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ALLRIS - Vorlage

Mitteilung - 17-04084

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Beratungsfolge

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Sachverhalt

Sachverhalt:

 

Seit einigen Monaten bemühen sich verschiedene Akteure um die Errichtung eines Inkubators bzw. Accelerators zur Förderung von Gründungsunternehmen in Braunschweig. Das Ziel eines Accelerators ist es junge Gründungen in ihrer Entwicklung zu beschleunigen. Es geht darum den Teilnehmern innerhalb kürzester Zeit möglichst viele Fähigkeiten beizubringen. Inkubatoren verfolgen das Ziel Ideen und Gründungen so aufzustellen, dass sie überlebensfähig und mit hoher Wahrscheinlichkeit erfolgreich sind und bieten eine längerfristige Begleitung an.

 

Die Wirtschaftsförderung der Stadt Braunschweig kann aus der Beratungspraxis feststellen, dass Jungunternehmen bis zur ersten Unternehmensphase nach der Gründung durch unterschiedliche Verbände und Organisationen gut unterstützt werden, danach aber häufig zu sehr auf sich allein gestellt sind. Für ein nachhaltiges Wachstum, insbesondere der technologieorientierten Jungunternehmen mit innovativen Geschäftsideen und somit die Etablierung neuer hochtechnologischer Produkte und Dienstleistungen auf nationalen und internationalen Märkten, sind neben dem Finanzierungsbedarf hoher monetärer Investitionen durch Wagniskapital, ein strategisches Zielsystem, robuste Businesspläne und tragfähige Geschäftsmodelle sowie eine branchenübergreifende Vernetzung unabdingbar. Das Fehlen einer Einrichtung, die diese fundamentalen Rahmenbedingungen für Technologiegründungen im Wirtschaftsraum Braunschweig bietet, hat eine reale Verwertungslücke im Wertschöpfungsprozess der jungen Unternehmen zur Folge.

 

Vor diesem Hintergrund hat Prof. Asghari, Lehrstuhl für Entrepreneurship am Institut für Füge- und Schweißtechnik der TU Braunschweig, kurzfristig im letzten Jahr einen Förderantrag für den Förderaufruf „Urban Innovative Actions“ (UIA) der EU erarbeitet, der von der Stadt Braunschweig ins Rennen geschickt wurde. Nach der zunächst erfolgreich durchlaufenen strategischen Bewertung hat die Stabsstelle Wirtschaftsdezernat Mitte Juli 2016 von der UIA-Initiative und der Europäischen Kommission die Mitteilung erhalten, dass das Braunschweiger Projekt nicht für eine Förderung ausgewählt worden ist. Zusammengefasst war der Antrag formal in Ordnung, bemängelt wurden aber Schwächen in den Aussagen zu Innovationsgrad, Beteiligung der Zivilgesellschaft als Partner und, dass die spätere langfristige Verwertung und Übertragung nicht ausreichend sichergestellt war.

 

Die Braunschweig Zukunft GmbH (BSZ) hat das Thema deshalb nach der Ablehnung des UIA-Förderantrages weiterverfolgt. In diesem Zusammenhang wird zurzeit in Kooperation mit der Mittelstandsberatung i-unit GmbH und Partnern aus der Wirtschaft ein Konzept und ein Businessplan für einen Braunschweiger Innovationsinkubator erstellt. Darüber hinaus hat die BSZ im Juli/August 2016 eine Bedarfserhebung bezüglich der Unterstützungsbedarfe der im Technologiepark ansässigen Jungunternehmen durchgeführt. Die Ergebnisse fließen in die konzeptionellen Planungen ein.

 

Bei der Umsetzung plant die BSZ, intensiv mit Kooperationspartnern wie dem Entrepre-neurship Center der TU Braunschweig und der Ostfalia Hochschule, der IHK, dem AGV, den Wirtschaftsjunioren sowie erfahrenen Unternehmern aus Braunschweig daran zu arbeiten, insbesondere jungen Technologieunternehmen die in der jeweiligen Wachstumsphase erforderliche Beratung durch erfahrene Mentoren u. a. aus Unternehmerkreisen zur Verfügung zu stellen sowie den Zugang zu Beteiligungskapital zu erleichtern.

 

Aktuell steht die BSZ zudem im Kontakt mit dem Niedersächsischen Wirtschaftsministerium, da dort wohl an einer Förderkulisse für Inkubatoren bzw. Acceleratoren gearbeitet wird. Bisher war es selbst unter Einbindung des Amtes für regionale Landesentwicklung nicht gelungen, geeignete Fördertöpfe zu finden. Sicher hat die intensive Überzeugungsarbeit von Professor Asghari dazu beigetragen, dass eine Neuorientierung erfolgt. Ob die geplante Förderung tatsächlich zu den konkreten Braunschweiger Bedarfen passt, lässt sich allerdings noch nicht absehen.

 

Im Rahmen der Sitzung wird der aktuelle Stand des Konzeptes in einem mündlichen Vortrag vorgestellt.
 

 

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