Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Mitteilung - 16-01442

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Beratungsfolge

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Sachverhalt

Sachverhalt:

Der Kulturausschuss hatte in seiner Sitzung am 11. September 2015 im Nachgang der Teilnahme von Frau Bürgermeisterin Ihbe und der Kulturdezernentin Frau Dr. Hesse an den Gedenkfeierlichkeiten zu den Ereignissen im August 1914 in Belgien im August 2015 und der Vorstellung der wissenschaftlichen Erkenntnisse durch das Braunschweigische Landesmuseum den Beschluss gefasst, die Verwaltung zu beauftragen, ein Konzept zu entwickeln, um eine entsprechende Erinnerungspartnerschaft zwischen dem Ort Roselies und der Stadt Braunschweig zu begründen. Dies sollte in enger Abstimmung mit dem Bürgermeister von Aiseau-Presles, Jean Fersini, geschehen (Drs.-Nr. 15-00061; VA-Beschluss vom 29.09.2015).

 

In Umsetzung dieses Arbeitsauftrages wird folgendes Konzept vorgestellt[1]:

 

  1. Erinnerung an die Geschehnisse in Roselies während des Ersten Weltkriegs, Erläuterung über die Namensgebung der Kaserne „Roselies“ durch die Nationalsozialisten im Jahre 1938 sowie Herleitung der heutigen Benennung durch Informationsvermittlung in Gestalt einer Informationstafel/Erinnerungstafel
  2. Erlebbarkeit der Erinnerungspartnerschaft vor Ort durch einen „Garten der Erinnerung“ / “Jardin du Souvenir“ in einem Grünzug in der Nähe zur Roseliesstraße
  3. Perspektivische Aussöhnung durch Partnerschaft

 

Zu 1 Informationstafel:

Die Entwicklung eines entsprechenden Textentwurfes befindet sich in der Bearbeitung. Die Tafel wird in das Gestaltungskonzept einer Erinnerungspartnerschaft mit dem heutigen Ort Roselies bzw. Aiseau-Presles als integraler Bestandteil einbezogen.

 

Zu 2 Garten der Erinnerung:

In dem Quartier rund um die Roseliesstraße soll ein „Garten der Erinnerung“, bestehend aus verschiedenen Pflanzelementen, entstehen: eine Gruppe belgischer Apfelbäume, Rosen (Sorte „Friedenslicht“) in Verbindung mit der oben genannten Erinnerungstafel sowie eine Ergänzung durch ein Feld mit rotem Mohn – als dem weltweiten Symbol für die Todesopfer im Ersten Weltkrieg. Dieses soll sich über die Jahre im gesamten Grünzug (rd. 7.600 qm) ausbreiten.

 

Die Kulturverwaltung schlägt als Ort für den Garten der Erinnerung einen bereits angelegten Grünzug im Baugebiet „Roselies-Kaserne“ vor. Bei diesem das Baugebiet von Nord nach Süd durchziehenden Grünzug handelt es sich um eine Fläche, die bereits angelegt worden ist. Eine zentrale vorhandene, überwiegend wassergebundene Platzfläche stellt den Mittelpunkt dieses zukünftigen Erinnerungsortes dar. Nach dem Konzept wäre dieser noch um die oben genannte Erinnerungstafel zu ergänzen.

 

Eine Abstimmung mit den Bereichen der Fachverwaltung hat ergeben, dass eine wie oben skizzierte Bepflanzung innerhalb der bereits im weiteren Umfeld angelegten öffentlichen Grünanlage sinnvoll integriert werden könnte.

 

Für die konzeptionelle Umsetzung dieser gestalterischen Überlegungen wie auch von möglichen Maßnahmen im Kontext des „Gartens der Erinnerung“ ist vorgesehen, die Bewohnerinnen und Bewohner des Quartiers im Umfeld der Grünanlage und die AWO als Träger der KITA „Roseliesstraße“ einzubeziehen. Ein erster Austausch hat hierzu bereits stattgefunden.

 

Der Fokus soll auf einer auf die friedliche Zukunftsgestaltung zielende Partnerschaft auch mit der belgischen Kommune Aiseau-Presles und dort interessierten Einrichtungen liegen. Diese Schwerpunktsetzung für das weitere Vorgehen trifft überdies die Interessen der KITA resp. des Trägers der KITA, die zukünftig als Institution nicht mehr Gegenstand von Diskussionen um die Ereignisse in Roselies sein möchte, gleichwohl der Mitarbeit an einer zukunftsorientierten Friedensarbeit im Rahmen ihrer pädagogischen Möglichkeiten offen gegenübersteht.

 

Finanzierung:

Die Herstellungskosten des „Gartens der Erinnerung“ werden sich nach einer ersten Kostenschätzung der Fachverwaltung inkl. der erforderlichen Bodenaufbereitung und planerischen Begleitung auf insgesamt ca. 28.000 € belaufen. Die hierin inkludierten Kosten für ein zunächst zu beauftragendes externes Planungsbüro stehen im Fachbereich Kultur zur Verfügung. Die restlichen Herstellungskosten sowie die jährlichen Pflegekosten (ca. 3.500 €) werden nach erfolgtem, entsprechenden Gremienbeschluss in den Haushalt 2017 eingestellt, wobei die jährlichen Mehraufwendungen in Höhe von ca. 3.500 € dem Pflegebudget des Fachbereich Stadtgrün und Sport dauerhaft zur Verfügung zu stellen wären.

 

Zu 3 – Partnerschaft mit Aiseau-Presles:

Es ist beabsichtigt, die oben skizzierte Gestaltungsidee dem Bürgermeister von Aiseau-Presles, Herrn Fersini, als Anregung zur Kenntnis zu geben, einen vergleichbaren „Garten der Erinnerung“ in die Planung für den Neubau der Grundschule in Aiseau-Presles aufzunehmen. Bei einer Realisierung eines solchen „Gartens der Erinnerung“ in Aiseau-Presles wäre eine kontinuierliche Erinnerungsarbeit im Sinne der Aussöhnung und gemeinsamen Zukunftsgestaltung möglich.

 

Weiteres Verfahren:

Nach derzeitigem Stand ist vorgesehen, beginnend mit der Sitzung des AfKW im April, eine entsprechende Beschlussvorlage für den VA vorzulegen, sofern bis dahin eine entsprechende Rückmeldung des Bürgermeisters von Aiseau-Presles vorliegt. Da es sich bei der Gestaltung des Grünstreifens um eine Änderung der Grünflächenplanung im Stadtbezirk handelt, wird der Stadtbezirksrat 213 Südstadt-Rautheim-Mascherode entsprechend beteiligt. Diese frühzeitige Beteiligung wird durch die Verwaltung zudem aufgrund der anzustrebenden aktiven Beteiligung der Anwohnerinnen und Anwohner als wichtig erachtet.

 


[1] Grundlage für die konzeptionellen Überlegungen waren u. a. auch die neu gewonnenen, wissenschaftlich belegbaren, Erkenntnisse des Braunschweigischen Landesmuseums, vorgestellt im AfKW am 11. September 2015.

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