Rat und Stadtbezirksräte
Beschlussvorlage - 16-01813
Grunddaten
- Betreff:
-
Projekt "Wissens- und Technologietransfer - Technologiescout"
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- DEZERNAT VI - Wirtschaftsdezernat
- Verantwortlich:
- Leppa
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Wirtschaftsausschuss
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Vorberatung
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08.04.2016
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Erledigt
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Verwaltungsausschuss
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Entscheidung
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Nachhaltige, kontinuierliche und breit angelegte Innovationsaktivitäten sind die Vorausset-zungen für eine positive, langfristig orientierte Entwicklung einer Region und der dort ansäs-sigen Unternehmen. Mit diesem gemeinsamen Verständnis beabsichtigen die Städte Braun-schweig und Salzgitter sowie der Landkreis Peine gemeinsam im Zeitraum vom 01.05.2016 – 30.04.2020 das Projekt „Wissens- und Technologietransfer“ durchzuführen. Mit Mitteilung 14227/15 wurde über das geplante Vorhaben im Wirtschaftsausschuss bereits berichtet.
Ziel des Vorhabens ist es, gemäß der „Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen für die Beratung von kleinen und mittleren Unternehmen zu Wissens- und Technologietransfer“ KMU verstärkt in das Innovationsgeschehen einzubeziehen und insbesondere den Informati-onsaustausch und die Zusammenarbeit mit den regionalen wissenschaftlichen Einrichtungen zu unterstützen. Dabei wird von einem breiten Innovationsverständnis ausgegangen, das neben der „klassischen“ F+E-basierten Produktinnovation auch Innovationen in den Berei-chen Prozesse, Organisation und Dienstleistung berücksichtigt. Diese unterschätzten, teil-weise niederschwelligen Innovationen spielen insbesondere in nicht forschungsintensiven Branchen die entscheidende Rolle beim Erhalt oder dem Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit.
Das Vorhaben orientiert sich konsequent an den Bedürfnissen der KMU, den Interessen der beteiligten Gebietskörperschaften sowie den Analysen und den daraus abgeleiteten Zielen der Regionalen Handlungsstrategie. Eng vernetzt mit den bestehenden regionalen und lokalen Strukturen soll das Vorhaben einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die Region zukunftsorientiert und nachhaltig weiter zu entwickeln.
Die Stadt Braunschweig, die Wirtschafts- und Innovationsförderung Salzgitter GmbH (WIS GmbH) und die Wirtschafts- und Tourismusfördergesellschaft Landkreis Peine mbh (wito gmbh) gründen zur Abwicklung des Projekts ein auf vier Jahre angelegtes Konsortium. Kon-sortialführer und Projektkoordinator wird die wito gmbh.
Mit der Durchführung von sog. Aufschlussgesprächen, dem Umsetzen von begleitenden Maßnahmen und der Beratung werden unter Einbeziehung von wissenschaftlichen Einrich-tungen die wito consulting gmbh und die Braunschweig Zukunft GmbH beauftragt. Bei Bedarf werden externe Spezialisten hinzugezogen.
In den beauftragten Gesellschaften wito consulting gmbh und Braunschweig Zukunft GmbH wird in Absprache der Projektpartner jeweils ein Mitarbeiter (m/w) eingestellt. Dabei wird da-rauf geachtet, dass sich die Studienschwerpunkte und Qualifikationen der beiden Mitarbeiter ergänzen. Die potentiellen Mitarbeiter durchlaufen in Kooperation der Projektpartner ein standardisiertes Bewerbungsverfahren. Voraussetzung für eine Stellenbesetzung bilden ein erfolgreich abgeschlossenes technisches Studium (Ingenieur oder Wirtschaftsingenieur), nachgewiesene (betriebliche) Erfahrungen in den zu beratenden Bereichen sowie kommuni-kative und vertriebliche Fähigkeiten. Regional betrachtet, wird einer der Mitarbeiter seinen Schwerpunkt auf Braunschweig legen, der andere in erster Linie für Salzgitter und Peine zuständig sein. Die Berater werden bei ihrer Arbeit von Mitarbeitern der Wirtschaftsförde-rungsgesellschaften aktiv unterstützt und begleitet.
Bedingt durch die unterschiedlichen Strukturen der kooperierenden Gebietskörperschaften werden die Berater in enger Absprache mit den Projektpartnern inhaltlich angepasste Schwerpunkte mit differenzierten Vorgehensweisen entwickeln und sich in ihren Kompeten-zen synergetisch ergänzen. Die Netzwerkpflege, der Aufbau und die Pflege der Kontakte zu Wissenschaft und Forschung sowie die Teilnahme an Veranstaltungen werden zwischen den Beratern aufgeteilt.
