Rat und Stadtbezirksräte
Mitteilung - 18-07974
Grunddaten
- Betreff:
-
Sachstandsbericht zum Umsetzungsstand des Masterplans Sport 2030 hier: Arbeitsprogramm 2016 - 2018
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Mitteilung
- Federführend:
- 67 Fachbereich Stadtgrün und Sport
- Verantwortlich:
- Geiger
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
|---|---|---|---|---|
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●
Erledigt
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Sportausschuss
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zur Kenntnis
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26.04.2018
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Die Verwaltung hatte in der Februarsitzung des Sportausschusses angekündigt, über den Bearbeitungsstand der im Arbeitsprogramm 2016-2018 aufgeführten Maßnahmen und Empfehlungen einen Zwischenbericht vorzulegen. Nachfolgend sind die entsprechenden Arbeitsbereiche und die in der Zwischenzeit erreichten Ziele bzw. veranlassten Verfahrensschritte aufgeführt:
- Informationsangebote verbessern
a) Schaffung einer umfassenden Informationsplattform zum Thema Sport im Internet einschließlich eines Sportstättenatlas
In den vergangenen Monaten haben mehrere Softwareanbieter entsprechende Produkte („Sportportale“) in Braunschweig vorgestellt. Im II. Quartal 2018 wird die Sportfachverwaltung gemeinsam mit dem Stadtsportbund ein sogenanntes Pflichtenheft entwickeln und mit den Leistungsprofilen der von den angefragten Softwareanbietern vorgestellten Produkte abgleichen.
Ziel ist es, bis Ende 2018 ein Internet-Sportportal zu konzipieren, in dem die jeweils aktuelle Belegungssituation städtischer Sportstätten in Verbindung mit einem Sportstättenatlas und zusätzlich die Sportangebote der Braunschweiger Sportvereine dargestellt werden sollen.
b) Beschilderung und Kilometrierung von Rad-, Lauf- und Inlinestrecken
Aktuell wird die Kilometrierung und Beschilderung der vor kurzem fertiggestellten Finnenlaufbahn im Prinz-Albrecht-Park vorbereitet. Als Folgeprojekt ist geplant, die Laufstrecke rund um den Ölper See in der zweiten Jahreshälfte 2018 zu kilometrieren und entsprechend zu beschildern.
- Angebote zur Bewegungsförderung ausbauen
a) Ausbau der Bewegungsförderung in den Schulen und Kindertageseinrich-tungen durch bauliche Maßnahmen insbesondere im Außenbereich und durch eine gezielte motopädagogische Schulung der Erzieherinnen und Erzieher
Die Sportfachverwaltung wird im zweiten Halbjahr 2018 Gespräche mit den Fachbereichen Schule und Jugend führen mit dem Ziel, bis Ende 2018 ein Konzept mit konkreten Handlungsempfehlungen zur Umsetzung dieser Maßnahmen zu erarbeiten.
b) Initiierung von inklusiven Angeboten unter anderem für Menschen mit
Behinderung auf Basis der Ergebnisse der laufenden Untersuchung „Inklusion
im und durch Sport“ sowie in Kooperation mit „BINAS“
Das Sonderprojekt „Inklusion im und durch Sport“ beschäftigt sich aktuell intensiv mit der Gewinnung neuer Übungsleiter/-innen im Bereich Behindertensport/Breitensport sowie der Fortbildung und Etablierung von Inklusionsmanagern in den Braunschweiger Sportvereinen zur Schaffung zusätzlicher niederschwelliger und qualitativ hochwertiger Sportangebote auch für Sportler-/innen mit Handicap.
