Rat und Stadtbezirksräte
Mitteilung - 16-01397
Grunddaten
- Betreff:
-
Gemeinschaftliches Wohnen in Braunschweig - Konzept
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Mitteilung
- Federführend:
- 61 Fachbereich Stadtplanung und Umweltschutz
- Beteiligt:
- 0100 Steuerungsdienst; 0130 Referat Kommunikation; DEZERNAT III - Bau- und Umweltschutzdezernat; 0600 Baureferat; DEZERNAT V - Sozial-, Schul-, Gesundheits- und Jugenddezernat; 50 Fachbereich Soziales und Gesundheit
- Verantwortlich:
- Leuer
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
|---|---|---|---|---|
|
●
Erledigt
|
|
Ausschuss für Soziales und Gesundheit
|
zur Kenntnis
|
|
|
|
08.02.2016
| |||
|
●
Erledigt
|
|
Planungs- und Umweltausschuss
|
zur Kenntnis
|
|
|
|
10.02.2016
|
Sachverhalt
Sachverhalt:
Ausgangslage in Braunschweig und Sachstand
Bundesweit lässt sich der Trend erkennen, dass insbesondere in Großstädten mehr und mehr Menschen eine gemeinschaftlich organisierte Wohnform anstreben, was angesichts der stattfindenden demographischen Veränderungen (immer kleiner werdende Haushalte, weniger Familien, mehr alleinstehende ältere Menschen) nachvollziehbar ist.
Für die Bürgerinnen und Bürger geht es nicht nur darum eine Wohnung zu finden, sondern häufig um eine Kooperation zur Sicherung wechselseitiger informeller Hilfen zwischen den Mitgliedern einer Wohngruppe. Dadurch werden perspektivisch die von der Allgemeinheit getragenen Systeme für Betreuungs- und Pflegeleistungen entlastet.
Eine wichtige Aufgabe der Stadt Braunschweig im Rahmen der Daseinsvorsorge ist, den unterschiedlichen Wohnbedürfnissen aller Bevölkerungsgruppen gerecht zu werden und so-mit Sorge zu tragen, dass auch diese Wohnform in Braunschweig ermöglicht wird. Das Bündnis für Wohnen sieht ebenfalls die Notwendigkeit, diese Bauform auch in Braunschweig zu verwirklichen.
Die Stadt Braunschweig hatte bereits in den Jahren 2009 und 2010 Veranstaltungen zu die-sem Thema organisiert. Zielrichtung war, eine Anlauf- und Beratungsstelle aufzubauen, um Projekte des Gemeinschaftlichen Wohnens in Braunschweig zu moderieren bzw. zu realisie-ren. Dies ist gelungen. 2010 hat sich das Netzwerk Gemeinsam Wohnen Braunschweig auf private Initiative hin gegründet, das die genannten Aufgaben übernommen hat.
Konzept
Bislang wurden trotz zahlreicher Interessenbekundungen nur wenige einschlägige Projekte verwirklicht. Das liegt in vielen Fällen am erhöhten (Zeit)Aufwand einer Baugruppe gegenüber einem Einzelbauherren, eine gemeinsam getragene Planung für ein Objekt zu entwickeln bzw. eine Investitionsentscheidung zu treffen. Ist die Baugruppe soweit, hat das Baugrundstück auf dem engen Wohnungsmarkt in Braunschweig in der Regel schon einen anderen Käufer gefunden.
Das genannte Netzwerk hat in der Vergangenheit mehrfach und nachdrücklich Verwaltung und Politik gebeten, das Netzwerk bei seiner Aufgabe finanziell und personell zu unterstützen.
Die Verwaltung hat zu den aufgeworfenen Fragestellungen ein Konzept entwickelt, das weder finanzielle noch personelle Kapazitäten der Stadt über Gebühr in Anspruch nimmt. Folgendes Konzept wird vorgeschlagen:
•Die Verwaltung legt eine Projektdatei vor, aus der die zukünftigen Bauprojekte hervor-gehen, die sich für das gemeinschaftliche Wohnen eignen. Ziel: frühzeitige Information für Baugruppen (siehe Anlage).
•Bei geeigneten Baugebieten in städtischer Hand (mit Anteilen von mehrgeschossigem Wohnungsbau) wird ein Interessenbekundungs- und Auswahlverfahren für Baugruppen durchgeführt.
•Pro städtischem Baugebiet wird einer Baugruppe ein geeignetes Grundstück für ein Jahr an die Hand gegeben (Ankaufsoption) zur Entwicklung eines tragfähigen Pla-nungs- und Realisierungkonzeptes.
•Legt die Gruppe ein derartiges Konzept vor, kommt die Ankaufsoption zum Tragen (Verkehrswert).
Darüber hinausgehende Leistungen der Stadt wie die verbilligte Abgabe städtischer Grund-stücke oder die Moderation der Baugruppen durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung während der Planungs- und Realisierungsphase, sind nicht Bestandteil die-ses Konzeptes. Vielmehr ist jeder gehalten, sich selbst um die Organisation seines Wohn-wunsches zu kümmern – bis auf diejenige, die aufgrund individueller Problemlagen besonde-re Hilfe benötigen.
Das beschriebene Konzept soll drei Jahre lang probeweise durchgeführt und dann evaluiert werden. Anhand der gemachten Erfahrungen soll das Konzept gegebenenfalls angepasst werden.
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
|---|---|---|---|---|---|
|
1
|
(wie Dokument)
|
26,5 MB
|
