Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Stellungnahme - 17-05395-02

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Sachverhalt

Sachverhalt:

 

Zur Anfrage der CDU-Fraktion im Stadtbezirksrat 131 vom 11.09.2017 [17-05395] wird ergänzend wie folgt Stellung genommen:

 

Lt. einem Bericht der gemeinnützigen Journalisten Netzwerk OrbMedia gibt es eine hohe Belastung von Mikroplastik im Trinkwasser weltweit. Es sollen zwar in Deutschland die besten Werte mit gemessen worden sein, doch sind immer noch 72 % der Proben belastet gewesen.

 

Zu Frage 1:


Bisher war Mikroplastik in der Trinkwasserversorgung kein Thema. Es wurde auch nicht in Fachgremien, wie beispielsweise im „Gesprächsforum der niedersächsischen Gesundheitsingenieure“, angesprochen. Eine Rückfrage bei dem örtlichen Wasserversorger BS Energy ergab, dass das Trinkwasser in Braunschweig bislang nicht auf Mikroplastik untersucht wird.
„BS Energy“, der Wasserversorger für Braunschweig, informiert auf seiner Homepage zu Mikroplastik folgendermaßen:

Als Mikroplastik werden Plastikartikel mit einem Durchmesser von weniger als 5 mm bezeichnet. Der Eintrag in Binnengewässer scheint hauptsächlich über Plastikmüll und Plastikabrieb, z. B. aus Verpackungen, zu erfolgen. Durch häusliche Abwässer gelangen Plastikpartikel auch in Kläranlagen. Unser Trinkwasser in Braunschweig stammt aus den Talsperren im West-Harz. An diesen Talsperren gibt es keine Einleitung von Abwässern. Die Einzugsgebiete der West-Harz-Talsperren sind zu einem sehr hohen Prozentsatz bewaldet, damit nur gering anthropogen genutzt. Diffuse Stoff-Einträge – z. B. durch Siedlungen – werden durch die behördlich festgesetzten Trinkwasserschutzzonen vermieden. Unter den aufgeführten Randbedingungen ist ein Eintrag von Mikroplastikpartikeln in die Talsperren sehr unwahrscheinlich. Die Wasseraufbereitungsanlagen an den Wasserwerken der Trinkwassertalsperren im Harz halten Partikel wirksam zurück. Auch Mikroplastik wird bei der Filtration zurückgehalten werden. Die weitgehende Partikelentfernung wird durch eine Filterstufe mittels Flockenfiltration gewährleistet.
 

Zu Frage 2:


Nein. Mikroplastik ist kein Parameter, der nach gültiger Trinkwasserverordnung (TVO) untersucht wird. Das Gesundheitsamt Braunschweig ist zuständig für die Untersuchung des Trinkwassers nach der TVO. Insofern kann das Gesundheitsamt die zuverlässige Aussage treffen, dass es keinen gesetzlichen Auftrag zu Untersuchungen auf Mikroplastik in der TVO gibt.
Es erfolgten mehrfache Telefonate und persönliche Gespräche mit Herrn Dr. Suchenwirth, Abteilungsleiter der Abteilung 3, Umweltmedizin, -hygiene und Epidemiologie im Niedersächsischen Landesgesundheitsamt (NLGA) zum Thema Mikroplastik. Herr
Dr. Suchenwirth teilte mit, dass aufgrund der Wasserversorgungslage – Versorgung über die Harzwasserwerke – Mikroplastik im Trinkwasser in Braunschweig eine definitiv untergeordnete Rolle spiele. Deutschlandweit oder sogar weltweit könne sich dies natürlich anders verhalten und müsse auch sehr ernst genommen werden.
 

Zu Frage 3:


Siehe Antworten zu 1 und 2. Das Gesundheitsamt ist, wie gesagt, überwachende Behörde für die Trinkwasserverordnung (TVO), die derzeit Untersuchungen und Überwachung auf Mikroplastik nicht vorsieht. Die TVO wurde in den letzten Jahren mehrfach novelliert, neue Parameter wurden aufgenommen, andere Parameter aus der Verordnung zurückgenommen. Mikroplastik als Parameter ist bisher nicht enthalten und kann deshalb auch nicht oder nur mit sehr großem Aufwand von Laboren untersucht werden. Alle Labore, die Untersuchungen entsprechend der TVO durchführen können und dürfen, unterliegen strengen Anforderungen und müssen über eine Zertifizierung nach TVO verfügen. Insofern bieten die nach TVO zertifizierten Labore keine Untersuchungen für Parameter an, die nicht in der Trinkwasserverordnung enthalten sind.

 

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