Eine enge Zusammenarbeit der Berater wird durch gemeinsame Bürozeiten, einem kontinu-ierlichen Erfahrungsaustausch aller Projektpartner und einer gemeinsamen Datenbasis ge-währleistet. Die Zielsetzungen des Vorhabens werden regelmäßig kritisch geprüft und an aktuelle Entwicklungen, Anforderungen und Erfahrungen angepasst.
Um möglichst viele KMU mit dem Angebot zu erreichen, werden insbesondere in der Start-phase die Vermarktung des Vorhabens und eine offensive, breit angelegte Kommunikation des gemeinsamen Projektes im Vordergrund stehen. Während der Projektlaufzeit werden sich jedoch unterschiedliche, noch zu definierende bzw. mit den Netzwerkpartnern und Sta-keholdern abzustimmende Schwerpunkte entwickeln. Diese Schwerpunkte richten sich dann entweder an eine bestimmte Branche oder die Zielgruppe ergibt sich aus dem Thema bzw. der Art der betrieblichen Problemlösung (beispielsweise sind die Themen Energieeffizienz oder Prozessinnovation branchenübergreifend zu betrachten).
Um diese Zielgruppen zu erreichen, wird das Vorhaben eng mit bereits existierenden Netz-werken und anderen pro-innovativen Organisation wie der IHK, HWK oder dem AGV koope-rieren.
Neben den KMU bilden die wissenschaftlichen Einrichtungen, deren Transfergesellschaften und Fakultäten die zweite wichtige Zielgruppe des Vorhabens. Hier sind in der Region insbe-sondere relevant:
• TU Braunschweig und deren Technologietransferstelle
• Innovationsgesellschaft Technische Universität Braunschweig mbH
• Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften Braunschweig / Wolfenbüttel
• Hochschule für Bildende Künste
• Sowie diverse weitere Forschungs- und Transfereinrichtungen
Diese Zielgruppe wird als „Innovationsträger“ eng in das Vorhaben einbezogen und deren Dienstleistungen in enger Absprache mit den Technologietransferstellen regional an die KMU vermarktet.
Um KMU zu motivieren, neue Produkte oder Dienstleistungen zu entwickeln bzw. ihre Pro-dukte und Dienstleistungen zu verbessern, neue Technologien, Prozess- oder Orga-
nisationsinnovationen einzuführen bzw. bestehende Prozesse deutlich zu verbessern, ist eine Vorgehensweise zu verfolgen, die sich eng an den aktuellen Bedürfnissen der KMU orientiert.
In sog. Aufschlussgesprächen werden im Auftrag der jeweils zuständigen Projektpartner von den Innovationsberatern der wito consulting gmbh bzw. Braunschweig Zukunft GmbH je nach Bedarf bzw. Ausgangslage entweder gemeinsam mit Mitarbeitern der regionalen Wirt-schaftsfördereinrichtungen oder allein durchgeführt. Die Inhalte und Ergebnisse der Auf-schlussgespräche werden protokolliert. Schwerpunktthemen und -branchen ergeben sich insbesondere aus der „RIS3-Strategie“ des Landes, aus der Regionalen Handlungsstrategie sowie den Bedarfen in den einzelnen Gebietskörperschaften. Die Spezialisierungsfelder der „RIS3-Strategie“ sind Mobilitätswirtschaft, Gesundheits- und Sozialwirtschaft, Energiewirtschaft, Land- und Ernährungswirtschaft, Digital- und Kreativwirtschaft und Neue Materialien/Produktionswirtschaft. Aus den genannten Strategien und lokalen Gegebenheiten leiten sich auch die Unternehmen ab, die bevorzugt angesprochen werden. Aber auch aktuelle Entwicklungen in Wissenschaft und Forschung, neue Fördermittel oder Beratungsbedarfe der KMU zu speziellen Innovationsthemen werden während der Projektlaufzeit aufgegriffen und aktiv vermarktet.
Die Themen, die in den KMU angesprochen werden, sind vielfältig und variieren je nach Ausgangslage bzw. Bedürfnissen und Interessen. Im Rahmen eines strukturierten Fragebo-gens werden alle innovationsrelevanten Bereiche abgefragt. Je nach Ergebnis werden dem KMU individuelle Lösungsansätze vorgeschlagen. Die Bandbreite ist weit: von einem einfa-chen Hinweis auf geeignete Fördermittel oder geförderte Beratungsleistungen (z. B. Patent-sprechstunde, Innovationsaudit der NBank) über Kontaktvermittlung zu wissenschaftlichen Einrichtungen, spezialisierten Beratern oder passenden Netzwerken bis hin zur Initiierung eines umfangreicheren Kooperationsprojektes.
