Rat und Stadtbezirksräte
Beschlussvorlage - 17-05106
Grunddaten
- Betreff:
-
Nutzung von Sportfördermitteln als städtischer Eigenanteil für die Umsetzung eines Projektes zur Förderung von Ausbildungen im Zusammenhang mit Sportangeboten im Behindertensport - Änderung der Sportförderrichtlinien der Stadt Braunschweig bei der Förderart "Sonstige Sportförderung"
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 67 Fachbereich Stadtgrün und Sport
- Verantwortlich:
- Geiger
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Sportausschuss
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Vorberatung
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31.08.2017
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Erledigt
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Verwaltungsausschuss
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Vorberatung
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Erledigt
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Rat der Stadt Braunschweig
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Entscheidung
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26.09.2017
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Beschlussvorschlag
Beschluss:
- „Für die Finanzierung eines Projektes zur Aus- und Weiterbildung von Übungsleitern im Bereich des Behindertensports sowie zur Fortbildung und Förderung von Inklusionsmanagern in Braunschweiger Sportvereinen werden insgesamt 100.000,00 €, verteilt auf die Jahre 2017 und 2018 aus dem Teilhaushalt des Fachbereichs Stadtgrün und Sport zur Verfügung gestellt.
- Die Sportförderrichtlinien der Stadt Braunschweig werden in der als Anlage 3 beigefügten Fassung beschlossen.“
Sachverhalt
Sachverhalt:
Im mehrjährigen Prozess der im Jahr 2013 begonnenen Sportentwicklungsplanung in Braunschweig kristallisierte sich als ein Ergebnis der durchgeführten Bevölkerungsbefragung heraus, dass das Thema Inklusion besonders in den Blick genommen werden sollte.
Es wurde deshalb ein eigenständiges Teilprojekt „Inklusion im und durch Sport“ initiiert und mit Hilfe einer gesonderten Fragebogenaktion das Freizeit- und Sportverhalten sowie die konkreten Wünsche von Menschen mit Behinderungen im Zusammenhang mit Sportangeboten und weitere wichtige Aspekte einer erfolgreichen Inklusion dokumentiert.
Ergänzt wurden diese Erkenntnisse bzw. Ergebnisse durch die Rückläufe einer schriftlichen Befragung („Inklusions-Check“) aller Braunschweiger Sportvereine.
Eine Planungsgruppe mit Vertreterinnen und Vertretern der Lebenshilfe Braunschweig, des Vereins Köki (Selbsthilfe-Verein für körperbehinderte Kinder in Braunschweig), des Projekts BinaS (Braunschweig integriert natürlich alle Sportler), des Stadtsportbundes Braunschweig sowie der Stadtverwaltung (Fachbereiche Soziales, Schule sowie Stadtgrün und Sport) erarbeitete aus den gesammelten Informationen zusammen mit dem beauftragten Büro ikps (Institut für kooperative Planung und Sportentwicklung) den inzwischen vorliegenden Bericht mit dem Titel „Inklusion im und durch Sport in Braunschweig – Befunde, Bedarfe, Entwicklungsperspektiven“.
Dieser Bericht formuliert Leitziele und Empfehlungen, die eine gute Orientierungshilfe für eine inklusive Ausrichtung der Sportentwicklung in Braunschweig darstellen.
Die lokalen Expertinnen und Experten empfehlen in diesem Bericht u.a. die Entwicklung eines Qualifizierungs- und Fortbildungskonzeptes für Übungsleiterinnen und Übungsleiter, das möglichst zentral in Braunschweig umgesetzt werden soll.
Förderantrag beim Niedersächsischen Sozialministerium
Dieses wichtige Leitziel vor Augen hatte sich der Fachbereich Stadtgrün und Sport im Oktober 2016 um eine Förderung gem. der Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung von Inklusionsprojekten auf der kommunalen Ebene beim Niedersächsischen Sozialministerium beworben und Mitte November 2016 erfreulicherweise den Zuschlag für eine anteilige Projektförderung (50%) von 50.000,00 € erhalten.
Als zuwendungsfähige Gesamtausgaben des eingereichten Projektantrags wurden 100.000,00 € festgestellt, so dass von städtischer Seite ebenfalls 50.000,00 € in die Projektfinanzierung eingebracht werden müssen, die im Teilhaushalt des Fachbereiches Stadtgrün und Sport zur Verfügung stehen.
Diese anteilige Förderung des Projektes „Erleichterung der Teilhabe am Sport für Menschen mit Handicap durch die Förderung der Aus- und Fortbildung von Übungsleitern im Behindertensport sowie durch die finanzielle Förderung vereinsinterner Inklusionsmanager“ soll nunmehr beschlossen werden. Übergeordnete Zielsetzung des Projektes ist die Verbreiterung des inklusiven Sportangebotes als Baustein für den städtischen Aktionsplan Inklusion.
