Rat und Stadtbezirksräte
Beschlussvorlage - 16-02057
Grunddaten
- Betreff:
-
Planung Ägidienmarkt
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 61 Fachbereich Stadtplanung und Umweltschutz
- Beteiligt:
- 0100 Steuerungsdienst; 0130 Referat Kommunikation; DEZERNAT III - Bau- und Umweltschutzdezernat; 0600 Baureferat; 10 Fachbereich Zentrale Dienste; 20 Fachbereich Finanzen; 66 Fachbereich Tiefbau und Verkehr
- Verantwortlich:
- Leuer
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Stadtbezirksrat im Stadtbezirk 131 Innenstadt
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Vorberatung
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07.06.2016
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Erledigt
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Planungs- und Umweltausschuss
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Entscheidung
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08.06.2016
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Sachverhalt
Sachverhalt:
1.Beschlusskompetenz des Planungs- und Umweltausschusses
Die Beschlusskompetenz des Planungs- und Umweltausschusses ergibt sich aus § 76 (3) Satz 1 NKomVG in Verbindung mit § 6 Ziff. 4 lit. a Hauptsatzung. Im Sinne dieser Zuständigkeitsnorm handelt es sich bei der Entscheidung über die Planung und den Ausbau des Ägidienmarktes um einen Beschluss über die Planung einer Straßenbaumaßnahme, für die der Planungs- und Umweltausschuss beschlusszuständig ist.
2.Anlass
Bereits im Zusammenhang mit der RegioStadtBahn-Planung wurden 2003 im Bereich des Ägidienmarktes eine Querung der Gleisanlagen und eine Neugestaltung des zweigeteilten Platzraumes angedacht. Im Jahr 2010 beauftragte die Verwaltung das Büro Ackers Partner Städtebau ein städtebauliches Planungsgutachtens zur Umgestaltung des Ägidienmarktes anzufertigen. Da anschließend die Planung zur RegioStadtBahn eingestellt wurde, wurde das erarbeitete Gestaltungskonzept zunächst nicht weiterverfolgt.
Im Zusammenhang mit der laufenden Sanierung der Stadtbahntrasse vom Waisenhausdamm bis zum John-F.-Kennedy-Platz wurden erneut Maßnahmen zur Verbesserung der gesamträumlichen Situation diskutiert. Am 18. September 2012 (Antrag Nr. 2231/12) fasste der Rat den Beschluss, die Sanierung der Stadtbahnschienen zum Anlass zu nehmen, eine Querungsmöglichkeit einzurichten. Diese Querungsmöglichkeit wird im Rahmen der aktuellen Gleis- und Straßenbauarbeiten hergestellt. Damit wird eine wesentliche Voraussetzung für eine umfassende Umgestaltung des Ägidienmarktes geschaffen.
Mit der Vorlage 17512/15 wurden die Kosten für die Fuß- und Radwegquerung für den Ägidienmarkt mit rund 300.000 € mitgeteilt, die zuvor vom Rat beschlossen worden ist (Beschluss vom 18. September 2012, Antrag Nr. 2231/12).
3.Planung
Auf Basis dieses Beschlusses wurde das 2010 entwickelte Konzept mit den Planungen der Braunschweiger Verkehrs GmbH abgeglichen und zu der jetzt vorliegenden Konzeption weiterentwickelt (siehe Anlage).
Wichtigste Ziele sind die Wiederherstellung des historischen Platzraums mit seinen Wegeverbindungen zwischen dem Magniviertel, St. Ägidien und dem Bürgerpark, die Überwindung der durch die Planung der Nachkriegszeit hervorgerufenen Zäsur und die stadtgestalterische Aufwertung des Ägidienmarktes.
Ägidienmarkt und Ägidienkirchplatz sollen in ihrer Gesamterscheinung als die Einheit, in der sie einst angelegt wurden, wieder erlebbar werden. Ansprechende Materialien, Grantflächen unter den großen Platanen und Sitzmöglichkeiten werden die Einheit des Platzraums wieder visuell erlebbar machen und zum Aufenthalt einladen.
Großbäume rahmen schon heute den Ägidienmarkt und den Ägidienkirchplatz und sollen durch die Neupflanzung einer Platane am Kirchenschiff ergänzt werden. Baumtore an der Stoben- bzw. Auguststraße markieren zukünftig den jeweiligen Platzbeginn von Norden und Süden.
Auf der Westseite vor dem mächtigen Kirchenschiff der Ägidienkirche werden Sitzkuben mit Holzauflage stufenartig angeordnet. Weitere Sitzkuben rahmen die Grantflächen auf der Ostseite des Platzes ein. Diese werden durch Lichtbänder an beiden Seiten beleuchtet. So werden die Aufenthaltsqualitäten auch im Sinne der dort angesiedelten Gastronomie gestärkt. Die Neugestaltung des Ägidienkirchplatzes wird auch Raum für Außenaktivitäten der Ägidien-Gemeinde schaffen. Der gesamte Platz wird im Duktus des Magni-Kirchplatzes in heller sandsteinfarbener Optik gestaltet.