Die Beratungen werden überwiegend durch die beiden bei der wito consulting gmbh und der Braunschweig Zukunft GmbH eigens für das Projekt angestellten Mitarbeiter kostenlos für die KMU durchgeführt.
Die Schwerpunktthemen in den Beratungen richten sich insbesondere nach
• den individuellen Bedarfen der Unternehmen,
• aktuellen oder Zukunft weisenden Themen aus Wissenschaft und Forschung,
• aktuellen Förderschwerpunkten sowie
• den Zielen der Regionalen Handlungsstrategie.
Zu den Beratungen werden bei Bedarf spezialisierte Experten hinzugezogen bzw. vermittelt, die insbesondere aus den regionalen wissenschaftlichen Einrichtungen stammen sollten. Die Kontaktaufnahme zu diesen Spezialisten erfolgt entweder direkt oder über die Technologie-transferstellen. Im Falle einer erfolgreichen Anbahnung eines Projektes unterstützen die Be-rater bei der Problemanalyse und Projektdefinition, recherchieren Fördermittel von Land, Bund und EU, unterstützen bei der Antragstellung und begleiten das Projekt moderierend bis zum erfolgreichen Abschluss.
Im Rahmen des Marketings, insbesondere der Kommunikationspolitik und des Vertriebs, sind folgende begleitende Maßnahmen geplant:
• Eigenes Internetportal mit Integration in die bestehenden Internetauftritte der Wirtschaftsförderungen sowie regelmäßig aktualisierte Flyer (Inhalte: Informationen über aktuelle Projekte und Projektergebnisse, Fördermöglichkeiten, innovative Lösungsansätze, Leistungen und Angebote der wissenschaftlichen Einrichtungen, etc.). Die Domain „innovation-für-die-region.de“ wurde vorsorglich reserviert.
• Regelmäßige Presseartikel (bspw. mit Best-Practice-Beispielen, aktuellen Fördermöglichkeiten oder aktuellen Themen) in den regionalen Medien
• Aktives Vermarkten der Dienstleistungen durch den Innovationsberater (Direktansprache, Mailings an ausgewählte Zielgruppen etc.)
• Vermarktung der Dienstleistung durch die vorhandenen Marketinginstrumente der Wirtschaftsfördergesellschaften (Homepage, Newsletter, Veranstaltungen etc.)
• Vorstellung der Dienstleistung bei den lokalen Multiplikatoren und in den Netzwerken
• Aktive Teilnahme an regionalen Veranstaltungen (Halten von Vorträgen, Teilnahme an Podiumsdiskussionen etc.)
• Initiierung und Durchführung von Zielgruppen- ,Branchen- und Themenveranstaltungen
• Regionale Vernetzung und enge Kooperation mit den Innovationsspezialisten der Handwerkskammer, IHK, Technologietransferstellen, Allianz für die Region GmbH etc.
Die Maßnahmen werden je nach Gegebenheit vom Konsortialführer, den Beratern oder der verantwortlichen Wirtschaftsförderung organisiert und durchgeführt.
Die Gesamtausgaben des auf vier Jahre angelegten Projekts belaufen sich auf 560.000 Euro. Es soll ein Zuschuss in Höhe von 280.000 Euro bei der NBank beantragt werden.
Der Anteil der Stadt Braunschweig an dem Projekt in Höhe von 120.000 € (30.000 € / 12 Monate) soll als Zuschuss an den Konsortialführer und Projektkoordinator wito gmbh gezahlt werden. Für den bei der Braunschweig Zukunft GmbH eingestellten Mitarbeiter (m/w) werden entsprechende Rechnungen von der BSZ an die wito gmbh gestellt. Diese werden von der wito gmbh zu gleichen Teilen aus Zuschussmitteln der Stadt Braunschweig und der NBank beglichen.
Die Gesamtfinanzierung wird wie folgt gesichert:
Stadt Braunschweig: 120.000 Euro
Stadt Salzgitter: 80.000 Euro
Landkreis Peine: 80.000 Euro
gesamt280.000 Euro
Der Anteil der Stadt Braunschweig in Höhe von 120.000 € (30.000 € / 12 Monate) soll aus dem Ansatz „Kofinanzierung von Projekten der Wirtschaftsförderung und der Fachkräfteent-wicklung“ der Stabsstelle Wirtschaftsdezernat geleistet werden.
