Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Beschlussvorlage - 18-07912

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Beschluss:

Der Verlegung sogenannter Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig im öffentlichen Straßenraum vor dem in der Vorlage bezeichneten Grundstück wird zugestimmt.
 

 

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Sachverhalt

Sachverhalt:

 

Gemäß § 93 Abs. 1 Ziffern 5 und 10 des Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetzes (NKomVG) in Verbindung mit § 16 Abs. 1 Ziffer 8 der Hauptsatzung der Stadt Braunschweig vom 8. November 2011 in der derzeit geltenden Fassung entscheiden die Stadtbezirksräte über die Aufstellung von Kunstwerken. Vorliegend handelt es sich bei der Verlegung sogenannter Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig um derartige Kunstwerke.

 

Entsprechend dem Konzept des Projektes Stolpersteine enthalten jeweils neu zu verlegende Steine den Namen der Opfer des Nationalsozialismus sowie kurze Angaben zum Geburtsjahr und zum jeweiligen Schicksal.

 

Der Verein „Stolpersteine für Braunschweig e. V.“ hat die folgenden Daten zu den Personen ermittelt und der Verwaltung mitgeteilt:

 

Löwenwall 23 (heute: John-F.-Kennedy-Platz 5)

 

Siegfried Loewenthal

Geboren: 27.10.1869 in Guttentag (Oberschlesien)

Ausbildung/Beruf: Nach dem Schulbesuch studierte er Medizin in Würzburg, Berlin, München und Breslau. Anschließend arbeitete er als Assistentsarzt in Nervenkliniken in Breslau und Frankfurt am Main. Nach seiner Promotion wechselte Löwenthal an die Deutsche Drogisten Akademie in Braunschweig. Später eröffnete er in Braunschweig eine Praxis als Spezialarzt für Nervenleiden sowie eine medizinisch-physikalische Kuranstalt am Lessingplatz.

Wohnort: Löwenwall 23

Grund der Verfolgung: Jude

Verfolgung:Wegen der sich abzeichnenden Judenpogrome der Nazis verließ er im November 1935 Deutschland und emigrierte nach Palästina. Dort lebte er unter dem Namen Shaul Löwenthal und baute eine Praxis für Radiumtherapie auf. Im Juli 1951 starb er in Ramoth Hashavim, einem Vorort von Tel Aviv (Israel).

Verlegungsort:Löwenwall 23 (heute: John-F.-Kennedy-Platz 5)

Grund der Verlegung:Anregung von Rudolf Fricke, Wolfenbüttel

Recherche: Schüler*innen der Jugenddorf-Christophorusschule Braunschweig

 

Josefine Helene Loewenthal, geb. Erlanger

Geboren:1.5.1871 in Frankfurt am Main

Ausbildung/ Beruf: Unbekannt

Wohnort: Löwenwall 23

Grund der Verfolgung:Jüdin

Verfolgung:Im November 1935 wanderte die Familie nach Palästina aus, wo sie ihr weiteres Leben in der Nähe von Tel Aviv verbrachte. 1958 starb Josefine Löwenthal in Ramoth Hashavim in Israel.

Verlegungsort: Löwenwall 23 (heute: John-F.-Kennedy-Platz 5)

Grund der Verlegung:Anregung von Rudolf Fricke, Wolfenbüttel

Recherche: Schüler*innen der Jugenddorf-Christophorusschule Braunschweig             

 

Charlotte (Lotte) Loewenthal, verheiratete Steinitz

Geboren:25.2.1899

Ausbildung/ Beruf: Medizinstudium, Arbeit als Kinderärztin

Wohnort: Löwenwall 23

Grund der Verfolgung:Jüdin

Verfolgung:Flucht nach Palästina im November 1935. In Israel arbeitete sie zunächst in der Hühnerzucht, ging aber später, aller sprachlichen Hürden zum Trotz, wieder ihrer Arzttätigkeit nach. Charlotte bildete sich nebenbei zur Kinderpsychiaterin weiter und praktizierte später auch als solche. Sie nahm kranke Kinder aus problematischen Familienverhältnissen in Pension auf.

Charlotte Steinitz starb am 29.01.1958 in Ramoth Hashavim an einer akuten Leukämie.

Verlegungsort: Löwenwall 23 (heute: John-F.-Kennedy-Platz 5)

Grund der Verlegung:Anregung von Rudolf Fricke, Wolfenbüttel

Recherche: Schüler*innen der Jugenddorf-Christophorusschule Braunschweig             

 

Erich Loewenthal

Geboren:12.10.1905

Ausbildung/ Beruf: Praktischer Arzt

Wohnort: Löwenwall 23

Grund der Verfolgung:Jude

Verfolgung:Flucht nach Palästina im November 1935. Danach lebte Erich Löwenthal erst in Palästina in Ramoth Hashavim und zuletzt in Tel Aviv, Israel. Er ist am 30.04.1959 gestorben.

Verlegungsort: Löwenwall 23 (heute: John-F.-Kennedy-Platz 5)

Grund der Verlegung:Anregung von Rudolf Fricke, Wolfenbüttel

Recherche: Schüler*innen der Jugenddorf-Christophorusschule Braunschweig

 

Ulrich Loewenthal

Geboren:1934

Ausbildung/ Beruf: in Israel: Medizinstudium, Psychiater

Wohnort: Löwenwall 23

Grund der Verfolgung:Jude

Verfolgung:Flucht mit seinen Eltern nach Palästina im November 1935.

Verlegungsort: Löwenwall 23 (heute: John-F.-Kennedy-Platz 5)

Grund der Verlegung:Anregung von Rudolf Fricke, Wolfenbüttel

Recherche: Schüler*innen der Jugenddorf-Christophorusschule

Braunschweig

 

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