Rat und Stadtbezirksräte
Anfrage (öffentlich) - 15-00119
Grunddaten
- Betreff:
-
Migration und Gesundheit
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Anfrage (öffentlich)
- Federführend:
- 0100 Steuerungsdienst
- Verantwortlich:
- SPD Fraktion im Rat der Stadt
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Ausschuss für Integrationsfragen
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Entscheidung
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24.06.2015
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Menschen mit Migrationshintergrund können spezifischen, erhöhten Gesundheitsrisiken ausgesetzt sein. Dabei ist es nicht die Migration als solche, die krank macht. Es sind vielmehr die Gründe und Umstände einer Migration sowie die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland, die zu einem schlechteren Gesundheitszustand führen können. Insbesondere sind Menschen mit Migrationshintergrund spezifischen Gesundheitsrisiken ausgesetzt, die bei Deutschen ohne Migrationshintergrund nicht oder nur in Ausnahmefällen vorkommen:
- psychosoziale Belastungen durch Trennung von der Familie;
- psychosoziale Belastungen durch Fremdenfeindlichkeit;
- psychosoziale Belastungen durch politische Verfolgung oder Folter im Herkunftsland.
Das geht aus der Studie „Migration und Gesundheit – Schwerpunktbericht der Gesundheitsberichterstattung des Bundes“ hervor, die das Robert-Koch-Institut 2008 veröffentlicht hat.
Gerade auch in der Phase der kulturellen Adoleszenz sind Menschen mit Migrationshintergrund besonderen Herausforderungen ausgesetzt (z. B. Idenditätsunsicherheit). Zur Erläuterung: „Die Metapher von der ‚kulturellen Adoleszenz‘ geht von der Hypothese aus, dass die Krisen der Adoleszenz in vielfacher Hinsicht den Krisen gleichen, die die Migrationsprozesse auslösen. Es besteht eine Analogie zwischen den Entwicklungsleistungen der Migranten bei der Integration in die Aufnahmekultur und denen, die Adoleszenten bei der Integration in die Gesellschaft erbringen müssen“ (Wielant Machleidt: „Migration, Kultur und seelische Gesundheit“, 2007).
Wir fragen die Verwaltung in diesem Zusammenhang:
- Gibt es im Gesundheitsbereich (außer dem präventiv angelegten MiMi Gesundheitsprojekt) Angebote, die sich speziell an Migranten mit den oben genannten psychosozialen Belastungen richten?
- Inwieweit gibt es Entwicklungen im Selbsthilfebereich, wo diese Zielgruppe in Erscheinung tritt?
- Welchen Bedarf sieht die Verwaltung in diesem Bereich?
Gez.
Tanja Pantazis
Ratsfrau
