Rat und Stadtbezirksräte
Stellungnahme - 17-03724-01
Grunddaten
- Betreff:
-
Verbesserung der Hilfsfristen durch Alarmierung von zwei oder mehr Ortsfeuerwehren
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Stellungnahme
- Federführend:
- 37 Fachbereich Feuerwehr
- Verantwortlich:
- Ruppert
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
|---|---|---|---|---|
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●
Erledigt
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Feuerwehrausschuss
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zur Beantwortung
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01.02.2017
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Sachverhalt
- 1 -
Sachverhalt:
Frage 1:
Mit Wirkung vom 01.12.2014 wurden Alarmverbünde aus 2 Ortsfeuerwehren in den Ortsfeuerwehr-Ausrückebereichen des Stadtgebietes gebildet, in denen zu erwarten war, dass auch die zweite Ortsfeuerwehr nach einer parallelen Alarmierung in weniger als 9:30 Minuten nach Meldungseingang mit ausreichendend und qualifizierten Einsatzkräften am Einsatzort eintreffen kann.
Abhängig von der Lage der Ortsteile und der Leistungsfähigkeit der Ortsfeuerwehren wurden Alarmverbünde gebildet, bei denen sich beide Ortsfeuerwehren gegenseitig unterstützen (<>) und Alarmverbünde, die nur in eine Richtung unterstützen (>).
Insgesamt werden nach diesen Kriterien folgende 8 Alarmverbünde gebildet:
• OF Harxbüttel <> OF Thune
• OF Bienrode <> OF Waggum
• OF Watenbüttel <> OF Völkenrode
• OF Waggum > OF Bevenrode
• OF Hondelage > OF Dibbesdorf
• OF Schapen > OF Volkmarode
• OF Rüningen > OF Geitelde
• OF Broitzem > OF Stiddien
Die jeweilige Partnerwehr setzt in den Ausrückebereich der zuständigen Ortsfeuerwehr mit einem Einsatzfahrzeug ein. Die ursprünglich geforderte Mindestausrückestärke der Partnerwehr von 1/5 (Staffel) wurde kurz nach der Einführung auf Wunsch der Ortsfeuerwehren aufgehoben. Die Partnerwehr ordnet sich dem Gruppenführer der zuständigen Ortsfeuerwehr unter. Der Einsatz der Alarmverbünde erfolgt ab den Alarmstichwort F2 (Standardfeuer – z.B. Verdächtiger Rauch, ausgelöster Heimrauchmelder, Feuer in oder an einem Gebäude) und höher.
Frage 2:
Im Zeitraum seit der Einführung am 01.12.2014 bis zum 16.01.2017 kam es zu 35 Einsätzen eines Löschverbundes. Das entspricht etwa 16 Einsätzen pro Jahr.
Mit 12 Einsätzen hatte der Löschverbund Watenbüttel – Völkenrode die meisten Einsätze, der Löschverbund Bienrode-Waggum hatte 10 Einsätze, im Löschverbund Broitzem-Stiddien hatte keinen Einsatz. Die anderen Löschverbünde hatten Einsätze im einstelligen Bereich.
Die Auswertung der Daten im Einsatzleitrechner ergibt Folgendes:
Eintreffreihenfolge:
• Bei 10 Einsätzen trafen sowohl die zuständige Ortsfeuerwehr als auch die Partnerwehr vor dem Löschzug der Berufsfeuerwehr ein.
• Bei 12 Einsätzen traf die Berufsfeuerwehr als erstes am Einsatzort ein.
Einhaltung der Schutzzielstufe 1:
• Bei 8 Einsätzen traf eine der beiden Ortsfeuerwehren innerhalb von 9:30 Minuten nach Notrufeingang am Einsatzort ein.
• Bei 3 Einsätzen trafen beide Ortsfeuerwehren innerhalb von 9:30 Minuten nach Notrufeingang am Einsatzort ein.
• Bei 9 Einsätzen hat die Berufsfeuerwehr das Schutzziel 1 (10 Einsatzkräfte in maximal 9:30 Minuten erreicht).
Die Anzahl der Einsätze ist relativ gering, jedoch konnte durch die zweite Wehr im Löschverbund in rund einem Drittel der Einsätze die Schlagkraft der Feuerwehr vor Eintreffen der Berufsfeuerwehr deutlich gesteigert werden. Dies führt nicht immer zum Einhalten der ersten Schutzzielstufe aber zu einer Effizienzsteigerung an der Einsatzstelle. Diese Zahlen zeigen, wie schwer es für eine Ortsfeuerwehr ist, einen benachbarten Stadtteil innerhalb der Hilfsfrist der Schutzzielstufe 1 (9:30 Minuten nach Notrufeingang) zu erreichen.
Das Zusammenwirken von zwei Ortsfeuerwehren und der Berufsfeuerwehr ist als unproblematisch zu bewerten, da die Führungsstrukturen klar geregelt sind.
Die Löschverbünde haben sich aus Sicht der Verwaltung und der Führungsspitze der Freiwilligen Feuerwehr bewährt und sollen beibehalten werden.
Frage 3:
Bei der Einführung der Löschverbünde wurden als Kriterien die Lage der Stadtteile im Stadtgebiet (Erreichbarkeit durch die BF und Entfernung der Löschverbundwehren zu einander) und die Leistungsfähigkeit der Ortsfeuerwehren als Grundlage genommen.
Derzeit findet die Überprüfung und Validierung der Löschverbünde statt, dazu wurden Einsatzdaten ausgewertet und Stellungnahmen der Ortsbrandmeister eingeholt.
Mit der Führungsspitze der Freiwilligen Feuerwehr soll im ersten Halbjahr 2017 über Veränderungen und Optimierungen bei den Löschverbünden gesprochen werden.
Die Verwaltung wird dem Feuerwehrausschuss zu gegebener Zeit über die Änderungen berichten.
