspunkte 1 und 2. Er stellt in Aussicht, zusammen mit Ratsfrau von Gronefeld einen Änderungsantrag einzubringen.
Herr Gekeler führt Projekte auf, bei denen diese Technik bereits genutzt wird und weist in dieser Diskussion auf einen Leitfaden aus der Schweiz hin, der in Baden-Württemberg eingesetzt wird; dieser lautet „Wärmenutzung aus Abwasser“. Hier lassen sich gute Informationen zu der Thematik recherchieren.
Ausschussvorsitzender Ratsherr Jonas lässt über den Antrag auf passieren lassen abstimmen. Der Antrag wird einstimmig angenommen.
Der Antrag wird passieren gelassen.
Die Verwaltung wird gebeten,
1. den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Informationen über Abwasser-Wärmepumpen über die städtische Internetseite zur Verfügung zu stellen sowie eine Information über die Möglichkeit des Einsatzes von Abwasser-Wärmepumpen an die Energieberatung und die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Stadtverwaltung zu geben, die Baugenehmigungen bearbeiten,
2. die grundsätzliche Möglichkeit zu schaffen, Wärmepumpeninstallationen in Abwasserkanälen zu nutzen,
3. mögliche Standorte für Groß-Wärmepumpen für die Fernwärme an Abwasserkanälen mit entsprechend großen Querschnitt und Trockenwetterabfluss zu prüfen, insbesondere an den Hauptkreuzungspunkten bzw. der Zusammenführung der Abwasserkanäle im westlichen Stadtgebiet, bevor die Zuleitung in die Kläranlage erfolgt.
