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Mitteilung - 16-02923

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Sachverhalt

Sachverhalt:

Der Verein Radio Okerwelle hat im Frühjahr diesen Jahres der Kulturverwaltung das Projekt „Interkultur“ vorgestellt und eine Kooperation vorgeschlagen.

 

Bei dem Projekt handelt es sich um ein dreiteiliges medienpädagogisches Vorhaben, das die Erfahrungen in Braunschweig lebender Migrantinnen und Migranten in unserer Gesellschaft in den Mittelpunkt stellt. Ausgehend von ihren Erfahrungen will das Projekt den Prozess von Integration exemplarisch dokumentieren und nach Möglichkeit kleine medienpädagogische und kulturelle Begleitangebote initiieren.

Radio Okerwelle stellt damit seine Kompetenzen der medialen Informationspolitik in den Dienst der Integrationsunterstützung. Mit Blick auf die dauerhafte Aufnahme von Geflüchteten in Braunschweig wird auch die Kontaktaufnahme mit Asylsuchenden und damit zukünftigen Neubürgern einen Aspekt des Projektes ausmachen.

 

Vor dem Hintergrund, dass über kulturelle Angebote die Integration von Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen und damit die aktive Partizipation von Migrantinnen und Migranten an der Gesellschaft gefördert werden kann, wurde das Kooperationsprojekt gemeinsam mit Radio Okerwelle weiterentwickelt.

 

Projektbeschreibung

Ein wesentlicher Schwerpunkt bei diesem Projekt liegt auf dem Thema „Willkommenskultur“. Ziel der Projektarbeit wird es sein, die Erwartungen von Migrantinnen und Migranten an ihre neue Heimat kennen zu lernen, die Erfahrungen mit dem neuen Umfeld und den Menschen, mit denen sie in Austausch treten, zu dokumentieren und durch das Senden von Dokumentationen und Berichten einer breiteren interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

 

Das Kooperationsprojekt sieht drei Bestandteile vor.

In einem ersten Schritt werden thematisch unterschiedliche Stadtrundgänge angeboten und durchgeführt, bei denen die Stadt Braunschweig aus den spezifischen Blickwinkeln verschiedener Zielgruppen entdeckt wird. Insbesondere das alltägliche Stadtgeschehen soll durch die Stadtrundgänge widergespiegelt und den Migrantinnen und Migranten noch zugänglicher gemacht werden.

Flankierende Gespräche sollen das Kennenlernen des eigenen Umfeldes und der Stadt unterstützen und den Prozess, Braunschweig als „Stadt für Alle“ zu erfassen unterstützen.

 

In einem zweiten Schritt sollen insbesondere Kinder und Jugendliche durch kleine Aktionen mit der Musik unterschiedlicher Kulturen vertraut gemacht werden. Sendebeiträge und Interviews werden nach Möglichkeit die Ergebnisse der Aktionen vorstellen.

 

In einem weiteren Schritt sollen die Erfahrungen von Migrantinnen und Migranten thematisiert werden, die schon längere Zeit in Braunschweig leben. In Radio-Interviews mit ihnen sollen diese Erfahrungen und Erkenntnisse unter der Fragestellung „Was gehört für alle Beteiligte – Neubürgerinnen und Neubürger mit Migrationshintergrund und Einheimische – zu einer gelungenen Integration“ vorgestellt werden. Die Erfahrungen bereits längere Zeit in Braunschweig lebender Migrantinnen und Migranten werden mit diesem Ansatz in einem neuen Format fruchtbar gemacht.

 

Durch die von Radio Okerwelle initiierten Gespräche und Projekte wird der direkte Austausch mit Migrantinnen und Migranten, aber nach Möglichkeit auch mit Asylsuchenden unterstützt. Unterschiedliche Erfahrungen können ausgetauscht werden und ggf. praktische Hilfestellung zur Bewältigung von Alltagsproblemen geben. Für den Aktionsbereich bieten sich gemeinsam durchgeführte Musikprojekte in besonderer Weise an, da sie den Austausch kultureller Traditionen ohne eine sprachliche Barriere ermöglichen. Gegenseitiges Kennenlernen wird durch die Berichterstattung und die medialen Möglichkeiten des Senders auf eine breitere Basis gestellt und erreicht neue Zielgruppen. Das Projekt wird insgesamt als ein Beitrag zur Integrationsunterstützung gesehen.

 

Bislang wurde die Veranstaltung „Braunschweig International“ des Dezernats für Kultur und Wissenschaft am 2. Juni 2016 als Auftaktveranstaltung für Gespräche mit einzelnen Initiativen, Gemeinden und Einzelpersonen sowie für die Vorbereitung von Aktionen genutzt und von Radio Okerwelle durch Interviewübertragungen medial begleitet. Der bei dieser Veranstaltung erarbeitete Radiobeitrag wurde erstmals am 6. Juni 2016 in der Sendung „Region aktuell am Morgen“ gesendet, Wiederholungen wurden im Laufe der Woche übertragen.

Eine weitere Aktion betraf die Erarbeitung des Themas deutsch-, englisch-, syrischer Rap. Ein Sendebeitrag dazu wurde von der Kinder- und Jugendredaktion in den Sommerferien produziert und unter dem Titel „Dafür sind Freunde da“ im Juli gesendet.

 

Derzeit steht Radio Okerwelle im Austausch mit dem Fachbereich Kinder, Jugend und Familie um ggf. Interviews mit unbegleiteten, jugendlichen Flüchtlingen zu konzipieren.

 

Im Rahmen der Kooperation obliegt Radio Okerwelle die Grundkonzeption, die künstlerische Leitung inkl. der Abstimmung mit Dritten, die Sicherstellung der Gesamtfinanzierung, die organisatorische Durchführung aller Aktionen sowie die Erarbeitung und Übertragung entsprechender Sendebeiträge.

 

Neben der finanziellen Beteiligung i. H. v. 7.000,- EUR leistet die Stadt Braunschweig Unterstützung beim Einholen eventuell erforderlicher behördlicher Genehmigungen sowie logistische Unterstützung durch die Bereitstellung von Räumlichkeiten und steht für dezernatsübergreifende Gespräche zur Verfügung.

 

 

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