Aus- und Fortbildung zum Übungsleiter Behindertensport/Breitensport
Hierzu sollen möglichst viele Personen in den Sportvereinen speziell ausgebildet werden, die als lizenzierte Übungsleiter im Behindertensport fungieren können. Dafür ist es notwendig, durch die Förderung der Aus- und Fortbildung von Sportübungsleitern im Behindertensport das zwingend notwendige Fachwissen in die Sportvereine zu bringen sowie gegebenenfalls vorhandene mentale Barrieren in Sportvereinen abzubauen und vorhandene Hemmschwellen zu nehmen, um vermehrt Menschen mit Behinderungen die aktive Teilnahme am Breitensport und die Zugänglichkeit zu Angeboten der Sportvereine zu ermöglichen oder zu erleichtern.
Fortbildung zum „Inklusionsmanager“
Auf Vereinsebene sollen darüber hinaus geeignete – vorzugsweise selbst betroffene oder im Umgang mit behinderten Menschen erfahrene – Personen als Ansprechpartner bzw. Mittler (Inklusionsmanager) fungieren und niederschwellig das Sportangebot mit dem interessierten Personenkreis zusammenführen.
Diese geplante Fortbildung zum Inklusionsmanager lehnt sich an vergleichbare Entwicklungen im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) an, berücksichtigt aber auch örtliche Besonderheiten und Schwerpunkte. Der Fortbildungsumfang bzw. die zu vermittelnden Inhalte wurden unter Einbindung der lokalen Expertinnen und Experten bereits erarbeitet (siehe dazu auch Anlage 1).
In möglichst vielen Braunschweiger Sportvereinen sollen so Multiplikatoren und Ansprechpartner installiert werden, die inklusive Sportgruppen zusammenführen aber auch den Blickwinkel der Braunschweiger Sportvereine auf wirklich alle Sportler erweitern sollen.
Fördermodalitäten
Das genehmigte Förderprojekt hat eine Laufzeit bis zum 31.12.2018. Die nunmehr beabsichtigten Schulungen sollen im letzten Quartal 2017 starten und Ende 2018 abgeschlossen werden.
Da es sich um zum Teil mehrwöchige Lehrgangseinheiten handeln wird und die Verfügbarkeit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch von anderen Faktoren abhängig sein wird, ist es sinnvoll und geboten, die Schulungsblöcke ggf. auch mehrfach und über einen längeren Zeitraum anzubieten. Nur so kann sichergestellt werden, dass am Ende des Projektes auch die gewünschte Anzahl der qualifizierten Kräfte erreicht werden kann.
Aufbau eines Netzwerkes „Inklusion im Sport in Braunschweig“
Gemeinsam mit dem Stadtsportbund Braunschweig will die Stadtverwaltung schrittweise ein Netzwerk aufbauen mit dem Ziel, die Teilhabe aller Braunschweigerinnen und Braunschweiger mit und ohne Behinderung an allen gewünschten Sportarten möglich zu machen. Die jeweiligen Inklusionsmanager der Sportvereine sollen im kontinuierlichen Austausch miteinander unter anderem daran arbeiten, die Zugänglichkeit zu Sportangeboten und Sportstätten schrittweise weiter zu verbessern.
Als Partner für die geplanten Aus- und Fortbildungsveranstaltungen konnte die DBS-Akademie gGmbH (DBS) aus Steinfurt gewonnen werden, die inzwischen eine entsprechende Planung in Form eines Angebotes unterbreitet hat. Eine Übersicht der Kosten pro Lehrgangsteilnehmer für die verschiedenen Modelle ist dieser Vorlage als Anlage 2 beigefügt.
In Gesprächen konnte erreicht werden, dass die DBS alle geplanten Lehrgänge nutzerfreundlich in Braunschweig anbieten wird.
Geplante Verwendung der Fördermittel
Angedacht ist, dass mit den zur Verfügung gestellten Haushaltsmitteln in Höhe von 100.000,00 € den Braunschweiger Sportvereinen bzw. deren Übungsleiterinnen und Übungsleitern eine kostenfreie Teilnahme an allen dargestellten Ausbildungsgängen (die Übungsleiterlehrgänge mit und ohne Vorqualifikation sowie die Weiterbildung zum Inklusionsmanager) ermöglicht werden.
Darüber hinaus soll im Rahmen dieses Projektes auf Antrag eine monatliche Bezuschussung der Inklusionsmanagerin/des Inklusionsmanagers mit bis zu 200,00 € bis Ende 2018 ermöglicht werden.
Über diese neuen und zusätzlichen Fördertatbestände sind alle Braunschweiger Sportvereine mehrfach sowohl schriftlich als auch durch Info-Veranstaltungen und direkte Gespräche unterrichtet worden.
Die Sportfachverwaltung beabsichtigt, Mitte 2018 über den Stand des Projektes sowie den Verlauf der Fortbildungen im Sportausschuss zu berichten.
Um eine ordnungsgemäße finanzielle Förderung der Braunschweiger Sportvereine im Rahmen dieses Projektes sicherstellen zu können, ist es notwendig die Sportförderrichtlinien der Stadt Braunschweig für den Projektzeitraum anzupassen, da ein entsprechender Passus bisher fehlt. Die um den Punkt 3.64 ergänzte Sportförderrichtlinie ist als Anlage 3 beigefügt.
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
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1
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(wie Dokument)
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602,3 kB
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2
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(wie Dokument)
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210,8 kB
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3
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(wie Dokument)
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100,9 kB
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