Rat und Stadtbezirksräte
Mitteilung - 16-02751
Grunddaten
- Betreff:
-
Unwettereinsätze fordern die Feuerwehr
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Mitteilung
- Federführend:
- 37 Fachbereich Feuerwehr
- Verantwortlich:
- Ruppert
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
|---|---|---|---|---|
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●
Erledigt
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Feuerwehrausschuss
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zur Kenntnis
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24.08.2016
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Sachverhalt
- 1 -
Sachverhalt:
Zunehmend ist unsere Region von Unwettern betroffen die einen Massenanfall von einzelnen Feuerwehreinsätzen, z. B. infolge überfluteter Keller oder umgestürzter Bäume zur Folge haben. Ein derartiger Massenanfall von Einzelereignissen kann von der IRLS BS/PE/WF nicht mehr durch Einzeldisposition von Ortsfeuerwehren oder taktischen Einheiten bewältigt werden. Die Disposition muss in den Landkreisen Peine und Wolfenbüttel auf die Gemeindeebenen delegiert werden. In der Stadt Braunschweig sollen dazu drei ortsfeste Technische Einsatzleitungen in den Feuerwehrhäusern Wenden und Querum und in der Südwache eingerichtet werden.
Am Beispiel vieler Unwettereinsätze am 24. Juni 2016 informiert die Verwaltung über die Abläufe in der IRLS und die getroffenen Maßnahmen:
Das Einsatzgeschehen am Freitag, 24.06.2016 war maßgeblich geprägt von einer Unwetterlage am späten Nachmittag. In der Anlage 1 ist die Anzahl der Einsätze über den gesamten Tagesverlauf im 15-Minuten-Takt aufgeführt.
Anhand der in Anlage 1 blau dargestellten Unwettereinsätze/Hilfeleistungen spiegelt sich die Unwetterlage deutlich wider. Gegen 17.30 Uhr beginnen die Unwettereinsätze in die Höhe zu schnellen mit bis zu 17 Einsätzen innerhalb einer Viertelstunde, d. h. mehr als ein Einsatz pro Minute. Im Zeitraum von 17.30 bis 21.15 Uhr gab es allein 123 Unwettereinsätze.
Die Verteilung der Einsatzorte ist aus Anlage 2 ersichtlich.
Insgesamt waren am 24.06.2016 folgende Einsätze zu verzeichnen:
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| davon in | |||
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| BS | WF | PE | außerhalb |
Brandeinsätze | 21 | 16 | 2 | 3 |
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Unwetter/Hilfeleistungen | 138 | 99 | 37 | 2 |
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Notfallrettungen | 148 | 88 | 30 | 24 | 6 |
Krankentransporte | 183 | 118 | 33 | 32 |
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gesamt: | 490 | 321 | 102 | 61 | 6 |
Hervorzuheben ist, dass gerade und insbesondere in der „heißen“ Phase des Einsatz-geschehens gegen 18.00 Uhr der Digitalfunk für etwa 8 bis 10 Minuten ausgefallen ist (mit einer Störungsursache außerhalb des Einflussbereiches der IRLS).
Dies bedeutete, dass zu einer Zeit, in der etwa 80 bis 90 laufende Einsätze zu bearbeiten sind und mehr als 20 Einsätze pro Viertelstunde neu hinzukommen, kein Sprechfunkkontakt zu den Einsatzkräften und auch kein Versenden von SDS-Status möglich ist. Erschwerend kommt hinzu, dass konsequenterweise alle Vorgänge aufwendig manuell protokolliert werden müssen.
Der Landkreis Peine war vom Unwetter nicht betroffen. Allerding musste die IRLS einen Einsatz im Bortfelder Bauernhausmuseum disponieren. Dieser forderte einen Vollalarm für die Wendeburger Gemeindefeuerwehr. Außerdem wurde der Braunschweiger Feuerwehrkran im Rahmen der gesetzlich vorgesehenen Nachbarschaftshilfe von dort angefordert und eingesetzt.
Im Landkreis Wolfenbüttel wurden in allen Gemeinden (7) Örtliche-/Technische Einsatzleitungen (ÖEL, TEL) eingerichtet. Mittels des Unwettermoduls des Einsatzleitrechners wurden die dort erforderlichen Einsätze per Fax oder E-Mail den ÖEL übertragen.
In Braunschweig wurden die 26 eingesetzten Ortsfeuerwehren von erfahrenen Disponenten noch aus der IRLS heraus disponiert. Das wird sich aber im 3. Quartal ändern. Dann wird eine neue Dienstanordnung mit der Bezeichnung „Einsatzabwicklung bei Häufung von Einzeleinsätzen“ greifen und Standards für derartige Einsätze vorgeben. Diese regelt:
- Die Einrichtung von Technischen Einsatzleitungen an drei Standorten. Die Führungs- und Dispositionsaufgaben übernehmen dort Führungskräfte und Fernmelder der Freiwilligen Feuerwehr.
- Einführung eines Maßnahmenstufenkonzeptes mit folgenden Eskalationsstufen:
- 0 – Vorabinformation zur Sensibilisierung der Führungskräfte
- 1 – Einrichtung eines Stabes im „Kleinen Stabsraum“ unterhalb der IRLS zur laufenden Wetterbeobachtung und zur Vorbereitung erforderlicher Maßnahmen
- 2 – Alarmierung der Führungs- und Fernmeldekräfte zur Besetzung von ein bis drei TEL
- 3 – Bearbeitung der Schadensfälle
- Die Fernmeldeorganisation - von der Alamierung bis zur Zuweisung von Funkgruppen und die telefonische Anbindung
- Hinsichtlich der Wetterbeobachtung und der Einstufung in die Maßnahmenstufen werden die Warnstufen des Deutschen Wetterdienstes zugrunde gelegt.
Hinsichtlich des Ausfalls des Digitalfunks am 24.06.2016 konnte festgestellt werden, dass seitens des B-Dienstes sofort Telefonkontakt mit der ASDN (= Autorisierte Stelle Digitalfunk in Niedersachsen) aufgenommen wurde. Von dort erfolgte eine sofortige Reaktion: Wenige Minuten nach dem Anruf war das digitale Funknetz wieder verfügbar.
Derzeit untersucht die ASDN das Problem. Eine Antwort steht noch aus. Für das neue Führungs- und Lagezentrum wurde aber schon heute festgelegt, dass die Leitstelle per Erdkabel an die digitale Vermittlungsstelle in Gifhorn angebunden werden soll.
Sofern die ASDN alsbald zur Problemlösung nicht beitragen kann, soll die Drahtanbindung der Leitstelle vorgezogen werden.