Angesichts der zu erwartenden intensiven Nutzung der neuen Querungsmöglichkeiten durch Fußgänger und Radfahrer wird die Geschwindigkeit - wie auch schon im nördlich angrenzenden Streckenabschnitt Bohlweg/Damm - in der Auguststraße/Stobenstraße zukünftig auf 30 km/h begrenzt. Zusätzlich erfordert die Fahrdynamik und die Verringerung der Fahrbahnbreiten ebenfalls die Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit. Die Platzflächen selbst sind, bis auf je zwei Behindertenparkplätze auf jeder Seite, frei von Parkplätzen.
4.Informationsveranstaltung
In der Informationsveranstaltung für die Grundstückseigentümer und die interessierte Öffentlichkeit am 6. April 2016 wurden vor allem die Barrierefreiheit, die Verkehrsführung und Anfahrbarkeit einzelner Bereiche, der Entfall von Parkplätzen sowie die geplante Fußgänger- und Radverkehrsführung und die Materialien thematisiert. Weiterhin wurde über die vorgesehene Angleichung der Höhen und die zu erwartenden Bauzeiten gesprochen.
Im Bereich der Arkade an der Ostseite der Stobenstraße existiert derzeit kein barrierefreier Fußweg. Es wurde der Wunsch geäußert, unter Umgehung der Treppenanlage die Fußgänger barrierefrei bis zur Karrenführerstraße zu führen. Der geplante Umbau schafft durch die Öffnung eines Geländers unter den Arkaden und Höhenanpassungen in der Fahrbahn die Voraussetzungen für eine spätere Realisierung eines barrierefreien Fußweges.
Der Verlust von ca. 30 Parkplätzen auf dem Ägidienkirchplatz und dem Ägidienmarkt wurde diskutiert. Insbesondere für Anwohner und Kirchenbesucher am Sonntag würden Parkplätze fehlen.
Die Verwaltung hat nach der Informationsveranstaltung im direkten Umfeld der Baumaßnahme die Parkplatzsituation untersucht und wird nach dem Umbau weitere Bewohnerparkplätze zum Ausgleich ausweisen. Kirchenbesuchern stehen Parkhäuser in ca. 400 m Entfernung zur Verfügung, die auch sonntags geöffnet sind. Desweiteren befinden sich Haltestellen der Stadtbahn in unmittelbarer Nähe.
Die Verwaltung wird in Abstimmung mit der Kirchengemeinde prüfen, ob für die Gottesdienstzeiten weitere Parkmöglichkeiten im Umfeld der Kirche, aber außerhalb des Ägidienmarktes geschaffen werden können.
Der Pflegeaufwand und die Haltbarkeit der geplanten Materialien wurden hinterfragt. Der vorgesehene Granit in heller Sandsteinoptik weist eine lange Lebensdauer und eine abwechslungsreiche Optik auf. Er bekommt eine natürliche Patina, die mit den Materialien des Kirchenschiffes und des weiteren Umfeldes gut harmonieren wird.
Im Ergebnis wurde die Planung von der überwiegenden Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Informationsveranstaltung mitgetragen. Während von den einen Unmut vor allem über den Verlust von Parkplätzen geäußert wurde, begrüßten andere die neue Gestaltung und den damit einhergehenden Verzicht auf Parkplätze.
5.Finanzierung
Die Investitionen für die Umgestaltung des Ägidienmarkts im Ausbaubereich betragen ca. 1,75 Mio. €. Die benötigten Haushaltsmittel stehen im Projekt 5E.660095 Ägidienmarkt/Stobenstraße zur Verfügung. Für die Maßnahme werden Straßenausbaubeiträge erhoben. Die Anlieger beteiligen sich für die beiden Platzbereich östlich und westlich der Straßentrasse über Beiträge mit ca. 315.000 €. Die Abrechnung mit den Anliegern erfolgt ab 2017 über mehrere Jahre. Weitergehende Straßenausbaubeiträge können erst erhoben werden, wenn die Gesamtmaßnahme Auguststraße-Stobenstraße vom Kennedyplatz bis zum Waisenhausdamm abgeschlossen ist.
6.Weiteres Vorgehen
Baubeginn soll nach Abschluss der Gleisbauarbeiten vom John-F.-Kennedy-Platz bis zum Waisenhausdamm im Frühjahr 2017 sein. Die Baumaßnahme wird voraussichtlich zwei Jahre dauern und 2018 beendet. Im Bereich der Stobenstraße/Auguststraße werden die verkehrlichen Einschränkungen vorrangig auf die Ferienzeiten konzentriert.
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
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1
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(wie Dokument)
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1,3 MB
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2
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(wie Dokument)
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980,8 kB
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