Rat und Stadtbezirksräte
Stellungnahme - 17-04951-01
Grunddaten
- Betreff:
-
Sachstand städtisches Fahrradverleihsystem
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Stellungnahme
- Federführend:
- 66 Fachbereich Tiefbau und Verkehr
- Beteiligt:
- 0600 Baureferat
- Verantwortlich:
- Leuer
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
|---|---|---|---|---|
|
●
Erledigt
|
|
Bauausschuss
|
zur Kenntnis
|
|
|
|
08.08.2017
|
Sachverhalt
Sachverhalt:
Zur Anfrage der CDU-Fraktion vom 26.07.2017 nimmt die Verwaltung wie folgt Stellung:
Zu Frage 1.:
Die Planungen der Fahrrad- und Verkehrs-AG der TU-Braunschweig sind bisher nicht so weit konkretisiert worden, dass eine inhaltliche und konzeptionelle Abstimmung mit der Stadt möglich wäre. Die Fahrrad- und Verkehrs-AG ist auch Mitglied im Arbeitskreis Radverkehr. Dort und im Weiteren auch im Bauausschuss wird berichtet werden, wenn sich diese Planungen konkretisieren sollten.
Zu Frage 2.:
Die Verwaltung hält unverändert eine Ausweitung der Fahrradverleihangebote in Braunschweig um ein stadtweites, leicht zugängliches und im öffentlichen Raum präsentes Fahrradverleihsystem für richtig und sinnvoll. Ein städtisch finanziertes Fahrradverleihsystem wird von der Verwaltung angesichts der hohen verbundenen Kosten aber bisher nicht konzipiert.
Aktuell hat der ADFC Braunschweig ein Konzept für einen Lastenradverleih erarbeitet und sucht Unterstützer für eine kurzfristige Realisierung. Die Verwaltung prüft eine mögliche Unterstützung dieses Projektes.
Zu Frage 3.:
Die Kosten eines Fahrradverleihsystems hängen maßgeblich vom Umfang des Systems, also der Anzahl der Stationen und der Fahrräder und von den zu erwartenden Einnahmen aus Leihgebühren und Werbeeinnahmen ab. Damit das System für die Nutzer interessant ist, muss sowohl am Start als auch am Ziel des geplanten Weges eine Station zum Ausleihen bzw. Zurückgeben des Fahrrades liegen. Dadurch benötigt ein solches System von Anfang an eine nennenswerte Zahl von Stationen z. B. an den Standorten der TU und der Forschungseinrichtungen, an zentralen Orten im Zentrum und in Ortsteilen, an größeren Haltestellen und an den Bahnhöfen. Die in der Anfrage als Beispiel genannte Stadt Kassel ist z.B. in 2012 mit 50 Stationen und 500 Fahrrädern von Beginn an relativ groß gestartet.
Als grobe Orientierung der möglichen Kosten können Zahlen aus 2015 dienen, die das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung erhoben hat:
- Mainz: 107 Stationen, 650 Fahrräder, einmalig 3,8 Mio. EURO, jährlich 0,8 Mio. EURO
- Kassel: 58 Stationen, 500 Fahrräder, einmalig 1,7 Mio. EURO + Finanzierung von
Stationen durch Partner, jährliche Kosten keine Angabe
Aus diesen Beispielen abgeleitet, lägen die Investitionskosten für ein Fahrradverleihsystem in Braunschweig selbst bei einem relativ kleinen Start mit z.B. 30 Stationen und 300 Fahrrädern voraussichtlich im siebenstelligen Bereich. Der Betriebsaufwand läge aus dem Beispiel Mainz abgeleitet bei mehreren 100.000 EURO pro Jahr.