In enger Kooperation mit dem SSB und der DBS-Akademie (Ausbildungsstätte des Deutschen Behindertensportverbandes) werden seit gut einem Jahr entsprechende qualifizierende Lehrgänge angeboten, die inzwischen von über 30 Personen erfolgreich absolviert worden sind. Auch für das Jahr 2018 sind bereits wieder mehrere Übungsleiterlehrgänge, Inklusionsmanagerschulungen und fachspezifische Fortbildungsveranstaltungen geplant und über den SSB stadtweit ausgeschrieben worden
Um diese Entwicklungen weitergehend unterstützen zu können, sind Ende 2016 die Sportförderrichtlinien der Stadt Braunschweig entsprechend angepasst worden. Durch diese Anpassung ist es inzwischen möglich, dass auf Antrag von Sportvereinen im Rahmen der städtischen Sportförderung sowohl die kompletten Lehrgangskosten für die oben erwähnten Qualifizierungsmaßnahmen übernommen als auch monatliche finanzielle Förderung von Inklusionsmanagern gewährt werden können.
- Sportförderung und Nutzung der Sportstätten optimieren
a) Überarbeitung und Neufassung der Sportförderrichtlinien, unter anderem mit
dem Ziel der Schaffung von leistungsfähigeren Vereinsstrukturen sowie der
verbesserten Förderung des Leistungssports
Die städtischen Sportförderrichtlinien werden aktuell vom Institut für kooperative Planung und Sportentwicklung (ikps) in einem Quervergleich mit ähnlich großen Städten analysiert und gemeinsam mit der Sportfachverwaltung inhaltlich komplett überarbeitet. Dabei werden unter anderem die aktuellen Förderschwerpunkte in der Braunschweiger Richtlinie kritisch hinterfragt, aber auch gute Ansätze der Sportförderung in anderen Städten auf Umsetzbarkeit in Braunschweig untersucht.
Noch vor den Sommerferien 2018 soll der Entwurf der neugefassten Sportförderrichtlinien vorliegen und nachfolgend in einem kooperativen Planungsprozess (Workshops) mit dem organisierten Sport und sportpolitischen Vertretern ausführlich erörtert werden. Für das Frühjahr 2019 ist die Beratung und Beschlussfassung der Neufassung der Sportförderrichtlinien in den zuständigen politischen Gremien vorgesehen.
b) Optimierte Auslastung der Belegung der städtischen Sportinfrastruktur,
insbesondere im Bereich Turn- und Sporthallen sowie sonstiger
Sportfunktionsräume
Die Sportfachverwaltung überprüft aktuell unter Zuhilfenahme der Hallenbelegungs-bücher und der Auswertung einer im Jahr 2017 erfolgten Vereinsabfrage der aktuellen Sporthallenbelegungen (u. a. Sportart, Teilnehmerzahlen, breiten-/ oder leistungssportliche Nutzung) eine mögliche Diskrepanz zwischen der angemeldeten und der tatsächlichen Belegung der städtischen Sportstätten durch die Braunschweiger Sportvereine und sonstigen Hallennutzer.
In einem zweiten Schritt sollen Optimierungsansätze entwickelt und sofern erforderlich die Zuweisung von städtischen Sportstätten noch weiter bedarfsorientiert angepasst werden. In diesem Zusammenhang wird auch eine komplette Neuvergabe der Belegungszeiten als eine denkbare Variante für eine möglichst bedarfs- und ziegruppengerechte Nutzung der Sportstättenressourcen geprüft.
c) Entwicklung von zukunftsfähigen Konzepten für Sportarten mit rückläufigen
Mitgliederzahlen (Schützenwesen und Tennis) sowie Erarbeitung eines
Nachnutzungsprogramms für suboptimal genutzte Schießsportanlagen sowie
brachliegende Tennisfelder
Die Firma ikps führt aktuell verschiedene Workshops mit Vertretern der Fachverbände, der Stadtverwaltung und des SSB zur Erarbeitung zukunftsfähiger Konzepte für die Sportarten Schießsport und Tennis durch. Synergieeffekte durch Kooperationen sowie moderne Nutzungskonzepte sollen zukunftsfähige aber auch wirtschaftlich sinnvolle Nutzungen aufzeigen und auch nachhaltig sicherstellen.
