Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Stellungnahme - 17-05878-01

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Beratungsfolge

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Sachverhalt

Sachverhalt:


1. Welche Prognose stellt die Verwaltung für die Entwicklung der Bevölkerungszahlen im Stadtbezirk Innenstadt?

 

Seit dem Tiefstand von 12.584 Einwohnern im Jahr 2003 ist die Einwohnerzahl des Stadtbe­zirks 131 Innenstadt nahezu kontinuierlich gestiegen (insgesamt +1.817 Einwohner / +14,4 %). Dies entspricht einem durchschnittlichen Bevölkerungsgewinn von jährlich rund 140 Per­sonen (ca. +1 %) in den Jahren 2003-2016, der ausschließlich von dem Zuzugsgewinn von außerhalb Braunschweigs getragen wird. Rund 43 % des Bevölkerungszuwachses entfiel hierbei auf die ausländische Bevölkerung (+776 Einwohner).

 

Gerade hier im Innenstadtbereich herrscht im Stadtgebiet eine sehr hohe Fluktuation, was die Zu- und Abwanderung betrifft. Wie in vielen anderen Großstädten so ist auch in Braun­schweig die Innenstadt für viele Zuziehenden zunächst nur der erste Landeplatz, von dem aus nach einem längerfristig bevorzugten Wohnstandort in der Stadt gesucht wird. Die Zahl der Wohneinheiten ist im Zeitraum 2003-2016 zwar um 524 auf 10.279 gestiegen (+5,4 % / ø 40 WE pro Jahr). Dieser Prozess wird sich aufgrund der bereits vorhandenen hohen Sied­lungsverdichtung jedoch nicht beliebig fortsetzen können. In den nächsten 5-10 Jahren kön­nen – je nachdem wie die Nachfragesituation sich entwickelt – möglicherweise noch bis zu 200 zusätzliche Wohneinheiten im Neubau entstehen. Unter Berücksichtigung des relativ hohen Ausländeranteils in der Innenstadt (17,0 % / Stadt BS zum Vergleich 9,8 %) ist nur eine grobe Einschätzung der künftigen Entwicklung der Innenstadtbevölkerung möglich. Am wahrscheinlichsten dürfte nach derzeitigen Erkenntnissen eine stabile, eher nur leicht wach­sende Bevölkerungszahl sein, die sich auf absehbare Zeit im Rahmen von rund 14.000 bis maximal 15.000 Einwohner bewegen dürfte.

 

 

 

 

2. Welche Erwartungen an die künftige demografische Zusammensetzung des Stadt­bezirks prägen die Bewertung öffentlicher Investitionen in den Bezirk?

 

Die Innenstadt hat neben einer Vielzahl von zentralen Funktionen für die Stadt und die Region immer auch Bedeutung als Wohnstandort. Nur so kann es gelingen, eine angemes­sene Mischung von Nutzungen und Funktionen zu erreichen. Insbesondere spielt die Wohn­struktur in der Innenstadt durch die damit verbundene durchgehende Belebung eine bedeu­tende Rolle für die soziale Sicherheit im öffentlichen Raum. Wohnen in der Innenstadt ist zudem eine sehr ausgeprägte Form der räumlichen Verknüpfung von Wohnen, Arbeiten, Einkaufen und Freizeit. Die kurzen Wege und die optimalen Mobilitätsangebote der Innen­stadt sind beste Voraussetzungen für nachhaltiges Mobilitätsverhalten, einhergehend mit hoher Lebensqualität.

 

Ein lebendiges Umfeld mit breiter Nutzungsmischung und einer großen Bandbreite alltägli­chen urbanen Lebens aller Generationen machen den Charme einer attraktiven Innenstadt aus und sind somit gerade für die Innenstadt als Repräsentations-, Veranstaltungs- und Ge­schäftsort von existenzieller Bedeutung. Der Erhalt und die zu Frage 1) beschriebene mode­rate Weiterentwicklung der Innenstadt als Wohnstandort stehen daher bei allen Investitions­überlegungen für die Innenstadt mit im Fokus.

 

 

 


3. Welche Bedeutung räumt die Verwaltung der Entwicklung der Innenstadteinwoh­nerpopulation im Kontext mit der Bedeutung der Innenstadt als Repräsentationsort, Veranstaltungsort und Geschäftsort ein?

 

Der Erhalt und die Weiterentwicklung der Innenstadt, dem Herz der Stadt, als attraktiven Ort mit hoher Aufenthaltsqualität und Anziehungskraft für Bewohner, Besucher, Beschäftigte und Kunden der hier in einzigartiger, abwechslungsreicher Mischung konzentrierten Nutzungen sind für die Positionierung Braunschweigs als weit in die Region strahlendes Oberzentrum für Handel, Gastronomie, Verwaltung, Dienstleistungen aller Art, Kultur und Freizeitgestal­tungsangebote von großer Bedeutung. Die sich kontinuierlich verändernden Bedürfnisse und Erwartungshaltungen der verschiedenen Nutzergruppen gilt es durch gegenseitige Rück­sichtnahme im Rahmen des weiteren Entwicklungsprozesses so gut wie möglich miteinander in Einklang zu bringen.

 

 

gez. Klein

 


 

 

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