Rat und Stadtbezirksräte
Mitteilung - 15-00010
Grunddaten
- Betreff:
-
Bericht über die Umsetzung der Altenhilfeplanung 2014 "Braunschweig - lebenswert auch im Alter"
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Mitteilung
- Federführend:
- 50 Fachbereich Soziales und Gesundheit
- Verantwortlich:
- Dr. Hanke
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Ausschuss für Soziales und Gesundheit
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zur Kenntnis
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25.06.2015
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Gemäß Ratsbeschluss vom 18. Juli 2006 ist die Verwaltung gehalten, jährlich über den Stand der Umsetzung von Maßnahmen der Altenhilfeplanung zu berichten. Mit dem nachfolgenden Bericht wird dieser Verpflichtung nachgekommen.
Vorweggeschickt sei die Anmerkung, dass auch die Altenhilfeplanung in den Prozess des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes Braunschweig 2030 (ISEK) eingebettet wird.
Stadtteilorientierung
Stadtbezirke
Im Stadtbezirk 321 Lehndorf-Kanzlerfeld trifft sich das Forum „Älter werden im Stadtbezirk“ weiterhin regelmäßig.
Der ehrenamtliche Einkaufsbegleitdienst für ältere Menschen im Quartier in Kooperation mit ambet e. V., der seit 2013 umgesetzt ist, wird gut genutzt. Es wurden weitere Ehrenamtliche gesucht, die Fahrten übernehmen. Der Verein ambet e. V. stellt dafür weiterhin kostenfrei ein Fahrzeug zur Verfügung. Im Jahr 2014 wurde ein Flyer herausgegeben, der über die Lage von Briefkästen und Poststationen im Quartier Auskunft gibt. Seit Ende 2014 arbeitet das Forum an der Barrierefreiheit im öffentlichen Verkehrsraum. Die Erfahrungen mit der Forumsarbeit im Stadtbezirk wurden auch Dritten zur Verfügung gestellt.
Das Integrierte Wohnprojekt „Achilles Hof“ Am Grasplatz 5 in Watenbüttel (Träger: ambet e. V.) ist fertiggestellt. Es beinhaltet 33 Servicewohnungen sowie eine Wohn- Pflegegruppe mit 9 Wohnbereichen für Menschen mit erhöhtem Assistenz- und Pflegebedarf. In das Ensemble des ehemaligen Dreiseitbauernhofes sind generationenübergreifend eine Kindergruppe, Büro- und Praxisräume sowie eine Begegnungsstätte integriert. Für die Begegnungsstätte wurde zwischen ambet e. V. und der Stadt ein Betriebsführungsvertrag geschlossen. Die Stadt richtete die Begegnungsstätte ein und zahlt im Rahmen einer jährlichen Zuwendung einen Betrag von zurzeit 32.600 € für die Betriebskosten.
Im Stadtbezirk 112 Wabe-Schunter-Beberbach werden im Kulturzentrum Fröbelweg die Räume im Erdgeschoss für den Seniorenkreis nutzbar, sobald der Wirt die Räume nicht mehr nutzt. Dadurch entfiel der Bau eines Aufzuges. Alternativ wurden die Sanitäreinrichtungen im Erdgeschoss barrierefrei umgebaut. Die Baumaßnahme wurde im Frühjahr 2014 abgeschlossen.
Im Stadtbezirk 212 Heidberg-Melverode wurde Ende 2012 einen Seniorenkreis gegründet. Der Wunsch nach einem größeren Treffens-Ort (Begegnungszentrum/Nachbarschafts-Treff) für alle Gruppen aus dem Stadtteil ist deutlich geworden.
Das Projekt „Gesund älter werden im Heidberg“ hat den Einkaufsbegleitdienst als wünschenswert auch für dieses Quartier erachtet und mit Unterstützung des Lehndorfer Forums und des Seniorenbüros die Arbeit zur Umsetzung aufgenommen.
