Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Stellungnahme - 17-04064-01

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Beratungsfolge

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Sachverhalt

Sachverhalt:

 

Zur Anfrage der Fraktion DIE LINKE. vom 28.02.2017 (17-04064) wird wie folgt Stellung genommen:

 

Um die Ursache und das Ausmaß der Nitratbelastung in Braunschweig näher einzugrenzen, hat die Stadt Braunschweig Anfang des Jahres 2016 insgesamt 30 Grundwassermessstellen im Stadtgebiet auf Nitrat untersuchen lassen. Dabei wurden jeweils 10 Messstellen auf Ackerstandorten, auf Grünflächen und in Siedlungsbereichen beprobt und analysiert. Das Belastungsbild der städtischen Untersuchung deckt sich im Wesentlichen mit den Ergebnissen einer späteren Untersuchung dieser Messstellen durch Studierende der Technischen Universität Braunschweig im Rahmen eines Praxisprojektes, das in der Presse angesprochen wurde.

 

Da die Technische Universität zu dem Bericht erklärt hat, dass „dieser allerdings deutliche Mängel aufweist [...] Die Messungen, Probenahmen sowie die Laboranalysen wurden von den Studierenden unter Anleitung selbst durchgeführt, sodass die Daten Messfehler bzw. ungenauigkeiten beinhalten können“, verwendet die Verwaltung für die Stellungnahme ausschließlich die vom Labor der Stadtentwässerung im Auftrag der Stadt ermittelten Werte.

 

Ackerbereich:

 

6 von 10 Messstellen im Ackerbereich weisen Nitratbelastungen größer als 50 mg/l auf. Drei von diesen Messstellen zeigen sogar Gehalte von mehr als 100 mg/l.

 

Grünflächen:

 

Keine Messstelle in einer Grünfläche weist Nitratgehalte über 50 mg/l auf. Diese Flächen stehen bei der weiteren Suche nach den Ursachen zunächst nicht weiter im Fokus.

 

Siedlungsbereich:

 

Eine von 10 Messstellen, die Messstelle IN-096, weist eine Belastung über 50 mg/l auf. Der Gehalt ist mit 60,2 mg/l auffällig im Vergleich zu den übrigen Messstellen im Siedlungs­bereich, liegt aber deutlich unter den in den Ackerbereichen gemessenen Werten.


 

Dieses vorausgeschickt beantwortet die Verwaltung die Anfrage wie folgt:

 

Zu 1.:

 

Die Standorte der Messstellen sowie die Messstellen des Landes und die dazugehörigen Analyseergebnisse sind in den Anlagen 1 und 2 dargestellt.

 

Zu 2.:

 

In der Umgebung der belasteten Messstellen findet keine Trinkwassergewinnung statt. Insbesondere die Trinkwassergewinnung des Wasserwerks Bienroder Weg ist nicht von der Nitratproblematik betroffen. Für eine Bewässerung im Garten oder im Kleingarten wären die Werte nicht schädlich.

 

Zu 3.:

 

Die Stadt hat sowohl die Messdaten als auch Informationen zur Grundwasserfließrichtung und zu dem Gebiet, in dem sich das untersuchte Grundwasser gebildet hat, dem Nieder­­sächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz und der Land­wirtschaftskammer Niedersachsen übermittelt. Um den Ursachen gezielt nachgehen zu können, sind gerade die Bereiche, in denen sich das untersuchte Grundwasser gebildet hat, die sogenannten „Suchräume“, von besonderer Bedeutung. Die Flächennutzungen in diesem Bereich sollten insbesondere unter düngerechtlichen Gesichtspunkten näher untersucht werden. Im nächsten Schritt wird es deshalb einen „runden Tisch“ mit verschiedenen Vertretern der Landwirtschaft geben, um die exakten Ursachen der Nitrateinträge und die Möglichkeiten ihrer Reduzierung zu diskutieren. In erster Priorität sollen dabei nach Vorgabe des Umweltministeriums die zugehörigen Suchräume der Landesmessstellen betrachtet werden.

 

Bei der belasteten Messstelle IN-096 ist es eher unwahrscheinlich, dass eine Düngung die Ursache ist. Es scheint sich um ein lokales Problem zu handeln. Der Ursache wird nachgegangen, indem zunächst die Entwässerungssituation überprüft wird.
 

 

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Anlagen

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