Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Stellungnahme - 16-02398-01

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Sachverhalt

Sachverhalt:

Zur Anfrage der SPD-Fraktion im Stadtbezirksrat 212 vom 27.05.2016 (16-02398) wird wie folgt Stellung genommen:

 

 

Die Stadt Braunschweig steht mit Blick auf die Würdigung des Werks und der Person Fried-rich Gerstäckers in der Verantwortung und ist dieser stets nachgekommen. Die Auseinan-dersetzung mit dem Weltreisenden, Journalisten und Autor Friedrich Gerstäcker ist ein un-verzichtbarer Bestandteil des kulturhistorischen Selbstverständnisses der Stadt und liegt in der Bedeutung der Figur Gerstäckers in seinen Funktionen als Zeitzeuge und Verfasser von Werken, die historische Entwicklungszustände dokumentieren. So würdigt und erinnert an ihn u. a. der von der Stadt vergebene „Friedrich-Gerstäcker-Preis für Jugendliteratur“, einer der anerkanntesten Jugendbuchpreise und gleichzeitig der älteste seines Genres in Deutschland sowie die nach ihm benannte Straße in Braunschweig.

 

Dies vorausgeschickt teile ich zu der Anfrage Folgendes mit:

 

Die Friedrich-Gerstäcker-Gesellschaft betreibt seit 1982 das Gerstäcker-Museum in einem städtischen und denkmalgeschützten Gebäude (Wolfenbütteler Straße 56), das Bestandteil des Gesamtensembles Schloss Richmond ist. Der Mietvertrag zwischen der Gerstäcker-Gesellschaft und der Stadt Braunschweig datiert vom 04.08.1982. Die Mieträume haben eine Größe von 85 m². Die Überlassung erfolgt mietzinsfrei. Gem. Mietspiegel wäre eine Netto-miete von ca. 320,- € mtl. angemessen (Stand 2015). Die Heizkosten sowie die Nebenkosten  werden von der Gerstäcker Gesellschaft bezahlt. Die Stadt trägt die Kosten des allgemeinen Bauunterhalts für das gesamte Gebäude. Im Rahmen dieser Zuständigkeit hat die Stadt 2012/2013 Sanierungs- und Sicherungsmaßnahmen am Dachgeschoss zum Erhalt der Bau-substanz mit Investitionen von rd. 80.000 € durchgeführt.

 

Das Museum nutzt Räumlichkeiten im Erdgeschoss des nördlichen Torhauses. Die ebenfalls im Erdgeschoß vorhandene Wohnung ist vermietet wie im Übrigen auch das zweite Torhaus und das Hinterhaus, das ehem. Wirtschaftsgebäude innerhalb des Bauensembles.

Wichtige Teile der Sammlungsobjekte entstammen dem Städtischen Museum, andere gehö-ren zum Familienbesitz oder der Gesellschaft.

 

In den Jahren seit 2011 hat der Leiter des Friedrich Gerstäcker-Museums und Präsident der Friedrich Gerstäcker-Gesellschaft, Herr Thomas Ostwald, verschiedentlich Konzepte und Überlegungen vorgestellt, die u. a. thematische Erweiterungen des Museums und seiner inhaltlichen Zielsetzungen vorsahen. Bis 2015 wurden vier unterschiedlich gewichtete Schwerpunktthemen zusätzlich zu dem eigentlichen Kernthema „Friedrich Gerstäcker“ ein-gebracht, darunter deutsch-amerikanische Literatur, erweiterter Schwerpunkt Waffensamm-lung, Auswanderung aus dem Braunschweiger Land sowie Emigration und Migration.

 

Das zuletzt vorgestellte Konzept der Gesellschaft beinhaltet drei Ausbau- und Konzeptphasen mit der räumlichen Erweiterung der jetzigen Ausstellungsfläche im Erdgeschoss des nördlichen Torhauses auf das Obergeschoss und die ebenfalls im Erdgeschoss des Torhau-ses befindliche zweite Wohnung, das zweite Torhaus und das ehem. Wirtschaftsgebäude. Sämtliche Gebäude sind Teil des denkmalgeschützten Bauensembles Schloss Richmond und derzeit vermietet.

 

Im Februar dieses Jahres fand im Dezernat für Kultur und Wissenschaft ein Gespräch zur Einschätzung der Zukunftsfähigkeit des Museums in seinem derzeitigen konzeptionellen wie seinem Präsentationszustand statt. An dem Gespräch waren Vertreterinnen und Vertreter der Braunschweigischen Stiftung, der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz, des Braun-schweigischen Landesmuseums und des Städtischen Museums beteiligt.

Herr Ostwald hat als Ergebnis des Gespräches selbst die Schließung des Hauses zum Jah-resende 2016 vorgeschlagen und div. Angebote für die gemeinsame Entwicklung neuer Vermittlungs- und Präsentationsformate speziell für Friedrich Gerstäcker begrüßt.

 

Im Nachgang des Gespräches wurden zwischen Herrn Ostwald und der Fachverwaltung ein Zeitplan zur Rückführung der Objekte in das Städtische Museum sowie Grundüberlegungen für zukünftige Vermittlungsformate besprochen. Sobald eine Konkretisierung der Maßnah-men vorliegt werden die politischen Gremien informiert.

 

Das weitere Umgehen mit den derzeit vom Museum genutzten Räumen wird zum Zeitpunkt der Nutzungsänderung mit der Liegenschaftsverwaltung abgestimmt.
 

 

 

 

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