Im Stadtbezirk 120 Östliches Ringgebiet wurde die angedachte Umsetzung der Altenhilfeplanung 2013 vorgestellt. Im Jahr 2014 hat sich eine Arbeitsgruppe aus Mitgliedern des Stadtbezirksrates und Fachleuten vor Ort gebildet, die an der quartiersbezogenen Umsetzung arbeitet. Erste Ergebnisse sind für 2015 zu erwarten.
Im Stadtbezirk 221 Weststadt ist die Vorstellung der Umsetzungsmöglichkeiten der Altenhilfeplanung bei den aktiven Gruppen der Weststadt (AGeWe) unter Leitung des Bezirksbürgermeisters erfolgt. Er hat das Projekt ALTERnative ins Leben gerufen. Unterschiedliche Akteure des Quartiers befassen sich mit seniorenrelevanten Fragen. Mitarbeiter des Seniorenbüros nehmen regelmäßig an den Sitzungen teil.
Im Stadtbezirk 323 Wenden Thune Harxbüttel ist die Vorstellung der Umsetzungsmöglichkeiten der Altenhilfeplanung im Stadtbezirksrat ebenfalls erfolgt. Bisher ist der Verwaltung noch nicht bekannt, ob und welcher Weg dort beschritten werden soll.
Offene Altenhilfe
Veranstaltungen
Die Reisen unter dem Motto „Warum in die Ferne schweifen? Sieh‘ das Gute liegt so nah…“ wurden von ehrenamtlichen Seniorinnen und Senioren unter Anleitung geplant und begleitet, um so einen Teil der Idee von Stadtranderholung für Braunschweiger Senioren umsetzen zu können.
Das Angebot umfasste eine Reise zu einem Biobauernhof, eine Tagesfahrt in den Elm, eine Besichtigung der Stahlwerke Salzgitter, eine Fahrt zum Asse Informationszentrum und einen Ausflug nach Ilsenburg und zum Kloster Drübeck.
Alle Fahrten waren restlos ausgebucht, das engagierte Reiseteam konnte noch erweitert werden.
Begegnungsstätte Querum
Vorträge
Um die Seniorenbegegnungsstätte im Quartier noch bekannter zu machen und zur Nutzung ihrer Angebote anzuregen, wurde den Bewohnern des Stadtteils eine Vortragsreihe zu altersrelevanten Themen wie Patientenverfügung, Erbrecht, Wohnberatung, Vorsorge und Kriminalprävention geboten. Die Besucherfrequenz betrug bis zu 80 Personen.
Es ist beabsichtigt, die Vortragsreihe in weiteren Begegnungsstätten z.T. mit ergänzenden Inhalten wie Depression, Suizid oder Sucht im Alter anzubieten.
Begegnungsstätte Bebelhof
Die Räumlichkeiten werden von den unterschiedlichen Gruppen täglich ab 14:00 Uhr in Eigenverantwortung genutzt, sie versorgen sich selbst. Die einzelnen Gruppen haben sich weiter gefestigt, eine Internationale Kochgruppe hat sich neu gefunden und trifft sich regelmäßig montags.
Die Stadt unterstützt die Gruppenleiter in ihrer Arbeit und begleitet die regelmäßig stattfindenden Nutzertreffen. Diese Treffen dienen auch der gemeinsamen Planung von Jahresfesten und Vortragsangeboten mit der Lebenshilfe, die für alle Besucher und Besucherinnen des Hauses sowie für Bewohner und Bewohnerinnen des Bebelhofes offen sind. Ein jährlicher Austausch mit dem Projektpartner Lebenshilfe findet statt.
Prävention
Sport- und Bewegungsentwicklung
Das Seniorenbüro beteiligt sich an der Sport- und Bewegungsentwicklungsplanung in Braunschweig. Die Inhalte der Altenhilfeplanung werden in diese Planung eingespeist. Den Wünschen nach Vermehrung von niederschwelligen Angeboten in den Stadtteilen und der Gestaltung des öffentlichen Raums zur Förderung von Bewegung kann durch eine Umsetzung der Planung Rechnung getragen werden.
