Rat und Stadtbezirksräte
Anfrage (öffentlich) - 17-05575
Grunddaten
- Betreff:
-
Sicherheitsabstand zu geplanter Anzahl Habitatbäume NSG
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Anfrage (öffentlich)
- Federführend:
- 10 Fachbereich Zentrale Dienste
- Verantwortlich:
- SPD-Fraktion Stadtbezirksrat 213
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Stadtbezirksrat im Stadtbezirk 213 Südstadt-Rautheim-Mascherode
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zur Beantwortung
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24.10.2017
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Gut 70-80 Prozent der Fläche im zukünftigen Naturschutzgebiet gehören zum FFH Lebensraumtyp 9160 (Subatlantischer oder mitteleuropäischer Stieleichenwald oder Eichen-Hainbuchenwald) oder 9170 (Labkraut-Eichen-Hainbuchenwälder).
Die Erhaltungsziele des FFH-Gebietes im NSG sind die Erhaltung oder Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustandes.
Allgemein sind Eichenwälder pflegeintensive Wälder, da Eichen mehr Licht zum Wachstum benötigen als zum Beispiel Buchen, die bei freiem Wachstum Eichenbäume im Wald behindern und verdrängen. Eichenwälder benötigen also regelmäßige Pflege und Bewirtschaftung, um sich langfristig zu entwickeln. Im Umfeld eines Habitatbaumes ist die Bewirtschaftung bzw. Pflege nicht mehr möglich, wegen der möglicherweise trockenen und abgestorbenen Struktur des Baumes. Der Aufenthalt in diesem Umfeld ist aus Sicht der Berufsgenossenschaft für Waldarbeiter zu gefährlich und daher unzulässig. Der Sicherheitsbereich um eine 25 m große Eiche als Habitatbaum deckt einen Kreis von ca. 25 m Radius ab. Dies entspricht etwa 2.000 m2 Fläche (exakt 1.963,495 m2), also ein Fünftel Hektar (=10.000 m2). Das heißt weiterhin auch, dass langfristig nur noch Habitatbäume im Mascheroder und Rautheimer Forst sein werden, und selbst die zunächst zulässigen Wege nicht mehr ausreichenden Sicherheitsabstand zu diesen haben werden.
In diesem Zusammenhang fragen wir an:
1. Wie soll es Waldarbeitern in Zukunft möglich sein, in einem Wald mit durchschnittlich sieben Habitatbäumen je Hektar gefahrlos zu arbeiten und ordnungsgemäße Waldpflege zu betreiben?
2. Wie kann es für Erholungssuchende möglich sein, in einem Wald mit durchschnittlich sieben Habitatbäumen je Hektar noch sichere Wege zu begehen?
3. Wie können Schüler- bzw. Kindergruppen in einem Waldgebiet mit durchschnittlich sieben Habitatbäumen je Hektar einen Bereich finden, der sicher ist und geeignet ist für Exkursionen in den Wald als Naturerfahrungsgebiet?
gez.
Ilona Kaula
