Rat und Stadtbezirksräte
Beschlussvorlage - 16-03320
Grunddaten
- Betreff:
-
Ehrengrabstätte von Margarethe Raabe
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 41 Fachbereich Kultur und Wissenschaft
- Verantwortlich:
- Dr. Hesse
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Ausschuss für Kultur und Wissenschaft
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Entscheidung
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10.03.2017
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Der Verwaltungsausschuss der Stadt Braunschweig hat in seiner Sitzung vom 22. September 1987 beschlossen, die Grabstelle der Frau Margarethe Raabe als Ehrengrabstätte auszuweisen. Zuletzt wurde mit Beschluss vom 18. September 2007 die Ehrengrabeigenschaft und der Nachkauf des Grabnutzungsrechts bis zum Jahr 2017 durch den Verwaltungsausschuss beschlossen. Nun bedarf es einer erneuten Entscheidung darüber, ob die Grabstätte weiterhin als Ehrengrab zu führen ist, da das Grabnutzungsrecht zum 21. März 2017 ausläuft.
Das Grab befindet sich auf dem Hauptfriedhof in Abt. 23 Nr. 80. Für die Durchführung der regelmäßigen Grabpflege entstehen der Stadt Braunschweig jährlich Kosten in Höhe von derzeit 98,- €. Die Kosten für einen Nachkauf des Grabnutzungsrechts für fünf Jahre liegen bei 229,- € und für zehn Jahre bei 429,- €.
Lebensdaten:
Margarethe Raabe wurde am 17. September 1863 in Stuttgart geboren. Sie war die älteste von vier Töchtern des Dichters und des Braunschweiger Ehrenbürgers Wilhelm Raabe und dessen Ehefrau Bertha Leiste. Sie war seit 1931 Ehrenmitglied der Raabe-Gesellschaft und erhielt im selben Jahr die Raabeplakette der Stadt Braunschweig. Am 15. November 1940 überließ sie der Stadt Braunschweig den Nachlass ihres Vaters, welchen sie nach dessen Tod über dreißig Jahre lang verwaltet und sich für dessen Erhalt eingesetzt hatte. Nach dem Tod der Eltern wohnte sie weiterhin im Haus in der Leonhardstraße 29 A, dem heutigen Raabe-Haus. Die Räume wurden von ihr im Originalzustand aufbewahrt. Das Haus wurde am 23. April 1944 durch einen Luftangriff stark beschädigt. Wilhelm Raabes Bibliothek, die Handschriften, Zeichnungen und das Mobiliar des Arbeitszimmers waren zuvor von Margarethe Raabe in Sicherheit gebracht worden und konnten so vor der Vernichtung bewahrt werden. Margarethe Raabe zog nach der Zerstörung des Hauses zu ihrer Schwester nach Wolfenbüttel. Hier verstarb sie am 17. März 1947 im Alter von 83 Jahren. Sie erhielt auf dem Braunschweiger Hauptfriedhof ein Ehrengrab neben ihrem Vater. Am 8. September 1948 wurde im Haus in der Leonhardstraße 29 A die Raabe-Gedächtnisstätte eingerichtet, das heutige Raabe-Haus: Literaturzentrum Braunschweig.
Es ist Margarethe Raabe zu verdanken, dass sich Wilhelm Raabes Privatbibliothek, sein zeichnerisches Werk, seine Manuskripte, Porträts, Plastiken, Briefe und Tagebücher sowie weiterer Nachlass heute im Besitz der Stadt Braunschweig befindet und ausgewertet werden können.
In Würdigung dieser Verdienste und zur Wahrung des Zusammenhangs mit der nahegelegenen Grabstätte Wilhelm Raabes schlage ich eine Verlängerung der Ehrengrabeigenschaft um zehn Jahre und den damit verbundenen Erwerb des Grabnutzungsrechts vor.