Richtungsweisend könnten dabei attraktive und innovative Nachnutzungsideen, wie zum Beispiel die Umwandlung von brachliegenden Tennisfeldern in Beachsportplätze (Volleyball, Handball und Fußball) oder - wie bereits auf der Sportanlage Rote Wiese umgesetzt – der Neubau von ganzjährig nutzbaren Kunststoffrasenspielfeldern sein.
In der zweiten Jahreshälfte 2018 sollen die Ergebnisse und Vorschläge der Workshop-Teilnehmer dem Sportausschuss vorgestellt werden.
- Sportinfrastruktur durch ausgewählte Projekte gezielt ausbauen
a) Sportliche Nutzbarkeit des Ringgleises durch bauliche Maßnahmen weiter
Verbessern
Die Nutzbarkeit des Ringgleises wird aktuell im städtischen ISEK-Prozess als eigenständiges Projekt behandelt. Die Berücksichtigung auch von sportlichen Komponenten bei diesen übergeordneten Überlegungen ist in den Projektgruppensitzungen von der Sportfachverwaltung entsprechend vertreten worden. Aus sportfachlicher Sicht ist in diesem Zusammenhang die Asphaltierung von einigen Streckenabschnitten als sinnvoll anzusehen und in Teilen von der Bauverwaltung auch schon umgesetzt worden. In diesen Ringgleis-Teilbereichen ist dann eine erweiterte sportliche Nutzung (beispielsweise Inlineskaten u. ä.) möglich.
b) Erarbeitung und Umsetzung eines Konzeptes für eine beleuchtete Laufbahn
mit gelenkschonendem Rindenmulchbelag (Finnenbahn) im Prinz-
Albrecht-Park
Die Finnenlaufbahn im Prinz-Albrecht-Park ist inzwischen fertiggestellt und von Freizeitläuferinnen und -läufern bereits sehr gut angenommen worden. Aktuell wird von der Sportfachverwaltung an der Kilometrierung und Beschilderung der Laufbahn gearbeitet.
Begleitend zu dieser gelenkschonenden Laufstrecke soll im Frühsommer ein Calisthenic-Parcours – bestehend aus vier Einzelstationen mit jeweils mehreren Geräten – errichtet werden, der die Attraktivität dieses neuen Bewegungsangebotes im öffentlichen Freiraum noch weiter steigern wird.
Abgeschlossen wird diese Maßnahme voraussichtlich im III. und IV. Quartal 2018 mit der Installation eines Beleuchtungssystems (Orientierungsbeleuchtung) entlang der Laufbahn. Dadurch wird die tägliche Nutzung der 2,1 km langen Laufstrecke auch in der dunklen Jahreszeit innerhalb eines größeren Zeitkorridors möglich sein.
c) Entwicklung eines familienfreundlichen und generationenübergreifenden
Sportkomplexes/Sportzentrums
Auf einer ca. 100.000qm großen Fläche am Bienroder Weg entsteht aktuell ein neues modernes Sportareal, das zu einem familienfreundlichen und generationen-übergreifenden Sportzentrum für Braunschweiger Sportvereine entwickelt wird.
Neben den bestehenden Nutzungen durch die dort bereits beheimateten Sportvereine (SV Olympia, TuRa Braunschweig und SC Leoni) werden künftig auch Sportler des TSC Vahdet, des MSC der Polizei Braunschweig, des USC Braunschweig und des VFV Braunschweig dort ihren Sport ausüben können.
Neben der aktuell fast abgeschlossenen Umwandlung eines Tennenplatzes in ein modernes Kunststoffrasen-Großspielfeld wurde bereits Ende 2017 eine neue Flutlichtanlage auf einem der Rasen-Großspielfelder installiert. Dadurch besteht für die Rugbyabteilung von TuRa nunmehr die Möglichkeit, auch im Winterhalbjahr einen geordneten Trainingsbetrieb sicherzustellen.
