Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Mitteilung - 17-04888

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Beratungsfolge

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Sachverhalt

Mit der zum Kindergartenjahr 2016/2017 beschlossenen Wiedereinführung der Kita-Entgelte geht die Absicht einer Qualitätssteigerung im Elementarbereich einher.

 

Die Entwicklung der Qualität in Kindertagesstätten ist ein kontinuierlicher Bestandteil des trägerübergreifenden Austausches in der AG-Kita gemäß § 78 SGB VIII. Bereits in den Jahren 2014 und 2015 wurden zum Thema „Qualitätsmerkmale für Kindertagesstätten“ wichtige trägerübergreifende Grundlagen für den Prozess gelegt und dem JHA mitgeteilt (DS 13821/14 und DS 14157/15). Hierbei wurden insgesamt 12 Themenfelder benannt, die im Rahmen von Qualitätssteigerungen zu betrachten sind. Zur Strukturierung der weiteren Bearbeitung wurden vier dieser Themenfelder im Jahr 2015 gemeinsam mit den Trägervertretenden und dem Stadtelternrat auch unter Berücksichtigung der bundes- und landesweiten Entwicklungen als besonders bedeutsam priorisiert.

 

I.                    Hoch priorisierte Qualitätsentwicklungen

 

Nachfolgend dargestellt sind die Qualitätsverbesserungen in den einzeln priorisierten Themenbereichen:

 

  1. Priorität: Bedarfsgerechte Weiterentwicklung
     
    1. Beschluss zum flächendeckenden Ausbau von 15 weiteren Familienzentren im Rahmen der Haushaltssatzung 2016 der Stadt Braunschweig (DS 15-00244 und DS 17-03767)
    2. Flächendeckender Ausbau des Qualifikationsprogramms Early Excellence in allen geförderten Familienzentren und ausgewählten Kitas mit Stiftungsmitteln der Heinz und Heide Dürr Stiftung und Förderung des Beirates gegen Kinderarmut von 2016 bis 2018 (DS 16-02730)
    3. Schaffung von insgesamt drei Kita- und Fachberatungsverbünden und 32 Kitas im Bundesprogramm Sprach-Kitas (a. auch DS 17-04215, ein Verbund mit 11 Kitas im Rahmen der 1. Förderwelle bis 31.12.2019, aktuell zwei weitere Verbünde mit 10 bzw. 11 Kitas im Rahmen der 2. Förderwelle bis 31.12.2020)
    4. Fortschreibung des trägerübergreifenden Konzeptes zur alltagsintegrierten Sprachbildung und -förderung im Elementarbereich (Sprachbildung- und förderung im DialogWerk, Gesamtlaufzeit der Richtlinie bis 31.12.2019)
    5. Interessenbekundung der Stadt Braunschweig für die Beteiligung am Bundesprogramm Kita-Einstieg zur Umsetzung an bis zu 4 Standorten im Zeitraum vom 01.01.2018 bis 31.12.2020
    6. Einrichtung einer weiteren, zusätzlichen Integrationsgruppe im Rahmen der jährlichen Angebotsanpassung.

 

  1. Priorität: Räumliche Bedingungen

    Anpassung und Beschlussfassung eines optimierten Raumkonzeptes für Krippen und Kinderstagesstätten (DS 16-02658).

 

  1. Priorität: Verbesserung der Personalsituation
     
    1. Verbesserung der PAM-Förderung für Vertretungssituationen der Stadt Braunschweig Beschluss „Personalbedarfe im Bereich Kindertagesstätten und Schulkindbetreuung; Gewährleistung von zwei regelmäßig tätigen Fachkräften pro Gruppe“ (DS 17-04215)
    2. Einführung der 3. Kraft in Krippengruppen in mehreren Stufen, gefördert durch das Land Nds. (ansteigende Finanzierung ab 01/2015 bis zur verpflichtenden Einführung ab 08/2020)
    3. Flächendeckende Umsetzung der neuen Förderrichtlinie (des Landes Niedersachsen) zur „Verbesserung der Qualität in Kindertagesstätten“ an Kita-Standorten mit erhöhtem Kinderanteil mit Migrationshintergrund (1. Förderperiode rückwirkend vom 01.01.2017 bis 31.12.2018, Gesamtlaufzeit der Richtlinie bis Ende 2021)

 

  1. Priorität: Ressourcenanpassung an das soziale Umfeld (s. auch Pkt. 1)

    In Stadtteilen mit besonderem Handlungsbedarf erfolgt eine personelle Ressourcenanpassung im Rahmen der Maßnahmen zur Verbesserung der Betreuungsqualität der Stadt Braunschweig. Kindertagesstätten können einen zusätzlichen Förderbetrag für mehr Personal insbesondere zur Linderung und Prävention der Folgen von Kinder- und Familienarmut erhalten (s. 1. Ergänzung zur Vorlage DS 15183/12 und 16623/14).

