Rat und Stadtbezirksräte
Beschlussvorlage - 18-07912
Grunddaten
- Betreff:
-
Projekt "Stolpersteine 2018"
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- DEZERNAT IV - Kultur- und Wissenschaftsdezernat
- Beteiligt:
- 41 Fachbereich Kultur und Wissenschaft; 10 Fachbereich Zentrale Dienste
- Verantwortlich:
- Dr. Hesse
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
|---|---|---|---|---|
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●
Erledigt
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Stadtbezirksrat im Stadtbezirk 131 Innenstadt
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Entscheidung
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17.04.2018
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Gemäß § 93 Abs. 1 Ziffern 5 und 10 des Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetzes (NKomVG) in Verbindung mit § 16 Abs. 1 Ziffer 8 der Hauptsatzung der Stadt Braunschweig vom 8. November 2011 in der derzeit geltenden Fassung entscheiden die Stadtbezirksräte über die Aufstellung von Kunstwerken. Vorliegend handelt es sich bei der Verlegung sogenannter Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig um derartige Kunstwerke.
Entsprechend dem Konzept des Projektes Stolpersteine enthalten jeweils neu zu verlegende Steine den Namen der Opfer des Nationalsozialismus sowie kurze Angaben zum Geburtsjahr und zum jeweiligen Schicksal.
Der Verein „Stolpersteine für Braunschweig e. V.“ hat die folgenden Daten zu den Personen ermittelt und der Verwaltung mitgeteilt:
Löwenwall 23 (heute: John-F.-Kennedy-Platz 5)
Siegfried Loewenthal
Geboren: 27.10.1869 in Guttentag (Oberschlesien)
Ausbildung/Beruf: Nach dem Schulbesuch studierte er Medizin in Würzburg, Berlin, München und Breslau. Anschließend arbeitete er als Assistentsarzt in Nervenkliniken in Breslau und Frankfurt am Main. Nach seiner Promotion wechselte Löwenthal an die Deutsche Drogisten Akademie in Braunschweig. Später eröffnete er in Braunschweig eine Praxis als Spezialarzt für Nervenleiden sowie eine medizinisch-physikalische Kuranstalt am Lessingplatz.
Wohnort: Löwenwall 23
Grund der Verfolgung: Jude
Verfolgung:Wegen der sich abzeichnenden Judenpogrome der Nazis verließ er im November 1935 Deutschland und emigrierte nach Palästina. Dort lebte er unter dem Namen Shaul Löwenthal und baute eine Praxis für Radiumtherapie auf. Im Juli 1951 starb er in Ramoth Hashavim, einem Vorort von Tel Aviv (Israel).
Verlegungsort:Löwenwall 23 (heute: John-F.-Kennedy-Platz 5)
Grund der Verlegung:Anregung von Rudolf Fricke, Wolfenbüttel
Recherche: Schüler*innen der Jugenddorf-Christophorusschule Braunschweig
Josefine Helene Loewenthal, geb. Erlanger
Geboren:1.5.1871 in Frankfurt am Main
Ausbildung/ Beruf: Unbekannt
Wohnort: Löwenwall 23
Grund der Verfolgung:Jüdin
Verfolgung:Im November 1935 wanderte die Familie nach Palästina aus, wo sie ihr weiteres Leben in der Nähe von Tel Aviv verbrachte. 1958 starb Josefine Löwenthal in Ramoth Hashavim in Israel.
Verlegungsort: Löwenwall 23 (heute: John-F.-Kennedy-Platz 5)
Grund der Verlegung:Anregung von Rudolf Fricke, Wolfenbüttel
Recherche: Schüler*innen der Jugenddorf-Christophorusschule Braunschweig
Charlotte (Lotte) Loewenthal, verheiratete Steinitz
Geboren:25.2.1899
Ausbildung/ Beruf: Medizinstudium, Arbeit als Kinderärztin
Wohnort: Löwenwall 23
Grund der Verfolgung:Jüdin
Verfolgung:Flucht nach Palästina im November 1935. In Israel arbeitete sie zunächst in der Hühnerzucht, ging aber später, aller sprachlichen Hürden zum Trotz, wieder ihrer Arzttätigkeit nach. Charlotte bildete sich nebenbei zur Kinderpsychiaterin weiter und praktizierte später auch als solche. Sie nahm kranke Kinder aus problematischen Familienverhältnissen in Pension auf.
Charlotte Steinitz starb am 29.01.1958 in Ramoth Hashavim an einer akuten Leukämie.
Verlegungsort: Löwenwall 23 (heute: John-F.-Kennedy-Platz 5)
Grund der Verlegung:Anregung von Rudolf Fricke, Wolfenbüttel
Recherche: Schüler*innen der Jugenddorf-Christophorusschule Braunschweig
Erich Loewenthal
Geboren:12.10.1905
Ausbildung/ Beruf: Praktischer Arzt
Wohnort: Löwenwall 23
Grund der Verfolgung:Jude
Verfolgung:Flucht nach Palästina im November 1935. Danach lebte Erich Löwenthal erst in Palästina in Ramoth Hashavim und zuletzt in Tel Aviv, Israel. Er ist am 30.04.1959 gestorben.
Verlegungsort: Löwenwall 23 (heute: John-F.-Kennedy-Platz 5)
Grund der Verlegung:Anregung von Rudolf Fricke, Wolfenbüttel
Recherche: Schüler*innen der Jugenddorf-Christophorusschule Braunschweig
Ulrich Loewenthal
Geboren:1934
Ausbildung/ Beruf: in Israel: Medizinstudium, Psychiater
Wohnort: Löwenwall 23
Grund der Verfolgung:Jude
Verfolgung:Flucht mit seinen Eltern nach Palästina im November 1935.
Verlegungsort: Löwenwall 23 (heute: John-F.-Kennedy-Platz 5)
Grund der Verlegung:Anregung von Rudolf Fricke, Wolfenbüttel
Recherche: Schüler*innen der Jugenddorf-Christophorusschule
Braunschweig
