Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Stellungnahme - 17-05875-01

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Sachverhalt

Sachverhalt:

In der Anfrage der Partei/ Piraten Nr. 17-05875 vom 18.11.2017 wird nachgefragt, wie innerhalb der Stadtverwaltung der Begriff „Aufenthaltsqualität“ im Zusammenhang mit investiven und stadtgestalterischen Maßnahmen definiert wird. Im Einzelnen werden folgende Fragestellungen formuliert:

 

1.Welche Qualitätsmerkmale ordnet die Verwaltung diesem Begriff hinsichtlich der spezifischen Aufenthaltsqualität für die innerstädtische Wohnbevölkerung zu?

 

2.Mit welchen Maßnahmen in Zeit und Raum misst die Verwaltung die Aufenthaltsqualität?

 

3.Welche Instrumente zur Erfolgsmessung der Maßnahmen setzt die Verwaltung ein?

 

Die Verwaltung nimmt hierzu Stellung wie folgt:

 

 

Zu Frage 1:

 

Der öffentliche Raum ist zentrales Thema der Stadtplanung bzw. der Stadtpolitik. Ziel ist, die Bewohnerschaft in den Mittelpunkt zu stellen und auf ihre Bedürfnisse als Zu Fuß Gehende, Radfahrende, Nutzende des öffentlichen Raums zu reagieren. Insbesondere die in der In­nenstadt Wohnenden sind auf erholsame und anregende Aufenthaltsmöglichkeiten im Freien, gute Luft, wenig Lärm und sichere Wege angewiesen.

 

Die Verbesserung der Aufenthaltsqualität bedeutet für Straßen und Verkehrswege, sie be­sonders innerorts als Aufenthaltsräume für die Menschen zu sehen, statt als bloße Räume zur Fortbewegung. Dafür werden Planungsprinzipien beachtet wie, die Fahrbahnbreite auf ein notwendiges Minimum zu reduzieren, um mehr Platz für anderweitige Nutzung zur Verfü­gung zu haben, durch einen geschwungenen Straßenverlauf Rennstrecken zu verhindern, den ruhenden Verkehr unterirdisch unterzubringen und andere Maßnahmen zur Reduzierung und Beruhigung des Verkehrs. Die dadurch gewonnenen Flächen bieten Gestaltungsspiel­räume, die für Grünbereiche, Sitzmöglichkeiten oder auch Spielangebote genutzt werden können. Die Wahl hochwertiger möglichst einheitlicher Materialien für die Freiflächen visuali­siert die besondere Bedeutung dieser knappen Ressource in der Innenstadt.

 

Im Einzelnen werden folgende Maßnahmen zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität angestrebt:

 

In Innenhöfen bietet ein hoher Grün- und Freiflächenanteil Aufenthaltsqualität. In Straßen­räumen fördert straßenbegleitende Begrünung die Wohnqualität. Öffentliche Plätze halten je nach Nutzung Sitzmöglichkeiten, Stadtgrün und Spielgeräte oder Wasser bereit. Durch die Größe, Vernetzung von Wegen und die räumliche Fassung der Platzfläche wird der mensch­liche Maßstab berücksichtigt. Diese zuletzt genannten Parameter sind jedoch oftmals im Innenstadtbereich vorgegeben und können nicht beeinflusst werden.

 

Weiche Übergänge zwischen privatem, halböffentlichem und öffentlichem Raum tragen zu einer angenehmen Atmosphäre und Lust am Verweilen bei. Auch Spielstraßen und Begeg­nungszonen oder - wo möglich Sackgassen, können aufgrund der Verkehrsreduzierung die Attraktivität des Straßenraumes steigern.

 

Ein hoher Anteil an Grün- und Freiflächen mit ruhigen Innenhofsituationen, ein guter Zustand der Flächen, erhöhen die Aufenthaltsqualität, das Sicherheitsgefühl und die Nutzbarkeit der Flächen.

 

Zu den Fragen 2 und 3:

 

Seit 2008 erfasst die Braunschweig Stadtmarketing GmbH, unterstützt durch den Arbeits­ausschuss Innenstadt Braunschweig, die Besucherfrequenzen an sechs, seit 2010 an acht Punkten der Innenstadt. Neuerdings erfolgen diese Messungen lasergestützt. Die Besucher­frequenzen zeigen sich stabil.

 

Daneben wird alle drei Jahre in einer Bürgerbefragung, koordiniert mit 20 anderen Städten, die Zufriedenheit der Bürgerschaft, u. a. mit dem öffentlichen Raum, abgefragt. Die Braun­schweiger Bevölkerung ist mit öffentlichen Plätzen überwiegend zufrieden; insgesamt äußer­ten sich 86 % positiv.

(„Braunschweig im Urteil seiner Bürgerinnen und Bürger“, vierte koordinierte Umfrage zur Lebensqualität in deutschen Städten 2015, Referat Stadtentwicklung und Statistik).

 

Nicht zuletzt zeigt sich an dem im Vergleich mit ähnlich großen Städten hohen Anteil der Wohnbevölkerung in der Innenstadt und sogar einer Zunahme im Stadtbezirk Innenstadt von 12.900 EW im Jahr 2000 auf 14.400 EW im Jahr 2016 die Akzeptanz und positive Einschät­zung der Menschen. 

 

 

 

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