Rat und Stadtbezirksräte
Mitteilung - 17-04216
Grunddaten
- Betreff:
-
Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaft im Jahr 2016
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Mitteilung
- Federführend:
- DEZERNAT VI - Wirtschaftsdezernat
- Verantwortlich:
- Leppa
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Wirtschaftsausschuss
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zur Kenntnis
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07.04.2017
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Vorbemerkung
Der Rat hat bereits zum Haushalt 2011 beschlossen, die Kultur- und Kreativwirtschaft (KKW) in Braunschweig mit jährlich 100.000 € zu unterstützen. Bekanntlich wurde durch Herrn Söndermann eine Studie zur Kultur- und Kreativwirtschaft für die Region Braunschweig im Auftrag der STIFTUNG NORD/LB – ÖFFENTLICHE erstellt. Die Handlungsempfehlungen dieser Studie, die nicht die öffentliche Kulturförderung sondern die Unterstützung der Wirtschaftseinheiten aus der Kultur- und Kreativwirtschaft in den Fokus stellt, bilden die Grundlage für die Förderung von Projekten der KKW. Für das Haushaltsjahr 2016 standen 94.000 € zur Verfügung.
Aus diesen Mitteln wurden insgesamt 85.000 € für Projekte bewilligt. Ein weiterer Förderantrag mit einem Volumen von rund 5.000 € wurde kurzfristig zurückgezogen, soll aber im Jahr 2017 in veränderter Form eingereicht werden.
Folgende Projekte wurden im Jahr 2016 unterstützt:
Kreativregion e.V.
Der KreativRegion e. V. versteht sich als Dachverband der verschiedenen Teilbranchen aus der Kultur- und Kreativwirtschaft und hat sich bereits im Jahr 2012 aktiv mit der Umsetzung der Handlungsempfehlungen aus der Söndermann-Studie auseinandergesetzt. Seit 2012 werden durch den Verein durchgeführte Maßnahmen und Veranstaltungen mit Mitteln der Stadt Braunschweig unterstützt.
Für das Jahr 2016 wurden für die Aufgaben des Vereins 75.000 € bewilligt (DS 16-02204). Der Durchführungszeitraum endet am 31.05.2017, so dass einige Maßnahmen noch nicht abgeschlossen sind und die Verwendungsnachweisprüfung noch nicht abschließend erfolgen konnte.
Im September 2016 wurde der große Marktplatz der Kultur- und Kreativwirtschaft auf dem Friedrich-Wilhelm-Platz unter dem Motto „kreatives Universum“ durchgeführt. Die Veranstaltung war zusätzlich in den Rahmen des „WIRKSTOFF-Festivals" der Metropolregion eingebunden. Besucher konnten sich an den Marktständen der Akteure über die Arbeit der Kreativschaffenden informieren und selbst kreativ mitarbeiten.
Die kleineren - nach Einschätzung der KreativRegion sehr gut angenommenen - Formate der Netzwerktreffen unter dem Titel 11hoch11 wurden 2016 insgesamt 4 mal für die jeweiligen Teilbranchen Kunst, kreatives Handwerk, Werbung sowie Rundfunk durchgeführt.
Flankiert werden die Veranstaltungen durch regelmäßige kleinere Netzwerktreffen und Informationsveranstaltungen in den Räumlichkeiten des Torhauses. Die KreativRegion ist auch Kooperationspartner bei der Durchführung weiterer Veranstaltungen Dritter, wie z.B. dem Marketingclub Braunschweig. Veranstaltungsinhalte widmen sich dabei in zunehmendem Maße auch den Herausforderungen der Digitalisierung.
Neben den Netzwerkveranstaltungen wurden Kommunikationsmaßnahmen über Social Media-Kanäle wie Facebook und die Pressearbeit verstärkt.
Eine vollständige Übersicht über seine Tätigkeiten im Jahr 2016 wird der Verein im Rahmen seines Antrages für die Fortsetzung der Förderung im Jahr 2017 zur nächsten Sitzung des Wirtschaftsausschusses vorstellen.
Smart digital Garden
Die Protohaus gGmbH wurde erstmalig 2015 unterstützt, um das geplante „Makerspace“ im Rebenpark mit Maschinen und Anlagen sowie Einrichtungsgegenständen auszustatten. Für das Jahr 2016 wurden für das Projekt „Smart digital Garden“ 10.000 € bewilligt (DS 16-03097).
Auf dem Gelände des Rebenparks soll ein sog. "smartes Gewächshaus" errichtet werden. Ein besonderes Merkmal des Gewächshauses wird ein „Farmbot“ sein, der von der Planung bis zur Erntereife der ausgebrachten Saat sämtliche Arbeitsschritte selbstständig übernehmen kann. Ein Farmbot ist ein Roboter, dessen Arbeitsprozesse über eine mobile APP oder einen PC gesteuert werden können. Die Entwicklung ist offen für Interessierte, die Software wird unter Open Source - Lizenz kostenlos zur Verfügung stehen und die Baupläne sollen veröffentlicht werden, um Folgeprojekte zu ermöglichen.
Das Funktionsmodell des Gewächshauses kann bereits im Protohaus besichtigt werden und wird dort gemeinschaftlich in der Projektgruppe weiterentwickelt.
Ausblick
Auch im Jahr 2017 sollen mit den zur Verfügung stehenden Mitteln Maßnahmen gefördert werden, die geeignet sind, den Akteuren der Kultur- und Kreativwirtschaft zur besseren Sichtbarkeit und zur Vernetzung zu verhelfen sowie die Rahmenbedingungen zur eigenständigen wirtschaftlichen Entwicklung zu verbessern. Maßnahmen der Kulturförderung bzw. der Förderung kultureller Veranstaltungen oder Projekte fallen grundsätzlich nicht hierunter.
Der Projektantrag des Protohauses zum Smart digital Garden ist ein Indiz dafür, dass die Digitalisierung auch zunehmend in Projekten der KKW Raum greift. Unabhängig hiervon ist mit der Software- und Gamesindustrie eine große Teilbranche der KKW einer maßgeblicher Treiber des digitalen Wandels, der von Förderprojekten der KKW profitiert.