 

II.                 Weitere Qualitätsentwicklungen

 

In den nachfolgenden Themenfeldern – die nicht zu den seinerzeit hoch priorisierten zählten – wurden weitere Qualitätsverbesserungen vorgenommen:

 

  1. Zusammenführung der Jugendhilfeplanung und Schulentwicklungsplanung
     

Entwicklung „Strategischer Ziele einer integrierten Jugendhilfe- und Schulentwicklungsplanung“ (DS 16-02713)

 

  1. Organisationsmanagement und Partizipative Qualitätsentwicklung

 

2.1.  Optimierung der Auslastungssituation in Kindertagesstätten (DS 14468/15) 

2.2.  Einführung zusätzlicher themenbezogener Arbeitstreffen zur trägerübergreifenden Zusammenarbeit (z.B. Raumkonzept, Qualität, Aufnahmekriterien, Fachkräftemangel)

2.3.  Stärkung der Zusammenarbeit zwischen trägerübergreifender Fachberatung und der Stelle Kinder- und Jugendbeteiligung

2.4.  Bildung einer Unter-AG „Qualität“, die durch die Planungsstelle des Fachbereichs Kinder, Jugend und Familie begleitet wird. Der Arbeitsgruppe gehören die AG-Sprecherinnen, Vertretende der freien und sonstigen Träger, des Stadtelternrates sowie des Fachbereichs Kinder, Jugend und Familie an. Bisher fanden drei Arbeitstreffen statt.

2.5.  Aktuelle Planung zur Beschaffung einer Software zur internetbasierten Anmeldung in Krippe, Kita und Schulkindbetreuung.

 

 

 

 

  1. Verzahnte Fördermaßnahmen

 

3.1.  Planung der bedarfsorientierten Fortschreibung des Regionalen Konzeptes Integration und des VA/EV-Konzeptes für 2017/2018

3.2.  Initiierung trägerübergreifender Fachberatungstreffen

 

Zu den Themenfeldern:

  • Vielfalt und Individualisierung
  • Sozialraumorientierung
  • Ausbau Kooperation Kita/Kindertagespflege
  • Bessere Verzahnung von Praxis und Theorie in Aus-, Fort- und Weiterbildung

fanden im den jeweiligen Arbeitsgruppen zwar Überlegungen und Themenerörterungen statt. Jedoch liegen hierzu keine konkreten Arbeitsergebnisse in Form von Qualitätsverbesserungen vor.

 

III.               Ausblick

 

Unter Berücksichtigung der bisher erzielten Qualitätsverbesserungen und der Beratungsergebnisse in der AG gemäß § 78 SGB VIII – Kita am 12. Juni 2017 werden von der AG folgende Ansätze zur Verbesserung und Weiterentwicklung der Qualität in Kindertagesstätten empfohlen:

 

  1. Entwicklung eines verlässlichen pädagogischen Leitbildes für alle Kindertagesstätten in Braunschweig

 

  1. Anpassung der kommunalen Förderprogramme (auch unter Berücksichtigung der Inklusion und besonderer Bedarfe einzelner Sozialräume):
    • Anpassung und Dynamisierung der Förderbeträge der Maßnahmen zur Verbesserung der Betreuungsqualität, sowie ggf. bedarfsorientierte Förderung weiterer Kindertagesstätten (vgl. I. Nr. 4.)
    • Anpassung und Dynamisierung Förderbeträge für Familienzentren
    • Überarbeitung und bedarfsorientierte Anpassung des VA-/EV-Konzeptes und des regionalen Konzeptes für Integration in 2017/2018
  2. Umsetzung eines sukzessiven Wechsels zum Einsatz von Erzieherinnen/Erziehern als Zweitkräfte (s. auch DS 16-01743-01)

 

Einvernehmen besteht darüber hinaus zum Erfordernis einer integrierten Qualitätsentwicklung, die neben den kommunalen Förderprogrammen stets die verschiedenen bundes- und landesweiten Programme und Aktivitäten zur Verbesserung der Qualität in Tageseinrichtungen für Kinder berücksichtigt. Auf diesem Weg soll sichergestellt werden, dass alle Förderprogramme und Ansätze zur Qualitätsentwicklung auf kommunaler Ebene im Rahmen der weiteren Qualitätssteigerung passgenau und bedarfsgerecht zusammengeführt werden.

 

Die Trägervertretenden der AG gemäß § 78 SGB VIII – Kita haben in der Sitzung vom 12. Juni 2017 ausdrücklich darauf hingewiesen, dass einer weitergehenden politischen Diskussion und Abstimmung durch die Bearbeitung in der AG nicht vorgegriffen werden soll. Auch Themen wie veränderte Schließ- und Öffnungszeiten oder der Fachkräftemangel werden in die Bearbeitung einbezogen.

 

Grundsätzlich ist zu bedenken, dass über die vorgenannten Möglichkeiten hinaus auch eine Erwartungshaltung hinsichtlich einer dauerhaften Anschlussfinanzierung zunächst befristeter (Drittmittel-)Projekte wie den verschiedenen Bundes-/Landesprogrammen und der Einführung des Early Excellence Ansatzes zur nachhaltigen Gewährleistung der Qualität in Kindertagesstätten besteht.

 

 

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