Rat und Stadtbezirksräte
17.02.2026 - 3.2.2 Errichtung einer Ampelanlage Spinnerstraße / Ne...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 3.2.2
- Zusätze:
- Leppa
- Datum:
- Di., 17.02.2026
- Status:
- öffentlich (Niederschrift erstellt)
- Uhrzeit:
- 19:00
- Anlass:
- Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Mitteilung
- Federführend:
- 66 Fachbereich Tiefbau und Verkehr
Wortprotokoll
Die Mitteilung wird zusammen mit der Anfrage 7.2 behandelt. Frau Bezirksbürgermeisterin Sewella begrüßt zu der Thematik Herrn Wiegel (Fachbereichsleiter Tiefbau und Verkehr).
Herr Hillger weist darauf hin, dass das Thema den Stadtbezirksrat schon seit über zehn Jahren beschäftigt. Er fragt nach den Ergebnissen der Verkehrszählung im September und November 2025 sowie nach den Schwellenwerten, die erreicht werden müssen, um eine Lichtsignalanlage (LSA) zu begründen. Weitere Bedarfe durch zusätzliche Bebauung sollten berücksichtigt werden.
Frau Grumbach-Raasch sieht das Überfahren des Geländes der Tankstelle sehr kritisch. Dieser Sachverhalt werde in der Mitteilung nicht erwähnt.
Frau Bezirksbürgermeisterin Sewella erläutert die Historie, wonach ursprünglich die Oker-Marina errichtet werden sollte. Der Investor war zum Bau einer Ampel verpflichtet. Der Investor habe sich nun geändert, es gebe weitere Nachverdichtung. Die Ampel sei aber leider nicht mehr vorgesehen. Frau Sewella sieht dennoch weiterhin den Bedarf.
Herr Wiegel erläutert die Ergebnisse der Verkehrszählungen am Mittwoch, 24.06.2025. Zwischen 6 und 10 Uhr sind aus der Spinnerstraße 222 Fahrzeuge ausgefahren, davon 177 nach rechts, 44 verbotswidrig nach links und ein Fahrzeug ebenfalls verbotswidrig geradeaus. Zusätzlich sind 27 Fahrzeuge über das Gelände der Tankstelle gefahren, was rechtlich zulässig ist. Insgesamt wird die Verkehrsbelastung an dieser Stelle jedoch nicht als außergewöhnlich hoch bewertet. An der ebenfalls untersuchten Eichtalstraße wurden am 12.11.2025, ebenfalls einem Mittwoch im gleichen Tageszeitraum 160 Rechtsabbieger, 68 Linksabbieger sowie 156 einfahrende Fahrzeuge gezählt, also eine vergleichbare Größenordnung.
Konkrete Schwellenwerte für die Einrichtung einer Ampel gebe es nicht. Maßgeblich sind unter anderem Unfallhäufungsstellen, verkehrliche Prioritäten sowie die bauliche Umsetzbarkeit. Der Neustadtring verfügt in dem betreffenden Bereich über keine Mittelinsel; für eine Ampel müssten Flächen umgebaut werden, möglicherweise zulasten von Fahrspuren.
Zur künftigen Quartiersentwicklung führt Herr Wiegel aus, dass die verkehrlichen Auswirkungen des Projektes am „Gartenkamp“ geprüft wurden und die dadurch entstehenden Verkehre noch abgewickelt werden können. Weitere Entwicklungen werden beobachtet und bei Bedarf wird die Situation neu bewertet.
Herr Johannes schlägt vor, an der Spinnerstraße eine zweite Ampel einzurichten und diese mit der bestehenden Anlage an der Maschstraße parallel zu schalten. An anderen Stellen funktioniere dies ebenfalls. So könne der Bereich verkehrlich beruhigt und das Rechts- und Linksabbiegen ermöglicht werden. Herr Wiegel erklärt, dass der Abstand von etwa 100 Metern für eine funktionierende Koordinierung ungeeignet sei.
Auf Nachfrage von Frau Grumbach-Raasch, was das Linksabbiegen aus der Spinnerstraße kommend von der Abfahrt von der Tankstelle unterscheidet, antwortet Herr Wiegel, dass es gegenüber der Tankstellenausfahrt keine direkt gegenüberliegende Ausfahrt/Zufahrt gibt. Dadurch entstehen weniger typische Kreuzungskonflikte.
Herr Paruszewski stellt fest, dass ca. ein Fünftel der Fahrzeuge offenbar Bedarf zum Linksabbiegen hat. Er regt an, die Situation insgesamt zu betrachten und auch den Rad- und Fußgängerverkehr einzubeziehen. Herr Wiegel ergänzt, dass bei der Zählung auch Radverkehr gezählt wurde. Frau Sewella betont, dass die bestehende Fußgängerampel für Schul- und Hortkinder dringend erforderlich ist und daher nicht für eine LSA an der Spinnerstraße entfallen sollte.
Herr Richter bittet aus Gründen der Transparenz und Nachvollziehbarkeit grundsätzlich darum, dass dem Stadtbezirksrat das vorliegende Datenmaterial zur Verfügung gestellt wird.
Auf Nachfrage von Frau Leister, warum im Zeitraum 6–10 Uhr gezählt wurde, antwortet Herr Wiegel, dass es sich hierbei erfahrungsgemäß um eine Spitzenzeit mit besonders hoher Verkehrsbelastung handelt.
