Rat und Stadtbezirksräte
Stellungnahme - 16-02794-01
Grunddaten
- Betreff:
-
Bäume an der Ebertallee
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Stellungnahme
- Federführend:
- 67 Fachbereich Stadtgrün und Sport
- Verantwortlich:
- Loose
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Stadtbezirksrat im Stadtbezirk 112 Wabe-Schunter-Beberbach
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zur Kenntnis
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16.11.2016
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Zur Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen vom 10.08.2016 (16-02794) wird wie folgt Stellung genommen:
Zu Frage 1:
Da sich die Pappeln an der Ebertallee - wie seit der Sanierung dieser Straße bereits mehrfach beschrieben - am Ende ihrer natürlichen Lebenserwartung befinden und während der Baumaßnahme unvermeidliche Wurzelkappungen erfahren haben, werden die Bäume aufgrund ihrer schlechten Sicherheitsreserven seitdem alljährlich durch einen unabhängigen Baumsachverständigen auf ihre Verkehrssicherheit hin untersucht. Darüber hinaus werden die Pappeln zweimal jährlich durch einen städtischen Baumkontrolleur überprüft.
Sollte aufgrund dieser regelmäßigen Untersuchungen/Überprüfungen eine Gefahrensituation diagnostiziert werden (z. B. durch akute Schadsymptome), würden in diesem Fall ggf. weitere Pappeln gefällt werden müssen, auch wenn dies zurzeit weder vorgesehen noch geplant ist. Eine konkrete Vorhersage kann zum aktuellen Zeitpunkt nicht abgegeben werden; tendenziell sind die Pappeln jedoch als abgängig einzustufen.
Zu Frage 2:
Da sich - wie unter Pkt. 1 beschrieben - die Lebenserwartung der Pappeln ihrem Ende zuneigt, ist geplant, Ersatzpflanzungen erst dann vorzunehmen, wenn die Möglichkeit besteht, eine neue Baumreihe aus gestalterischen sowie wirtschaftlichen Gründen insgesamt in einer gleichbleibend homogenen Altersklasse aufzubauen.
Zu Frage 3:
Die Ebertallee ist - ebenso wie die in Rede stehenden Pappeln - kein Bestandteil des Naturschutzgebiets Riddagshausen, sondern des örtlichen Straßennetzes. Die Ebertallee ist in weiten Teilen bereits mit Winterlinden oder Säuleneichen (hier nur als Torfunktion) bepflanzt. Um die funktionale und gestalterische Einheit dieser Straße zu betonen, wäre aus Sicht der Stadtverwaltung zu gegebener Zeit daher die Pflanzung weiterer Winterlinden zu bevorzugen, welche im Übrigen hervorragende Bienennährgehölze darstellen.
Nach Auffassung der Stadtverwaltung werden Schwarzpappeln nicht als Straßenbäume in Erwägung gezogen, da diese aufgrund ihrer Neigung zu Totholzbildung und ihrer vegetativen Vermehrungsstrategie (unvorhersehbarer Grünastabwurf) eine Gefährdung des öffentlichen Raumes darstellen würden.
Gleiches gilt für die in München und auch in Berlin - dort aus historisch-traditionellen Gründen - verwendeten Säulenpappeln/Pyramidenpappeln (z.B. Heerstraßen Napoleons).
Säulenpappeln sind ebenfalls durch Grünastabwurf geprägt, entwickeln großen Wurzeldruck auf umgebende Belagsflächen und Leitungen, bilden weitreichende Wurzelausläufer und schotten sich bei mechanischen Verletzungen ihrer Rinde kaum ab, was wiederum das Eindringen holzzersetzender Pilze ermöglicht.
Schwarz-, Hybrid- und Säulenpappeln sind aufgrund ihres hohen Pflegeaufwandes nach Ende ihrer Jugendphase und den damit verbundenen Kosten aus Sicht des Fachbereichs Stadtgrün und Sport nicht als Straßenbaum geeignet.
Die Stadtverwaltung hat jedoch vor zwei Jahren abseits von Wegen vereinzelt Schwarzpappeln im Naturschutzgebiet Riddagshausen gepflanzt.
Ca. 15 Stück dieser Bäume werden z.Z. im Zwischeneinschlag des Fachbereichs Stadtgrün und Sport für weitere Pflanzungen (Herbst 2016/Frühjahr 2017) an ähnlichen Standorten der Natur- und Landschaftsschutzgebiete vorgehalten.