Stadtteilorientierte Netzwerke können die Entwicklung von Sport- und Bewegungsangeboten unterstützen. Als positives Beispiel wäre das Netzwerk „Gesund älter werden im Heidberg“ zu nennen. Von Krankenkassen, Wohnbaugesellschaften, Wohlfahrtsverbänden, Kirchen und Sportvereinen werden u.a. Bewegungsangebote für Senioren entwickelt und erfolgreich angeboten.
Sturzprophylaxe
Die geschulten Multiplikatoren in den Seniorengruppen halten das Angebot zur Sturzprophylaxe weiter aufrecht.
Wohnen
Qualifizierung AAL
Das Thema AAL (Ambient Assisted Living) ist auch für den Bereich des Wohnens relevant.
Um die Beratungskompetenz zu stärken und besser auf die Auswirkungen des demographischen Wandels reagieren zu können, wurde die Möglichkeit genutzt, an der Qualifizierung „Berater für generationengerechte Assistenzsysteme teilzunehmen.
Die umfangreiche Weiterbildung beinhaltete mehrere Lernblocks, wie:
- Technologie von AAL Systemen
- AAL-Systeme im Kontext Lebensqualität, Altern(n) & Gesundheit
- AAL-Systeme und Recht
- Beratungskompetenz
- Finanzierung und Marktübersicht
Über den Verbund „GeniAAL weiterbilden“ wurde Personal des Seniorenbüros zertifiziert.
Auch Personal der städtisch geförderten Wohnberatungsstelle des Deutschen Roten Kreuzes erlangte die Zertifizierung.
Vorträge und Exkursionen zum Thema Wohnen
Im Seniorenbüro wurden vier Vorträge zu den Themen „Wohnformen“, „Pflegeheime“ und „Seniorengerechtes Wohnen“ angeboten. In Kooperation mit der DRK Wohnberatung wurden für die Teilnehmer der Vorträge Exkursionen in die Musterwohnung in der Hallestraße unternommen. Hier wurden an praktischen Beispielen Wohnraumanpassungsmaßnahmen und generationengerechte Assistenzsysteme erläutert
Pflege
„Bündnis für gute Pflege“
Mit einer Kundgebung vor dem Braunschweiger Schloss unter dem Motto „Gute Pflege ist Menschenrecht“ machten Wohlfahrtsverbände und soziale Einrichtungen am 16. Juli 2014 auf die Missstände in der Pflege aufmerksam. Gemeinsam forderten die Bündnispartner „Perspektiven für eine bessere Pflege“. Es handelte sich um eine landesweite Aktion. Schwerpunkt der niedersächsischen Proteste war Braunschweig.
Im Rahmen der Imagekampagne „Altenpflege neu entdecken“ fanden in 2014 keine Aktivitäten statt.
Migration
Beratung
Die interkulturelle Rentenberatung durch die Mitarbeiterinnen des Versicherungsamtes mit Unterstützung der Migrationsberater wurde fortgeführt. Das Angebot wird weiterhin gut angenommen.
Garten ohne Grenzen“
Die Baumaßnahme war nach vierjähriger Laufzeit 2014 noch nicht abgeschlossen, das Projekt konnte daher in 2014 noch nicht starten.
Die Tätigkeiten des Beirates der Aktiven - zusammen mit allen späteren Nutzern - wurden dieser Entwicklung angepasst, es fand nur eine Sitzung statt. Zu den Nutzern wurde weiterhin Kontakt gehalten.
Die Arbeitsgruppe des Seniorenbüros hat die inhaltliche Umsetzung weiter vorbereitet, die AWO hat begonnen, Aufgaben aus dem Ende 2013 geschlossenen Kooperationsvertrag zu übernehmen.
Insgesamt waren 2014 37 Personen am Projekt interessiert, von denen 27 auch eine Parzelle haben möchten. Davon sind 14 Personen Deutsche und 23 Personen haben Migrationshintergrund. Die Parzellengröße liegt bei 10-40 m².
Zurzeit sind 29 Parzellen vergeben, es stehen noch weitere 3 kleine Parzellen zur Verfügung.
I. V.
Dr. Hanke