Das ehemalige Vereinsheim von TuRa wird aktuell durch die Umwandlung eines Versammlungsraumes in einen Gymnastikraum und den Umbau und die Modernisierung der Umkleide- und Sanitärbereiche einer neuen Nutzung zugeführt, die dem Verein die Möglichkeit, neue Sportangebote zu unterbreiten und Mitglieder zu werben. Gleichzeitig wird das Defizit an Gymnastikräumen um eine Anlageneinheit reduziert.
Auch für das ehemalige Nordbad wird intensiv an einem Konzept für eine nachhaltige Sportnutzung unter Einbezug eines Vereins, der sich in der Arbeit mit Geflüchteten engagiert, gearbeitet.
Ein weiterer Sportkomplex ist inzwischen im Norden Braunschweigs auf der Sportanlage in Waggum entstanden. Für die in diesem Bereich beheimateten Sportvereine Grün-Weiß Waggum, VFL Bienrode, SG Bevenrode und dem JFV Kickers Braunschweig sind im letzten Jahr zwei moderne Kunststoffrasenspiel- und trainingsfelder zur gemeinsamen Nutzung geschaffen worden. In Planung sind aktuell die Modernisierung und Erweiterung der leichtathletischen Anlagen sowie Investitionen im hochbaulichen Bereich zur Schaffung zusätzlicher Sportfunktionsräume.
Für die zweite Jahreshälfte 2018 ist darüber hinaus die Erarbeitung von Konzepten für die künftige Nutzung der städtischen Bezirkssportanlagen in Stöckheim und in Melverode bzw. die Bildung eines weiteren Sportclusters vorgesehen.
d) Planerische Entwicklung einer kostengünstigen „Kalthalle“ für den
Fußballsport zur Entlastung der konventionellen Mehrfach-Sporthallen
Die Sportfachverwaltung hat in den letzten Monaten Gespräche mit dem aktuellen Betreiber des Aloha Sport Club in der Friedrich-Seele-Straße bezüglich einer möglichen Übernahme dieser Immobilie (auf städtischem Grundstück) durch die Stadt geführt. Eine erste Gebäudebewertung zur Vorbereitung der vorzeitigen Ablösung des bestehenden Erbbaurechtes ist fertiggestellt.
Aktuell ist ein Team aus Architekten und Bauingenieuren damit beauftragt, eine technische und wirtschaftliche Machbarkeitsstudie bezüglich einer Realisierung von vier Kunststoffrasenspielflächen unter dem Dach einer „Kalthalle“ zu erstellen. Parallel wird zurzeit geprüft, ob eine aktuell für Paintball genutzte Außenfläche in ein Outdoor-Kunststoffrasengroßspielspielfeld umgewandelt werden kann. Dadurch könnte hier ein Sporthallen- und Sportfreianlagenkompex entstehen, der für die Sportvereine im Westen der Stadt, aber auch gesamtstädtisch einen neuen Fußballschwerpunktkomplex prioritär im Winterhalbjahr darstellen und einen erheblichen Beitrag zur Entlastung der konventionellen Sporthallen im Herbst/Winter durch die Verlagerung von Teilen des Fußballtrainingsbetriebes vor allem von Kinder- und Jugendmannschaften leisten würde.
e) Erstellung einer Machbarkeitsstudie „Vierfach-Sporthalle“, ggfs. mit
konkretem Umsetzungsvorschlag
Aufgrund bis vor kurzem fehlender personeller Ressourcen konnte mit der Erstellung der Studie bislang noch nicht begonnen werden.
Dem Fachbereich Stadtgrün und Sport wurde vor einigen Monaten eine zusätzliche Ing.-Stelle zur Verfügung gestellt, die Anfang März dieses Jahres mit einer Hochbauingenieurin besetzt werden konnte. Angestrebt wird nunmehr, bis zum Frühjahr 2019 eine Machbarkeitsstudie für den Neubau einer Vier-Fach-Sporthalle erstellen.
