Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Beschlussvorlage - 15-00016

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Beschluss:

Der Protohaus gGmbH i.G. wird ein Zuschuss i. H. v. bis zu 29.500 € als Fehlbedarfsfinan-zierung für die erstmalige Ausstattung des geplanten „Protohaus“ mit Maschinen und Anlagen gewährt.
 

 

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Sachverhalt

Sachverhalt:
 

Antragsteller

 

Die Initiatoren der Protohaus gGmbH i. G. -vertreten durch Chris Töppe und Frithjof Hansnig- sehen sich als Teil der weltweiten „FabLab Community“. Das Team hinter den Initiatoren kommt aus verschiedenen Bereichen, sodass auch unterschiedlichste Kompetenzen wie
z. B. Architektur, Design, Ingenieurwesen oder Betriebswirtschaftslehre allen Mitgliedern zur Verfügung stehen. Für Braunschweig sehen die Initiatoren aufgrund der Nähe zu den Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowie der ansässigen Industrie ein besonders hohes wertschöpfendes Potential, um die technische Bildung weiter voranzutreiben und Innovationen zu fördern.

 

Konzept des FabLab

 

Der Begriff FabLab (engl. „fabrication laboratory“) steht für eine offene Werkstatt, die grund-sätzlich allen Kreativen aus Wirtschaft, Schule und Studium oder Privatpersonen zur Verfü-gung steht und die Möglichkeit bietet, auf moderne und industrielle Produktionsverfahren zurückzugreifen. Gleichzeitig ist ein FabLab auch ein Ort des Treffens und des Austauschs. Die Idee der FabLab kommt aus den USA. Allein in Deutschland wurde das Konzept mittler-weile in über 20 Städten umgesetzt.

 

Für die Kultur- und Kreativwirtschaft (KKW) soll das in Braunschweig geplante FabLab mit dem Namen „Protohaus“ eine solche Schnittstelle zwischen Kreativität, Design, Kunst und Technologie bilden. Dadurch ergeben sich Möglichkeiten, digitale Ideen und Entwürfe in Produkte und Prototypen umzusetzen. Durch die angestrebte, starke Vernetzung mit anderen, auch internationalen FabLabs sollen außerdem der kulturelle Austausch verstärkt werden und Innovationen entstehen.

 


Neben den Möglichkeiten des Ausprobierens im Grundschulalter bis hin zum „Rapid Prototy-ping“ (verschiedene Verfahren zur schnellen Herstellung von Musterbauteilen) sollen auch Einführungskurse, Seminarvorträge, Workshops und kleine Events angeboten werden. Das Protohaus will einen offenen und kreativen Schaffensprozess ermöglichen. Das in einzelnen Projekten entstandene Wissen kann digital festgehalten und im Sinne eines Open-Source-Gedanken veröffentlicht werden. Zusätzlich ist vorgesehen, eine Plattform anzubieten, auf der ein Transfer zwischen Design und Technik stattfinden wird.

 

Insgesamt sollen Austausch und Kooperation zwischen Mitgliedern von Universitäten, aus der Industrie und der Kultur- und Kreativwirtschaft in der Region und darüber hinaus gefördert werden.

 

Raumkonzept

 

Die Initiatoren sehen neben einer Holz- und Metallwerkstatt, einem 2D- bzw. 3D- Park und einem Elektronik-Lab auch Flächen für Workshops, Präsentationen, Lager, Info-Point und eine Lounge zum Austausch vor. Im September 2015 soll die Anmietung von Flächen in räumlicher Nähe zur Technischen Universität am Rebenring erfolgen.

 

Betrieb, Investitionen und Finanzierung

 

Für den Betrieb des Protohauses ist die Gründung einer gemeinnützigen Gesellschaft geplant. Interessierte Nutzer können über eine Mitgliedschaft dauerhafte und umfängliche Nutzungsrechte erwerben. Die Mitgliedsbeiträge sollen entsprechend des unterschiedlichen Status (Student, Unternehmen etc.) angemessen gestaffelt werden. Ferner werden steigende Einnahmen aus Kooperationsprojekten erwartet. Für Investitionen und laufenden Betrieb in den ersten Jahren konnten bereits erste Stiftungsgelder eingeworben werden. Gespräche mit weiteren Stiftungen und potentiellen Sponsoren für den laufenden Betrieb, Arbeitsmaterialien und Sonstigem werden derzeit noch geführt.

 

Für die Einrichtung der Werkstätten ist die Anschaffung entsprechender Maschinen und Werkzeuge  erforderlich. Inklusive der Einbauten in die Bestandsimmobilien rechnen die Ini-tiatoren mit Investitionskosten i. H. v. rund 74.500 € sowie einem kleinen Finanzierungsbe-darf für Marketing in der Startphase von rund 1.000 €. Unter Berücksichtigung der beabsich-tigten Eigenleistung, weiterer Dritt- und Eigenmittel verbleibt ein bislang noch ungedeckter Betrag i. H. v. 29.500 €.

 

Bewertung

 

Das „Protohaus“ bietet eine Lern-, Erfahrungs-, und Arbeitsumgebung und ist ein Ausgangspunkt für Wissens- und Informationsaustausch. Unterschiedlichste Ideen und Fachbereiche werden vernetzt und können zu neuen Blickwinkeln führen. Mit Hilfe des „Protohauses“ können Gründungsinteressierte ihre Ideen technisch umsetzen und erproben sowie neue Ideen für eine Existenzgründung entwickeln.

 

Das Projekt scheint geeignet, die Vernetzung von Akteuren der KKW, der Wissenschaft und der Industrie zu fördern und deckt auch den Co-Working-Gedanken ab. Außerdem kann bei Schülern und jungen Menschen allgemein das Interesse an der Ausübung von Berufen der späteren MINT-Bereiche geweckt werden. Die Möglichkeit des kostengünstigen Prototypen-baus mit modernsten Hilfsmitteln kann insbesondere kleinen Unternehmen und Existenz-gründern aller Branchen zugutekommen.

 

Die Verwaltung schlägt eine Bezuschussung des Vorhabens im Rahmen einer Fehlbedarfs-finanzierung i. H. v. maximal 29.500 € aus Haushaltsmitteln der Kultur- und Kreativwirtschaft vor. Sollten weitere Mittel durch die Initiatoren eingeworben werden können, die nicht für zusätzliche Maßnahmen eingesetzt werden, verringert sich der städtische Zuschuss ent-sprechend.

 

 

Vertreter der Protohaus gGmbH i. G. werden gebeten, das Projekt im Wirtschaftsausschuss vorzustellen und für Fragen zur Verfügung zu stehen

 

 

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Anlagen

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